Kitzingen

Spender gesucht: Renovierung der Steinmeyer-Orgel wird teuer

Das Instrument mit 58 Registern ist das größter seiner Art in evangelischen Kirchen in Unterfranken. Die Orgel wird erst renoviert, wenn die Finanzierung steht.
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Mächtig wie ihr Klang thront die Steinmeyer-Orgel in der Kitzinger Stadtkirche und beeindruckt mit ihrem gewaltigen Prospekt. Sie muss renoviert und die Pfeifen gereinigt werden. Foto: Gerhard Bauer
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Mit einer Spende von 500 Euro unterstützt der evangelische Frauenbund Kitzingen die Renovierung der Orgel in der Kitzinger Stadtkirche. Die Vorsitzende, Astrid Glos, unterstrich, dass der im Jahr 1934 gegründete Frauenbund in seinem Jubiläumsjahr ein Zeichen zur Beteiligung setzen wolle.

Der Kitzinger Dekan, Hanspeter Kern, verriet, dass die Kirchengemeinde natürlich auf weitere Spenden angewiesen sei. Dazu müsse man der Bevölkerung die Bedeutung der Orgel als wesentliches Kirchenmusikinstrument richtig deutlich machen, stellte Kantor Martin Blaufelder fest und wartete mit Einzelheiten auf.

Orgel soll auf den neusten technischen Stand gebracht werden

Mit ihren 58 Registern ist die Steinmeyer-Orgel in der Stadtkirche die größte evangelische Kirchenorgel Unterfrankens im größten evangelischen Gotteshaus im Regierungsbezirk. Im Wesentlichen muss die Orgel nach 65 Jahren auf den neuesten technischen Stand gebracht werden. Dazu ist die Elektrifizierung des Spieltisches erforderlich. Die vorhandenen Registerwippen erlauben nur drei Zugregister-Kombinationen, heute sind elektronisch bis zu 20 000 möglich. Die zusätzliche Ausstattung soll neben dem vorhandenen Spieltisch eingebaut werden.

Den größten Aufwand dürfte die Erneuerung der rund 4000 Bälge der elektropneumatisch betriebenen Orgel darstellen. Je Orgelpfeife ist ein Balg vorhanden, dessen Material mit der Zeit altert. Blaufelder kann zwar noch keine Misstöne heraushören, möchte aber auch nicht abwarten bis irgendwann nach der Renovierung erste Schäden auftreten.

Die Steinmeyer-Orgel ist als Kind ihrer Zeit für barocke und moderne Musik geeignet, weniger für Musik aus der Renaissance.

Keiner bestreitet den Wert des Instruments

Als größte Herausforderung bezeichnet Blaufelder die Finanzierung des Vorhabens, denn die Landeskirche halte sich zurück und auch das Landesamt für Denkmalpflege beteilige sich im Wesentlichen mit Hinweisen zum fachgerechten Erhalt der in den Jahren 1953 bis 1955 gebauten Steinmeyer-Orgel. Dass die Orgel erhaltenswert ist, bestreitet niemand, zumal Orgeln inzwischen zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Träume für Verbesserungen seien erlaubt, man müsse aber realistisch denken, unterstrich Blaufelder.

Sobald die Finanzierung steht, kann an die Ausschreibung gedacht werden. Als Voraussetzung einer Auftragsvergabe gilt, dass der Großauftrag mit Ausbau und Reinigung aller Pfeifen und der Erneuerung der Bälge vom beauftragten Unternehmen auch geleistet werden kann. Ein Leistungsverzeichnis wurde inzwischen erstellt.

Beginn der Arbeiten wohl erst im übernächsten Jahr

Bezüglich des Beginns der Orgelsanierung und der Bauzeit halten sich Kantor und Dekan weitgehend bedeckt. Zu rechnen ist aber nicht vor dem Jahr 2021 und mit einer Bauzeit zwischen sechs und neun Monaten. Während der Bauzeit wird die kleine Orgel die musikalische Begleitung der Gottesdienste übernehmen.

Zunächst sehen sich Pfarrei und Kantorei gefordert, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Renovierung zu wecken. Angedacht ist daher für kommendes Jahr in jedem Monat ein Benefizkonzert zugunsten der Orgelrenovierung mit Gastkantoren oder auswärtigen Gastspielen zu organisieren. Weiter denkbar ist die Vergabe von Orgelpfeifenpatenschaften.

Frauenbund-Spende stellt einen ersten Baustein dar

Für Dekan Kern steht die ganze Renovierung noch am Anfang und die Kirchenverwaltung müsse finanziell kreativ sein und buchstäblich alle Register ziehen. Die entsprechenden weiteren Entscheidungen müssten dann die Nachfolger von ihm als Dekan und von Pfarrer Uwe Bernd Ahrens zusammen mit dem Kirchenvorstand treffen. Gleichwohl sei die überreichte Spende ein erster wichtiger Baustein.

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