Im Besprechungsraum ist eine Leinwand aufgebaut. Groß ist das Gedränge aber nicht davor. Bereits um 18.40 Uhr ist klar, dass es diesen Sonntag noch keinen neuen Bürgermeister für Dettelbach geben wird. Nachdem neun von 13 Wahlbezirke ausgezählt sind, manifestiert sich das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Christine Konrad von den Freien Wählern und Michael Schuba von der CSU.
Noch ist keiner der Kandidaten da. Sie haben sich für 19 Uhr im Verwaltungsgebäude angekündigt. Zuerst kommt Norbert Schneider, der Kandidat der UCW. Er schüttelt Hände, schaut kurz auf die Leinwand und nimmt erst mal ganz ruhig Platz. Es trudelt das Briefwahlergebnis ein. Die Grafik auf der Leinwand verschwindet kurz und baut sich mit neuen Prozentzahlen wieder auf. Es zeigt sich, dass die Briefwahl zu Gunsten Schuba ausfällt.
Als Michael Schuba eintrifft, fehlen noch die Ergebnisse der Wahlbezirke Dettelbach Volksschule und Bibergau. Um 18.43 Uhr zuckt die Grafik kurz, weitere Stimmen werden vom Computer zu den bestehenden dazugerechnet. Schuba: 44,34 Prozent, Konrad 46,39 Prozent, Schneider 9,27 Prozent.
3. Bürgermeister Manfred Berger berichtet, die Bibergauer hätten ihre Stimmzettel eigentlich als erste ausgezählt. Er wundert sich, dass die Meldung so lange dauert. Nachforschungen ergeben, dass sich tatsächlich ein Fehler ergeben und noch einmal genau nachgezählt werden musste.
Die Nervosität steigt. Bei Michael Schuba ist äußerst angespannt. Inzwischen ist auch Christine Konrad eingetroffen. Sie unterhält sich auf dem Gang des Verwaltungsgebäudes.
Um 19.02 Uhr ist auch die Meldung aus Bibergau eingegangen. Wahlleiter Hartmut Eichler verteilt Zettel mit der Schnellmeldung des vorläufigen Ergebnisses der Wahl des 1. Bürgermeisters. Von 5623 Wahlberechtigten haben 3808 ihr Wahlrecht genutzt. Auf Norbert Schneider entfallen 351 gültige Stimmen. Auf Michael Schuba fallen 1723 gültige Stimmen, auf Christine Konrad 13 weniger, also 1710. In Prozentzahlen liest sich das noch knapper: Der CSU-Mann hat mit 45,53 Prozent der Stimmen ganz knapp vor Christine Konrad mit 45,19 Prozent der Stimmen einen hauchdünnen Vorsprung geschafft.

Jeder hat seine Hochburg

Norbert Schneider konnte natürlich in seinem Wohnort Effeldorf am meisten punkten. Dort haben über die Hälfte der Wähler, 57,5 Prozent, ihre Stimme für ihn abgegeben. In Neusetz wurde am meisten für Michael Schuba gestimmt, dort hat er 61,3 Prozent der Stimmen ergattert. Und Christine Konrad kann sich über ihre Hochburg Brück freuen. 65,6 Prozent der Wähler haben dort ihr Kreuz bei Konrads Namen gemacht.