KITZINGEN

Stadt zahlt 120 000 Euro für Soforthilfe im Notwohngebiet

Das Bündnis steht: Nachdem die christlichen Kirchen und der Landkreis Geld für ein Sofortprogramm im Notwohngebiet locker gemacht haben, steuert auch die Stadt etwas bei.
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Sozialer Brennpunkt: Vier Wohnblocks in der Tannenberg- beziehungsweise Egerländer Straße in der Kitzinger Siedlung bilden das sogenannte Notwohngebiet. Archivfoto: Diana Fuchs Foto: Diana Fuchs

Es scheint nun wirklich eine fundierte Hilfe fürs Kitzinger Notwohngebiet zustande zu kommen. Wie berichtet, hat ein Bündnis aus Caritas, Diakonie, Landkreis und Stadt vor, ab September zwei Jahre lang Soforthilfen für den sozialen Brennpunkt in der Siedlung anzubieten. Zwei Sozialarbeiter und ein Hausmeister vor Ort kümmern sich um die Bewohner und ihre akuten Probleme.

Kurz- und langfristige Hilfen

Zeitgleich lässt die Stadt Kitzingen ein langfristiges Konzept erstellen, dass das Konglomerat aus Obdachlosen, Sozialhilfebeziehern, Einzelmietern und Familien sowie den behördlichen Zuständigkeiten entwirren und in neue geordnete Bahnen lenken soll. Verbunden damit ist eine neue bauliche Planung, denn die „Notwohner“ sollen künftig nicht mehr alle in den vier Wohnblocks in der Kitzinger Siedlung zusammenbleiben, was bislang den Charakter eines Gettos hat.

Den vorerst letzten Schritt in diese Richtung unternahm am Donnerstag der Stadtrat. Er stellte im Rahmen seines Bündnisanteils 120 000 Euro für die Soforthilfe zur Verfügung, verteilt auf zwei Jahre. Ausdrücklich bedankten sich einige Stadträte bei den Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden für deren Engagement, denn sie übernehmen im Rahmen eines ökumenischen Konzepts die Trägerschaft.

Stadtrat setzt sich gegen Verwaltung durch

Um die Vergabe des langfristigen Konzepts gab es Diskussionen zwischen Stadtverwaltung und Stadtrat. Zwei Firmen hatten sich letztlich angeboten, ein Konzept zu erstellen. Beide haben bereits an Projekten in der Stadt mitgearbeitet. Am Ende entschied sich der Stadtrat mehrheitlich für das Stadtentwicklungsbüro Planwerk (19:6), das schon beim Programm Soziale Stadt mit Kitzingen zusammengearbeitet hat. Die Verwaltung hatte ein anderes Büro bevorzugt, das in der Altstadtsanierung in Kitzingen Erfahrungen gesammelt hat, konnte sich aber nicht mit diesem Vorschlag durchsetzen.

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