Kitzingen

Spargel-Saison: Schlechtere Ernte und höhere Preise

Die Spargelbauern haben eine turbulente Saison hinter sich. Was die Gründe sind und wie sich das auf die Verbraucher ausgewirkt hat.
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Spargel-Saison: Schlechtere Ernte und höhere Preise
Wegen des kühlen Wetters im Mai ist die Spargelsaison in diesem Jahr später gestartet. Die Landwirte sind mit der Ernte trotzdem zufrieden. Foto: dpa
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Wie jedes Jahr endete die Spargelsaison am 24. Juni, dem Johannistag. In diesem Jahr verlief sie turbulent. Nach dem Rekordjahr 2018 gab es "schätzungsweise 20 bis 25 Prozent weniger Spargel", sagt Christine Müller, Fachberaterin für Spargelanbau am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen. Die Folge: Das Gemüse war teurer als sonst.

Bis zu 30 Prozent weniger Ernte im Mai

Schuld an der durchwachsenen Saison war das unbeständige Wetter Ende April und im gesamten Mai. "Der Mai war mit einer Durchschnittstemperatur von 12,4 Grad insgesamt zu kalt. In diesem Monat gab es etwa 30 Prozent weniger Spargel", so Müller. Das einzig Gute daran: Bei kühlen Temperaturen gehe auch die Nachfrage nach dem edlen Gemüse zurück. Dennoch stieg der Preis im Vergleich zum Vorjahr: Kostete 2018 in Franken ein Kilo Spargel Handelsklasse eins ab Hof etwa 8,50 Euro, lag der Preis in diesem Jahr bei rund 9,50 Euro je Kilo.

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Nach einem milden Frühjahrsbeginn habe der Kälteeinbruch im Mai das Wachstum des Gemüses zunächst gebremst, bestätigt auch Miriam Adel, Vorsitzende des Verbands Fränkischer Spargelerzeuger. "Die Saison konnte erst am 18. Mai nach den ausgeprägten Eisheiligen richtig beginnen", sagt sie. Erst ab Christi Himmelfahrt (30. Mai) war das Angebot wieder ausreichend. Der Juni verlief aus Sicht der Spargelbauern dann gut.

Einige Anbauer haben ihre Ernte allerdings schon vor dem 24. Juni beendet, weil die Saison schon so früh begonnen hatte. Die ersten weißen Stangen konnten in Unterfranken am 19. März im Landkreis Schweinfurt gestochen werden. Der März sei mild und bis Ostern ein ausreichendes Angebot an frühem Spargel vorhanden gewesen, erklärt Fachberaterin Müller. "Spargel kann maximal acht Wochen gestochen werden."

Weitgehend Zufriedenheit unter den Bauern

Dennoch seien die fränkischen Landwirte "mit der Saison weitgehend zufrieden", meint Miriam Adel. Auch Eugen Köhler, Bezirksgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands, klagt nicht über den Verlauf der Spargelsaison: "Es war eine normale bis durchschnittliche Ernte, ohne Höchsterträge", bilanziert er. Alles in allem sei es in Unterfranken aber immer noch zu trocken. "Trotz des kühlen Frühjahrs mit einigen Niederschlägen konnte sich kaum Grundwasser neu bilden." Das mache auch den Spargelbauern zu schaffen.

In Unterfranken bauen 65 Betriebe auf einer Fläche von 522 Hektar Spargel an, vor allem in den Landkreisen Kitzingen, Schweinfurt und Würzburg. Dort geht die Arbeit jetzt weiter.

Auch das Spargelkraut braucht Pflege

Die Saison habe "die Kraftreserven der Spargelpflanzen ganz schön beansprucht", so Spargelfachberaterin Müller. "Vor allem durch die extreme Trockenheit." Auch nach dem Johannistag werde der Spargel nicht schlecht, wenn man ihn noch steche, erklärt sie. Das Gemüse brauche aber die restliche Vegetationszeit, um über sein Laub, dass es jetzt bekomme, Sonnenlicht einzufangen und als Kohlenhydrate in den Wurzeln einzulagern. Die Spargelerzeuger haben somit auch nach dem 24. Juni viel zu tun. "Sie müssen den Spargel mit Nährstoffen versorgen und das Beikraut jäten, welches als Konkurrenz zur Kulturpflanze auftritt. Je länger das Spargelkraut optimale Wachstumsbedingungen hat, desto höher ist der Ertrag im nächsten Jahr."

2018 war ein außergewöhnliches Spargeljahr
Das Spargeljahr 2018 lieferte eine Rekordernte: 133 000 Tonnen des Edelgemüses wurden laut der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse damals in Deutschland geerntet. 3000 Tonnen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017 und 13 000 Tonnen mehr als im Jahr 2016.

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