Kitzingen

"Stadtmarketingverein ist ein Schnäppchen" für Kitzingen

Ohne mit der Wimper zu zucken, hat der Stadtrat die finanzielle Unterstützung für den Stadtmarketingverein erhöht. Einstimmig. Die Kommunalpolitiker wissen warum.
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Der Bummeltag am katholischen Feiertag Mariä Himmelfahrt gehört zu den vielen Aktionen, die der Stadtmarketingverein organisiert und mit dem er Besucher nach Kitzingen holt. Foto: Siegfried Sebelka (Archiv)
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Frank Gimperlein hatte in der jüngsten Stadtratssitzung leichtes Spiel. Nachdem er die Bilanz des Stadtmarketingvereins unter dem selbstbewussten Motto "Wir vermarkten die Stadt und unsere Mitglieder" vorgestellt hatte, bekam er prompt die Zusage für eine Zuschusserhöhung für die nächsten drei Jahre – und zwar einstimmig.

Rückblickend freute sich Gimperlein, der in dieser Woche auch schon vor den Stadtmarketingverein-Mitgliedern Rückschau und Ausblick  auf die vielen Aktionen gehalten hatte, über den Erfolg der Einkaufsgutscheine "Schex in the City". Mittlerweile habe der Umsatz damit die 100 000-Euro-Marke geknackt. Gut angekommen seien auch die neuen gelben Service-Regenschirme, die die Mitgliedsgeschäfte bei Bedarf an die Kunden verteilen. 

Eine günstige Rechnung für die Stadt

Gimperlein rechnete dem Stadtrat vor, dass der Stadtmarketingverein statistisch gesehen an jedem zweiten Tag eine Aktion in Kitzingen durchführt. Dafür unterstützt die Stadt die Vereinigung der Händler und Gastronomen seit 2009 jährlich mit einem Festzuschuss von 50 000 Euro. Zusätzlich zahlt die Stadt fürs Stadtfest 15 000 Euro und für den Weihnachtsmarkt 5000 Euro. Die Auf- und Abbauhilfe des Bauhofs schlägt mit 8000 Euro zu Buche, die die Stadt dem Verein aber erlässt. 

Die Mitglieder und die Sponsoren bringen rund 70 000 Euro für den Verein auf – steigende Tendenz. Dazu kommen 1621 Einsatzstunden der Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr. Der Mitgliederstand hat sich um fünf auf 179 erhöht. Es gab elf Zu- und sechs Abgänge. 

Finanziell legt der Stadtmarketingverein bei seinen Aktionen oft drauf: Das Stadtfest macht unterm Strich rund 11 000 Euro Verlust, der Weihnachtsmarkt rund 7000 Euro, der Open Air Sommer 8400 Euro und das White Dinner 5300 Euro. Aber das Ziel dieser Aktionen ist nicht, damit Geld zu verdienen, sondern Werbung für die Stadt und ihre Geschäftswelt zu machen. Leuchtturmprojekt für den Verein ist der Stadtschoppen auf der alten Mainbrücke, der zuletzt 20 000 Euro in die Kasse spülte. Nicht zuletzt deshalb findet er heuer von Mai bis Mitte Oktober, jeweils Donnerstag bis Sonntag, statt. Deutlich länger als bisher.

Defizit liegt bei knapp 9000 Euro

Insgesamt hat die Vereinigung der Kitzinger Geschäftswelt 2018 rund 251 000 Euro Einnahmen verbucht. Ihnen stehen Ausgaben von 260 000 Euro gegenüber. Das ergibt ein Defizit von knapp 9000 Euro. Deshalb stellte Geschäftsführer Gimperlein den Antrag an die Stadt, den Verein künftig mit Bauhofleistungen von 10 000 Euro jährlich zu unterstützen. Der Stadtrat sagte dies zu, so dass der Stadtmarketingverein in den Jahren 2019 bis 2021 mit Zuschüssen und geldwerten Leistungen von 80 000 Euro pro Jahr rechnen kann.

Dafür habe Kitzingen "einen verlässlichen Partner, der in den vergangenen zehn Jahren viel erreicht und die Attraktivität der Stadt gesteigert hat", erklärte Gimperlein. Gemessen an der Vielzahl der vom Verein organisierten Aktionen und der Werbung für die Stadt, meinte der Vorsitzende: "Der Stadtmarketingverein ist ein Schnäppchen!" Mit seinem einstimmigen Votum für die Zuschusserhöhung schloss sich der Stadtrat dieser Meinung Gimperleins offensichtlich an.

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