Kitzingen

Soiree der Rotarier sammelt für Kinder

Gutes tun und gleichzeitig den eigenen Horizont erweitern: Das ist seit 20 Jahren das Motto des Kitzinger Rotary Clubs zum Jahresbeginn.
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Präsident Georg Lilly (links) bedankt sich bei Matthias Stickler für den Vortrag bei der Soiree der Kitzinger Rotarier. Foto: Robert Haaß

Gutes tun und gleichzeitig den eigenen Horizont erweitern: Das ist seit 20 Jahren das Motto des Kitzinger Rotary Clubs zum Jahresbeginn. Am Sonntagnachmittag stand bei der Traditionssoiree in der Alten Synagoge ein Vortrag über die Geschichte Frankens im Mittelpunkt - doch kam der gute Zweck dabei nicht zu kurz.

Und das machte Georg Lilly, Präsident des Kitzinger Clubs, schon zu Beginn deutlich: Gleich an zwei Organisationen geht der Erlös des Nachmittags. Dass sich Rotarier und Gäste gerne zu solchen Veranstaltungen versammeln, zeigte das gut besuchte Haus, die normale Bestuhlung reichte nicht aus, die Empore musste geöffnet werden.

Vernachlässigte Kinder, hier vor Ort und auf den Philippinen sind das Ziel der Gelder der Rotarier. Da ist einmal die "Rappelkiste" in Kitzingen, eine Einrichtung, die von ihrer Leiterin Sonja Huber vorgestellt wurde. In der Rappelkiste kümmern sich die Mitarbeiter um Kinder aus "deutschen Armutsverhältnissen", die oft nicht die gleichen Chancen haben, wie andere Kinder. Ein einst von Ehrenamtlichen gegründete Initiative, die heute ein pädagogisches Angebot bietet, das von Fachkräften der Aktionsgemeinschaft Sozialstation geführt wird und sich als festes Angebot der Stadt Kitzingen etabliert hat. Lernen, Spielen, Essen, Kreativität, Bewegung und Exkursionen werden dabei Kindern und Jugendlichen angeboten. Insgesamt sollen so die gesellschaftlichen Chancen für diese Kinder gesteigert werden.

An KTEP (Kressborn Toril Education Program) im philippinischen Toril geht ein weiterer Teil der Spenden. Seit 25 Jahren wird in der Kleinstadt Toril Menschen mit unterschiedlichen Projekten geholfen. Das ist das Bohren von Brunnen für die Trinkwasserversorgung genau so wichtig, wie Patenschaften für Schüler und der Betrieb von zwei Kindergärten. Unter anderem wird sich auch um eine ordentliche zahnmedizinische Versorgung gekümmert. Sowohl durch lokale Ärzte als auch durch Mediziner aus anderen Ländern, die dort einen Teil ihres Urlaubs einbringen. Ganz nah dran ist Präsident Lilly, der als Zahnarzt bereits zwei Mal dort im Einsatz war.

Die fränkische Heimat den Mitgliedern näher bringen, das haben sich die Kitzinger Rotarier für das Jahr 2019 auf die Fahnen geschrieben. "Ins Land der Franken fahren - Überlegungen zur historischen Verortung einer traditionsreichen Geschichtslandschaft" war denn auch der Vortrag von Matthias Stickler, Vorsitzender der Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte, überschrieben. Detailreich bot er dabei einen Blick in die Lange Geschichte der Franken, einem germanischen Stammesverband der in vorchristlicher Zeit im heutigen Nordrhein-Westfalen entstanden ist, m Kampf gegen das römische Reich.

Die Regierungsbezirke Frankens sind der östlichste Teil dieser Franken. Allerdings, so stellte der Historiker fest: Es gibt nicht den Franken, sonder die Franken. Prinzipiell eine künstliche Einrichtung bezogen auf die drei Bistümer Würzburg, Bamberg und Eichstätt, als Ergebnis bayerischer Politik, bei dem wichtige Symbole, etwa der Frankenrechen oder die Farben Rot-Weiss von München aus als "Nation-Building" initiiert wurden.



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