Kitzingen

Stadtgärtner: Sie sorgen für Farbe in Kitzingen

Gießen, Mähen, Pflegen: Von Frühjahr bis Spätsommer läuft die heiße Phase der Stadtgärtner. Doch auch danach ist ihr Job nicht vorbei. Ein Einblick in ihre Arbeit.
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Die Blumenbeete blühen bunt am Kitzinger Stadtbalkon – dank der intensiven Pflege der Stadtgärtner. Foto: Lisa Marie Waschbusch
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Eigentlich wollte Ansgar Geiger Forstwirt werden, doch im Winter draußen zu arbeiten, das ist ganz schön kalt. Draußen arbeitet er heute trotzdem: Seit 2010 ist er einer der 17 Stadtgärtner der Stadt Kitzingen im Team von Manuel Schömig. Sie sind diejenigen, die sich Tag für Tag, das ganze Jahr über um Blumen, Wiesen, Hecken und Bäume der Stadt kümmern.

Die Arbeit beginnt für die Stadtgärtner im Januar, wenn Bäume und Sträucher zurückgeschnitten werden müssen. Ab Februar geht es daran, Beete und Rondelle an den Verkehrsinseln wieder mit Leben zu befüllen. Sie pflanzen frische Blumen – pro Saison etwa 6500 Stiefmütterchen. Diese strahlen bis Ende Mai, dann wechseln die Beete zum sogenannten Sommerflor.

Vier Wochen ist das nun her. Die bunten Beete blühen. Trotz der Hitze. "Sie sind extra ausgewählt für Hitzeperioden", erklärt Geiger. In diesem Jahr entstammen sie der Gärtnerei Hofmann aus Segnitz. "Wir gießen sie ja ausreichend", fügt der Gärtner hinzu. Gießtrupps sind sechs Tage die Woche nur zum Gießen unterwegs. 

Blumenbeete und Blühwiesen

"Erkennt man die Schnecke nicht?" fragt Geiger und zeigt auf das Beet vorne am Stadtbalkon. Ein weiß umrahmtes Schneckenhaus, der Körper in Rot angedeutet. Ab und an denken sich die Gärtner derartige Muster aus, die sie in die Beete pflanzen. Komplimente von den Bürgern gebe es für die Blumen gerne mal, sagt Geiger.

Zwischen den gemähten Wiesen gibt es immer wieder Abschnitte, die ungemäht bleiben. Insgesamt sieben Hektar Blühwiesen sind mit dem sogenannten Klimasamen bepflanzt, weitere 2100 Quadratmeter sollen dieses Jahr noch hinzukommen. Kornblumen, Klatschmohn, Bechermalve und mehr als 20 weitere Sorten: Die Aussaat erfolgt Ende April, blühen werden die Blumen bis in den November hinein. Eine Reaktion auf das Volksbegehren Artenvielfalt? „Wir haben schon vor dem Bienenretten versucht, solche Ecken stehen zu lassen“, erklärt Geiger.

An diesem Nachmittag kommen die Gärtner zusammen zum ehemaligen Gartenschaugelände. Mit dabei ist auch Linus Spänkuch. Er ist seit vergangenem September Auszubildender zum Landschaftsgärtner bei der Stadt. "Weil ich gerne draußen in der Natur bin“, nennt der 16-Jährige als Grund für seine Berufswahl. Spänkuch ist Teil des Pflegetrupps, zu dem auch Ansgar Geiger gehört. Die Arbeit bei der Stadt macht ihm Spaß, nach der Ausbildung könnte er sich das durchaus gut vorstellen.

Mit zwei Sägen befreien Spänkuch und sein Kollege die Hecke von überstehenden Ästen. Meter für Meter bringen sie sie in Form, alles Überflüssige liegt davor in der Wiese. Die abgesägten Äste und Blätter heben sie auf und verlagern sie auf die Ladefläche des Transporters, bereit für die Häckselmaschine. Je nach Größe der Hecke kann das Schneiden gerne mal einige Tage in Anspruch nehmen. Was an einem Tag nicht fertig wird, wird am nächsten Tag fortgesetzt. Am Morgen stand bereits das Freibad auf dem Plan.

"Es macht Spaß, mit den Pflanzen zu arbeiten und sie kennenzulernen."
Linus Spänkuch, Auszubildender zum Landschaftsgärtner bei der Stadt Kitzingen

Doch nicht jedem hilft die intensive Pflege durch die Stadtgärtner. Immer wieder sind kranke und morsche Bäume dabei, die als solche frühzeitig erkannt und gefällt werden müssen, bevor sie durch starke Winde oder sonstige Umwelteinflüsse zur Gefahr werden können. Insgesamt 27 Bäume mussten die Stadtgärtner 2018 und 2019 fällen - so auch drei Akazien auf dem ehemaligen Gartenschaugelände zu Beginn des Jahres.   Gleichzeitig haben sie aber auch neue gepflanzt. Einer der 68 neuen Bäume ist ein Mammutbaum. 60 Meter soll er mal hoch werden und im Winter alle Nadeln verlieren. Das Problem sei das Eschensterben, erklärt Geiger. Man müsse wegen des Klimas stabilere Bäume finden.

Von Frühling bis Spätsommer haben die Stadtgärtner also allerhand zu tun. „Nachwachsende Arbeit“ nennt Geiger seine Tätigkeit. Und wenn die Arbeit doch mal weniger werden sollte, dann helfen die Stadtgärtner im Winter beim Räum- und Streudienst. Dessen steinige und salzige Überreste müssen zu Beginn des neuen Jahres wieder aus den Beeten. Ein ewiger Kreislauf. Stadtgärtner sein, das bedeutet eben: Arbeiten im Takt der Jahreszeiten. Auch im kalten Winter.

Es grünt so grün: Zahlen und Fakten in Kitzingen
17 Stadtgärtner kümmern sich um Beete, Blühwiesen, Blumen, Hecken und Grasflächen
6500 Stiefmütterchen wurden in 2019 gepflanzt
16 000 Blumenzwiebeln wurden in 2018 gesteckt
7 Hektar Blumenwiese werden 2019 um weitere 2100 Quadratmeter ergänzt
68 Bäume wurden 2018/2019 neu eingepflanzt
27 Bäume wurden gefällt, weil sie von Pilz befallen waren
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