Schlimme Schäden gab es keine. Lediglich Kater und Brummschädel zeugten am gestrigen Vormittag vom ausgelassenen Treiben beim ersten Volkacher Weiberfasching. Über 60 junge und junggebliebene Frauen nahmen das Gemeinschaftsangebot der Tourist-Information Volkacher Mainschleife und des Karnevalvereins Weingenießerclub Nordheim (WGCN) an und machten die Altstadt für mehrere Stunden zur Partymeile.

Der stimmungsvolle Startschuss fiel vor dem Rathaus. Die getreu dem Motto „Baustelle“ als Bauarbeiterinnen verkleideten Faschingsnärrinnen tanzten im großen Kreis und streckten die Hände zum Himmel. „Quetschenspieler“ Manfred Kroll und eine Saxofonistin heizten den Damen von der ersten Sekunde an ein. Unzählige Sicherheitshelme, Warnwesten und Maßstäbe waren im Dunkeln vor dem Marktbrunnen zu erkennen.

Ein spritziger Secco im Rathaus war der Vorbote einer köstlichen mobilen Weinprobe quer durch die Innenstadt. Marco Maiberger von der Tourist-Info und WGCN-Präsident Jürgen Förster begrüßten die feminine Bauarbeiterschar zur närrischen Weiberfastnacht mit einem dreifach kräftigen Helau auf die gute Laune und auf die Sponsoren des Abends.

Im Polonaise-Schritt ging es weiter zu Optik Steuer. Dort wartete bereits Faschingsgröße Otmar Schraud als Bauer Eugen. Er servierte eine Lachnummer nach der anderen persönlich und individuell. Steuer-Inhaber Gerhard Mahler ließ sich nicht lumpen und tanzte auf einer Weinkiste den ersten Walzer seines Lebens auf einem halben Quadratmeter.

Mit einer gehörigen Portion Spätburgunder intus startete die Meute zum Vodafone-Shop. Inhaber Markus Bohlener-Saukel machte die Gaudi mit und holte mit Michael Bechold einen Faschingshelden aus der Überraschungskiste. Der fränkische Komödiant bombardierte den Bautrupp mit witzigen Geschichten aus seinem Leben. „Mir müssen die Straße fertig machen“, rief die Vorarbeiterin und weiter ging die Reise, auf der die hochprozentige Mischung im Blut für heitere Szenen sorgte.

„Die Resonanz war riesig und die Stimmung von Beginn an bombastisch.“
Marco Maiberger, Tourist-Info Volkach

Bei S'Cara Mode schlugen die Frauenherzen noch höher. Dort stand Hauptmann Küpers Gewehr bei Fuß. Mit Gitarre und unschlagbarem Charme forderte Fastnachtsgröße Rolf Herzel zum Mitsingen auf. Die Begegnung nutzte die eine oder andere Bauarbeiterin. „Auf der Bühne ist der immer so weit weg“, sagte eine Dame und nahm „ihren“ Hauptmann in den Arm.

Zurück auf der Straße endete die närrische Wanderung durch die Altstadt im GWF-Winzerbistro am Marktplatz. Beim Ausklang zog Maiberger ein begeistertes Fazit des ersten Volkacher Weiberfaschings: „Die Resonanz war riesig und die Stimmung von Beginn an bombastisch.“

Deshalb denken Maiberger und Förster schon an eine Fortsetzung des Weiberfaschings. Alle munteren Kätzchen freuen sich schon darauf, dass sie dann wieder in freier Wildbahn losgelassen werden – und die Kater aus dem Elferrat sowieso.