Volkach

Sperrfrist soll Sandabbau an der Mainschleife stoppen

Mit einer Veränderungssperre will die Stadt den Abbau durch LZR verhindern. Doch das Unternehmen hat am Morgen vor der Stadtratssitzung einen neuen Antrag gestellt.
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So sah der Plan bislang aus: Das ist die öffentlich ausgehängte Zeichnung der Firma LZR zur Erweiterung des Sand- und Kiesabbaus in der Bördleingrube im Volkacher Ortsteil Astheim. Foto: Guido Chuleck

Nicht nur die Umweltschützer machen mit einem Aktionsbündnis mobil, auch der Volkacher Stadtrat rüstet auf, um sich gegen den weiteren Abbau von Sand und Kies durch die Firma Lenz Ziegler Reifenscheid (LZR) an der Mainschleife zu wehren. Konkret geht es um die Gebiete "Eichholz" und "Am Wert" südlich der Ortsverbindungsstraße zwischen Astheim und Escherndorf. Den Grünordnungsplan für einen besseren Schutz dieser Flächen entlang des Altmains zwischen Bördleingrube und Escherndorf hatte der Stadtrat im Dezember 2018 beschlossen. Mit der sogenannten Veränderungssperre, für die am Montagabend bei der Sitzung alle Mitglieder des Stadtrates stimmten, soll nun verhindert werden, dass LZR diesem Grünordnungsplan zuvorkommt. Denn bis dieser fertig ist, dauert es voraussichtlich mindestens zwei Jahre. 

"Ich möchte für die Öffentlichkeit betonen: Wir sind nicht die Schuldigen, die Stadt hat dort keinen Quadratmeter Fläche verkauft."
Peter Kornell, Bürgermeister Volkach

All das wirkt wie ein Wettlauf gegen die Zeit – mit offenem Ausgang. Denn am Montagmorgen hat LZR einen neuen Antrag beim Landratsamt eingereicht: Das Unternehmen möchte die Sandgrube bei Astheim erweitern und genau dort weiter buddeln, wo die Stadt nun die Sperrfrist für mindestens zwei Jahre verhängt hat. Aber gilt diese Veränderungssperre überhaupt noch, wenn der Antrag Stunden vorher beim Landratsamt eingegangen ist? Laut Volkachs Bürgermeister Peter Kornell schon. Der verwies zudem darauf, dass Nordheims Gemeinderat zeitgleich genau denselben Schachzug mache: eine Veränderungssperre für die Nordheimer Au, die dann von einem Grünordnungsplan abgelöst wird.

Nötig sei das alles nur geworden, betonte Kornell, weil die Eigentümer ihre Grundstücke an LZR verkauft hätten. "Ich möchte für die Öffentlichkeit betonen: Wir sind nicht die Schuldigen, die Stadt hat dort keinen Quadratmeter Fläche verkauft." Um das Ziel des Erhalts dieses Gebietes mit Obstbaumflächen und Sonderkulturen zu erreichen, werde man sich nun anstrengen dürfen.

Weitere Themen im Stadtrat waren:

Der Stadtrat hat dem Caritas-Verband einen Zuschuss von 1000 Euro pro Jahr bewilligt. Im evangelischen Gemeindehaus in Volkach bietet der Verband an eineinhalb Tagen pro Woche Erziehungsberatung, psychosoziale Beratung und Selbsthilfegruppen an.

Ebenso ohne Gegenstimme beschlossen hat das Gremium einen zehnprozentigen Zuschuss für ein Fahrzeug für die Helfer-vor-Ort-Gruppe in Volkach. Maximal 3500 Euro bekommt die Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes für das neue Auto, das voraussichtlich 35 000 Euro kosten wird.

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