Kitzingen

Sonderausstellung: Von Menschen und anderen Narren

Erneut präsentiert das Deutsche Fastnachtmuseum in der Sparkassenfiliale in Kitzingen (Herrnstraße) eine Sonderausstellung.
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Oskar Köberlein, Daniela Sandner und Hans Driesel bei der Eröffnung der Sonderausstellung in der Sparkassenfiliale in Kitzingen. Im Hintergrund sind zwei tierische „Flecklasläufer“ zu sehen. Foto: Waltraud Hegweim

Erneut präsentiert das Deutsche Fastnachtmuseum in der Sparkassenfiliale in Kitzingen (Herrnstraße) eine Sonderausstellung. Gezeigt werden Lithografien und Drucke des Malers und Grafikers Andreas Paul Weber, dazwischen bunte „Flecklesläufer“ verschiedener deutscher Fastnachtslandschaften, teilen die Veranstalter mit.

Zur Eröffnung begrüßte Oskar Köberlein, als Vertreter der Sparkasse, die Gäste, darunter die Stadträte Hiltrud Stocker, Hartmut Stiller und Franz Böhm, den Vorstand der Kulturstiftung Fastnacht Fasching Karneval, Hans Waldmann, sowie Museumsleiterin Daniela Sandner und den künstlerischen Begleiter des Museums, Hans Driesel.

Sandner führte aus, dass Sonderausstellungen eine gute Möglichkeit seien, Kostbarkeiten aus dem reichhaltigen Fundus des Museums der Öffentlichkeit zu präsentieren. Schließlich befinde sich nur ein Bruchteil einer Museumssammlung in der dauerhaften Ausstellung, der Großteil des Bestandes „schlummere“ in den Depots. Im Fastnachtmuseum selbst ist kein einziges Werk Webers ausgestellt – Schade eigentlich, fanden Sandner und Driesel und konzipierten kurzerhand die kleine Ausstellung für die Sparkasse.

Hans Driesel skizzierte Leben und Werk von Andreas Paul Weber. Dieser zähle zu den bedeutendsten Grafikern des 20.Jahrhunderts. Sein Werk, thematisch breit gefächert, zeige den Menschen in all seinen Schattierungen, auch als ewigen, nicht lernfähigen Narren: Gelegentlich vermenschliche Weber das Tier und weise auf die Tiernatur des Menschen hin. Doch habe der Künstler die Welt nicht nur negativ gesehen, er mache deutlich, dass man über menschliche Schwächen auch verzeihend lächeln kann. 

Schwerpunkt der Ausstellung sind Webers Illustrationen von vier Fastnachtsspielen des Hans Sachs. Themen sind hier betrogene Betrüger, kuriose Rechtsprechung, törichte Leichtgläubigkeit und natürlich das Spannungsfeld der Geschlechter. Einige großformatige Lithografien zeigen den zwischen zwei Stühlen sitzenden Narren oder die berühmte Rückansicht von Narr und König, die, gedankenschwer einhergehend, sich die Frage stellen: „Wie sagen wir’s dem Volke“.

Die Ausstellung kann kostenfrei bis zum 11. Januar 2019 zu den Schalterstunden in der Galerie der Sparkasse im ersten Stock besucht werden.

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