Kitzingen

Stadt saniert Denkmal: Mehr Raum im Kitzinger Rathaus

In den kommenden beiden Jahren schafft die Stadt Kitzingen zusätzlichen Platz für ein Bürgerbüro und Tagungsräume für Vereine – direkt neben dem Rathaus.
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Das Rathaus soll in der Kaiserstraße um das denkmalgeschützte Haus Nummer 17 mit Bürgerbüro und Tagungsräumen erweitert werden. Foto: Gerhard Bauer
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Im Rahmen der Bürgerversammlung für die Altstadt griffen Oberbürgermeister Siegfried Müller, Bauamtsleiter Oliver Graumann und Johannes Schrauth von der Abteilung Hochbau die anstehenden Maßnahmen am Gebäude Kaiserstraße 17 auf. Schrauth erinnerte daran, dass die Stadt das Gebäude vor längerer Zeit erwarb. Dabei handelt es sich um ein Denkmal aus dem 18. Jahrhundert, in dem ein Bürgerbüro sowie Tagungsräume für die Sitzungen Kitzinger Vereine eingerichtet werden sollen.

Der Einbau eines Aufzugs soll den durch unterschiedliche Stockwerkshöhen bedingten Höhenunterschied zwischen den Gebäuden Kaiserstraße 15 und 17 ausgleichen. Alle Stockwerke zusammen ergeben eine Nutzfläche von etwa 500 Quadratmetern.

Einwohnermeldeamt ändert sein Gesicht

Im Haus wurden Balkenfassungen aus dem 16. Jahrhundert festgestellt, barocker Putz stammt aus dem 18. Jahrhundert und Lehmputz aus dem 19. Jahrhundert. Eine Treppe mit Holzgeländer aus dem 19. Jahrhundert soll ebenso erhalten werden wie Bohlen-, Balken- und Stuckdecken. Zusammen mit der Sanierung des Gebäudes soll das Einwohnermeldeamt umgestaltet werden. Die Bauzeit bezifferte Schrauth mit etwa zwei Jahren.

Oberbürgermeister Müller hofft, dass im Zug der Baumaßnahmen keine unliebsamen Überraschungen auftauchen. Bauamtsleiter Graumann kündigte an, dass alle öffentliche Gebäude rund um das Rathaus in der Marktstraße sowie in der Kaiserstraße eine einheitliche Fassadenfarbe erhalten sollen, ohne den jeweils eigenen Gebäudestil zu erhalten.

Kindergarten kann bei Bedarf wachsen

Weitere Informationen aus der Bürgerversammlung:

  • Während das Projekt Schulen in der Siedlung vor dem Abschluss steht, wird nun die Friedrich-Bernbeck-Schule begonnen. Danach folgt die Sickergrundsporthalle. Die Stadt unterstreicht mit diesen Maßnahmen ihre Kinderfreundlichkeit, wie OB Müller deutlich machte. Daher habe sie die Gelegenheit genutzt und in der Alemannenstraße ein Nachbargrundstück erworben, um den dortigen Kindergarten gegebenenfalls erweitern zu können.
  • Die Deuster-Sporthalle steht ab September für den Schulbetrieb zur Verfügung und wertet den gesamten Bereich der Schulen auf.
  • Für Schulen und Kindergärten wandte die Stadt insgesamt 40 Millionen Euro auf.
  • Für die Falter-, die Luitpold- und die Kaiserstraße wartet die Stadt auf deren Entwidmung als Staatsstraßen.

Aus den Reihen der Anwesenden gab es mehrere Bürgerfragen. Erich Jakubczyk hinterfragte die städtische Umwelt- und Klimapolitik, da die Stadt bereits zu einem hohen Grad versiegelt sei und dennoch ein weiteres Baugebiet ausweisen wolle. Er nannte beispielhaft ein Biotop am Wilhelmsbühl, das in Gefahr sei.

Biotop liegt Bürger am Herzen

OB Müller antwortete, dass die Stadt Anpflanzungen und Blühwiesen angelegt habe, dass die übernommenen Konversionsflächen aber bereits versiegelt gewesen seien. Müller lobte besonders die Gärtner, die die Stadt zum Blühen brachten. Jakbuczyk legte nach, dass Anwohner nicht nach ihrer Meinung gefragt würden. Das Biotop lag auch Helmut Christmann am Herzen: Dort gebe es seltene Arten, die auf der Roten Liste stünden.

Beide Anliegen griff Oliver Baumann auf und erklärte, dass vor jeder Maßnahme ein Bebauungsplan erstellt werde, in dem die Anliegen aller Anlieger mit unterschiedlichen Interessen abzuwägen seien. Zum Vorhalt, Flächen zu versiegeln, wies er darauf hin, dass die Stadt nur bereits versiegelte Flächen nutze.

Die Stadt möchte einem Hinweis von Wolfgang Haupt nachgehen und sich das Pflaster in der Oberen Kirchgasse und auf dem Platz um die katholische Kirche hinsichtlich der sicheren Begehbarkeit ansehen. OB Müller merkte an, dass für die Gestaltung dieser Flächen Auflagen bestehen könnten.

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