Marktbreit
Zukunft

Sorgen um die Marktbreiter Innenstadt

Die Schustergasse in Marktbreit war früher einmal ein lebendiges Zentrum, wo Handwerker und Händler ihre Geschäfte betrieben.Die Zeiten haben sich nicht nur dort geändert. Jetzt steht die Frage im Raum: Wie kann die Innenstadt von Marktbreit wieder ein Anziehungspunkt werden?
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Es war schon die zweite Bürgerversammlung in diesem Jahr. Ein deutliches Zeichen, dass es in Marktbreit viel zu besprechen gibt. Am Dienstagabend hatten sich deshalb auch viele Bürger in der Rathausdiele eingefunden.
Jürgen Federolf ist in die Innenstadt gezogen, weil er das reichhaltige Angebot attraktiv fand und weil er die Hoffnung hatte, dass das Innenstadtkonzept alles verbessern würde. Nach 20 Jahren kommt er zu dem Schluss: "Die Städtebauförderung befindet sich in der Altstadt im freien Fall."

Er befürchtete, dass sich die Leute in der Altstadt die Renovierung der alten Häuser gar nicht leisten könnten. Eine Aufenthaltsqualität hat die Altstadt für ihn nicht. Federolf wünscht sich deshalb eine Initialzündung durch die Stadt, um beispielsweise an einem maroden Haus zu demonstrieren, was man alles machen kann. Zudem stellte er einen Antrag: Die Blaue Zone in der Stadt soll eingeschränkt, Anwohnerparkzonen geschaffen werden.

Richard Scharnagel sprach das Parkplatzproblem an. Außerdem forderte er denselben Zuschuss für die Ansiedlung von Familien mit Kindern in der Altstadt wie in den Neubaugebieten. Er bemängelte zudem, dass immer mehr Baugebiete außerhalb erschlossen werden. Die Neubürger ziehen dorthin, während die Altstadt keine Lebensqualität mehr biete.

Ziel: Weiterentwicklung

41 Bürger waren der Einladung gefolgt, darunter elf Stadträte. Städteplaner DAG Schröder und seine Mitarbeiterin, die Diplomingenieurin für Stadtplanung Julia Trapp, präsentierten einen Zwischenbericht zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) für Marktbreit. Schröder erläuterte das Ziel des Förderprogramms: "Mit dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz sollen bau- und kulturhistorisch wertvolle Stadtkerne und -bereiche mit denkmalwerter Bausubstanz erhalten und zukunftsweisend weiter entwickelt werden."

Die Arbeitsschritte stehen in der Theorie fest: Bestandsaufnahme, Bestandsanalyse, Entwicklungsprognose, Leitbildentwicklung und Maßnahmenkonzept. "Die ersten drei Punkte wurden abgearbeitet, die letzten zwei Punkte sollen mit den Beiträgen der Bürger entwickelt - und spätestens zum Ende des Jahres in einem Konzept vorgestellt werden.

Marktbreit wird als ein Unterzentrum im Gegensatz zum Oberzentrum Würzburg geführt. Die Bevölkerungsentwicklung hatte bereits im Jahre 1840 einen Stand von 2700 Einwohnern und einen absoluten Höchststand in der Nachkriegszeit. Um das Jahr 1950 wies sie rund 4400 Einwohner aus, dann ging es bergab und pendelte sich bei 3700 ein. Wie in ganz Deutschland zu beobachten, ist auch in Marktbreit eine deutliche Überalterung sichtbar. 37 Prozent der Einwohner sind zwischen 40 und 65 Jahre alt, 24 Prozent über 65 Jahre.

Schröder führt eine Kartei mit 350 Gebäuden im Sanierungsgebiet der Altstadt. Insgesamt zählteer 143 Baudenkmäler, davon 15 in Gnodstadt. Die Marktstraße bezeichnet er als geschäftlich intaktesten. Schlimmer schaue es in der Bachgasse, der Schustergasse und der Ochsenfurterstraße aus.

23 komplette Leerstände

23 Gebäude stehen im Sanierungsgebiet komplett leer, 27 teilweise. Die größte Schwäche Marktbreits liegt für den Architekten in der hohen Zahl an Wohnungs- und Ladenleerständen in der Stadt. Dazu kommt der bauliche Zustand mancher Häuser.

Ein Bürger aus der Schützenstraße stellte fest, dass zwei Drittel der Marktbreiter doch gar nicht in der Altstadt wohnten, die würden in diesem Konzept gar nicht erfasst. Er fragte nach den Eckpunkten für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Der Städteplaner versprach, genau diese nach Auswertung der Bürgerversammlung zu ermitteln und diese Ende des Jahres in einem Konzept vorzustellen.






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