Die Willanzheimer Gemeinderäte haben sich in den Wäldern aller Ortsteile ein Bild von der Situation gemacht. Dabei zeigt sich, dass sich Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert und ihr Rat vor allem Sorgen um den Willanzheimer Güterwald machen.

Dort prallen die Interessen der Gemeinde und der Rechtler aufeinander. Dazu erschweren Verbissschäden die Waldbewirtschaftung. Deswegen riet Willanzheims Waldreferent Ernst Stöcker, tätig zu werden, bevor der Jagdvertrag verlängert oder neu geschlossen wird.

Der Güterwald wird als Mittelwald bewirtschaftet, bei dem das Oberholz der Gemeinde und das Unterholz den Holzrechtlern zusteht. Ernst Stöcker erläuterte das Konzept: Dabei gilt ein Zyklus von 23 Jahren Jahren, das heißt, ein Waldstück hat nach dem Holzeinschlag 23 Jahre Zeit, sich zu erholen.

Förster Dieter Rammensee von der Forstbetriebsgemeinschaft warnte davor, den Blick nur auf die Brennholzversorgung zu richten. Auch wenn es ein Wald für Rechtler sei, der der Wald sei ein besonders geschütztes FFH-Gebiet und mit dem sei verantwortungsvoll umzugehen.

Ein Blick auf die frisch durchforsteten Mittelwaldflächen zeigte, dass die Flächen im dem Gebiet Greutholz sehr licht sind. Das hat zwei Gründe: Erstens hatte es dort ein Eichensterben gegeben und zweitens ist die forstliche Arbeit vor langer Zeit nicht so gelaufen, wie sie sollte. Wie Rammensee aufzeigte, fehlen die Bäume im Alter zwischen 40 und 100 Jahren.

Die Gemeinde legt großes Augenmerk auf die Pflege des Waldes und das Nachziehen von gepflanzten Bäumchen oder von Naturverjüngung: Doch ohne Einzäunung haben die Pflänzchen kaum eine Chance. Wie Rammensee deutlich machte, sind die Verbissschäden enorm. Der Förster war sich mit Ernst Stöcker einig, dass die Jäger dazu bewegt werden müssen, dem Wildverbiss Einhalt zu gebieten. „Mit den Jägern muss gesprochen werden“, forderte auch Robert Krämer. Das geschehe seit Jahren, so Rammensee, ohne dass sich wirklich etwas getan hätte.

„Was hilft es, mehr Geld durch die Jagdpacht in der Kasse zu haben, wenn unser Wald nicht wächst“, fragte Ernst Stöcker. Er appellierte an alle Beteiligten, sich zusammenzusetzen und Lösungswege zu suchen. Wenn die Rechtler nur viel Brennholz im Sinn hätten und die Jäger sich in ihren Revieren nicht bewegen, dann nehme der Wald zunehmend Schaden. Die Nachhaltigkeit in der Waldbewirtschaftung werde nicht erreicht.