Stadelschwarzach
Theater

Stadelschwarzacher Theaterer sind bereit

Roland Abel ist Laienschauspieler aus Leidenschaft - und seine Tochter Caro auf bestem Weg dahin. Sie feiert heuer ihre Premiere, wenn die Stadelschwarzacher "Die unglaubliche Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs" auf die Bühne bringen.
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Die Stimmung auf der Bühne stimmt schon mal. Die Laienschauspieler werden alles daran setzen, dass diese auch aufs Publikum überschwappt.
Die Stimmung auf der Bühne stimmt schon mal. Die Laienschauspieler werden alles daran setzen, dass diese auch aufs Publikum überschwappt.
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Zwei Generationen, eine Leidenschaft. Einmal Routine, einmal Premiere. Carolina und Roland Abel, im wahren Leben Tochter und Vater, stehen auf der Stadelschwarzacher Theaterbühne in diesem Jahr als Schwiegertochter und Schwiegervater erstmals gemeinsam auf der Bühne.
Roland Abel alias Handwerksmeister Josef "Sepp" Hämmerlein macht das Schauspielern mit links. Er lebt seine Rollen - überzeugt mit Gestik, Verwandlungskunst und Stimmenimitation. Sein Talent zeigt er aber längst nicht nur auf der Theaterbühne, auch im wahren Leben legt er nur allzu oft Witz und Komik an den Tag. Er ist eben eine Frohnatur - und seine Tochter Carolina steht ihm in nichts nach.
Egal, ob der "Abels Roland" verschiedene Dialekte zum Besten gibt, Fernsehsendungen oder Persönlichkeiten parodiert, er hat zweifelsohne schauspielerisches Talent. Viele seiner Freunde sind sogar der Meinung, er könnte als professioneller Comedian sein Geld verdienen.
Der 42-Jährige bleibt aber lieber bei seinem Job als Fachagrarwirt. Auf der Stadelschwarzacher Theaterbühne steht er schon seit über 20 Jahren. Hat er früher mit seinen ebenfalls talentierten Geschwistern Petra und Gerhard die Lachmuskeln der Zuschauer strapaziert, freut er sich in diesem Jahr besonders, erstmals mit seiner Tochter Carolina gemeinsam auf der Bühne stehen zu dürfen.

Die Proben laufen auf Hochtouren

Bei manchen Passagen, gerade hinsichtlich des Dialekts, ist sich Carolina bei den Proben noch nicht ganz sicher und wirft gern mal einen fragenden Blick in Richtung Vater. Wie heißt das jetzt noch mal korrekt? "Die Hosn muss druggn", "Die Hosn werd gedroggnd" oder doch "It die Hosn scho droggn?". Kaum hat's der Vater vorgemacht, schon klappt's auch bei Caro mit dem richtigen Dialekt.
Für die 18-Jährige, die gerade ihr erstes Jahr in der Ausbildung zur Erzieherin absolviert, ist die Premiere auf der Theaterbühne gleich doppelt spannend. Als wäre eine Rolle für den ersten Versuch als Laienschauspielerin nicht schon aufregend genug, darf sie gleich in zwei Rollen schlüpfen. In dem Stück vom gestohlenen Stinkerkäs mimt sie Tochter Evi im fränkischen Dialekt ebenso wie eine feine Dame von Welt mit fremdem Akzent. Zum Glück hat sich bei den Proben schnell gezeigt: die väterlichen, schauspielerischen Gene sind zweifelsfrei vererbt.
Ist Caro im Moment noch sehr gelassen und cool, wird die Aufregung wohl spätestens dann kommen, wenn sich Mitte des Monats der Theatervorhang das erste Mal für sie öffnet. Zumindest steigt so langsam schon ihr Puls, wenn sie zu Hause ihr Textbuch in die Hand nimmt, gibt sie zu. Ihr Motivation ist riesig und schon zwei Wochen vor der Premiere hat sie ihren Text so gut wie im Kasten. Das kann die ältere Generation, Vater Roland, noch nicht ganz von sich behaupten. Doch als Routinier lässt der sich davon natürlich nicht aus der Ruhe bringen.

Ein Theater mit Tradition

Eine Theatergruppe, die das Publikum mit amüsanten Geschichten erheitert, gab es in Stadelschwarzach eigentlich schon immer. Wurde in ganz frühen Zeiten im Gasthaus "Wiener" gespielt, ging danach lange Jahre im ehemaligen Kindergarten der Vorhang auf. Seit Anfang der 70er, seitdem es das DJK-Sportheim gibt, ist dies die Heimat der Laienschauspieler. Jedes Jahr nach Aschermittwoch "wachsen" dort auf der Bühne Wände hoch und es entsteht eine gemütliche Stube, eine romantische Gartenlandschaft oder eine interessante Gaststube. Was in diesem Jahr hinter dem Vorhang erscheinen wird, wird noch nicht verraten. Nur so viel: in der jüngeren Vergangenheit war dies noch nicht da gewesen und es wird mit Sicherheit für Begeisterung sorgen.
Auch der Titel "Die unglaubliche Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs" von Bernd Gombold lässt viel Spielraum für Interpretation. Was kann ein liederlicher Stinkerkäs denn schon alles anrichten, dass man davon in drei Akten erzählen und spielen kann? Die Antwort ist ganz einfach: Kommen und Schauen!

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