Kitzingen

Stadt verhandelt über einen Zentralen Omnibus-Bahnhof

Nachdem private Investoren den Kitzinger Bahnhof gekauft haben, führt die Stadtverwaltung mit ihnen Gespräche über einen ZOB auf dem Gelände. Hier ist der Zwischenstand.
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Ein Teil der Park&Ride-Parkplätze am Kitzinger Bahnhof könnte als Fläche für einen künftigen Zentralen Omnibus-Bahnhof verwendet werden. Die Stadt verhandelt darüber mit den neuen Bahnhofsbesitzern, denen die Fläche links im Bild gehört. Foto: Andreas Brachs

Das Thema Zentraler Omnibus-Bahnhof (ZOB) steht schon lange auf der Wunschliste der Stadt Kitzingen. Nachdem die Deutsche Bahn zu Jahresbeginn den Bahnhof samt Vorplatz an private Investoren verkauft hat, sieht die Verwaltung neue Chancen für eine Verwirklichung des Wunsches. Oberbürgermeister Siegfried Müller berichtet im Gespräch mit der Redaktion von den laufenden Verhandlungen.

"Die Stadt hat Interesse an den privaten Parkplätzen neben dem Bahnhof", erklärt der OB. Auf der Fläche der Park&Ride-Parkplätze nördlich des Gebäudes ließe sich ein ZOB einrichten . Dafür müssten die neuen Besitzer des Bahnhofs entweder einen Grundstücksteil an die Stadt verkaufen oder mit ihr tauschen. Südlich des Bahnhofs lässt die Stadt gerade neue Park&Ride-Plätze anlegen – ein möglicherweise geeignetes Tauschobjekt. 

Acht Bussteige denkbar

Nach Worten Müllers könnten acht Andockstationen für die Busse entstehen, wofür aber erst die Infrastruktur geschaffen werden müsste. Allein schon für eine komfortable Anfahrt und ausreichende Kurvenradien benötige man die fragliche Fläche. Ihre Pläne hat die Stadtverwaltung deshalb dem Investor zur Einsicht vorgestellt; nun verhandelt sie über das Ob, das Wie und über die Kosten. Der Oberbürgermeister zeigte sich erfreut, dass die neuen Besitzer großes Interesse an einer gemeinsamen Umsetzung der Pläne mit der Stadt bekundet hätten. 

Dafür würde die Stadt auch auf ein Anliegen der Privaten eingehen: Die Stadt könnte sich vorstellen, im künftigen Bahnhofsgebäude öffentliche Toiletten zu betreiben, nachdem die Investoren sie eingebaut haben. Diesen Service für die Reisenden wolle die Stadt gern übernehmen, sagte Müller.

Für ein weiteres Service-Thema braucht die Stadt den Freistaat und die Deutsche Bahn: Barrierefreiheit auf den Bahnsteigen. In Kitzingen können Reisende bisher nur Gleis 1 ebenerdig erreichen, aber gerade die Gleise 2 und 3 sind für den Fernverkehr wichtig. Dorthin gelangen die Reisenden samt ihrem Gepäck aber nur über eine Unterfühung und über Treppen – einmal runter, einmal rauf.

Barrierefreiheit hängt am Freistaat und an der Bahn

Während das Bahnhofsgebäude im Privatbesitz ist, gehören die Gleisanlagen samt Bahnsteigen der Bahn. Um sie barrierefrei umzubauen, müssten Freistaat und Bahn gemeinsam Geld in die Hand nehmen. Das liegt in ihrer Zuständigkeit. Obwohl die Stadt schon mehrmals angefragt hat, tut sich nichts . Offensichtlich reichen die zur Verfügung stehenden Mittel nicht aus, erklärt Müller.

Er appelliert deshalb an die Landespolitiker und die Bahn, den ländlichen Raum nicht zu vergessen und nicht nur in wichtige Hauptbahnhöfe zu investieren. Immerhin habe allein die Stadt Kitzingen über 20 000 Einwohner, vom Umland, das den Bahnhof nutzt, ganz zu schweigen. 

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