LESERFORUM

So darf man nicht mit den Bürgern umgehen

Zu unserem Artikel aus der Stadtratssitzung Prichsenstadt: „Kanalsanierung kostet 710 000 Euro“ – BI-Sprecher nehmen in der Stadtratssitzung vom eigenen Bürgerentscheid Abstand (vom 17. Januar 2015).
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Auch unter dem neuen Bürgermeister René Schlehr herrscht kein guter Ton in Prichsenstadt. Jüngst zu hören in der eigens in die TSV- Halle ausgelagerten Stadtratssitzung ob des brisanten Themas: Kanäle im Altort.

Seit Jahren schwelt der Konflikt über die Ausführung. Seit Jahren gewinnen beide Parteien – die Stadt vs. Bürgerinitiative – neue Erkenntnisse hinzu. Seit Jahren kämpft die Bürgerinitiative um die Anhörung ihrer Vorschläge in Form eines runden Tisches in ruhiger, emotionsloser Runde. Seit Jahren wird das verwehrt.

Im Gegenteil: das wurde in dieser von den Aggressionen der letzten Jahre geprägten Stadtratssitzung deutlich: Der Bürgermeister als Hausherr darf zusammen mit dem Ingenieurbüro Maier das Wort führen, er darf seine Argumente vortragen, er darf Spitzfindigkeiten austeilen, er darf Kritik an den Aktionen der Bürgerinitiative üben und er darf vermeintlich „kleine“ Verfehlungen – zugegeben perfekt – sofort kritisieren.

Er darf die Menschen, die um eine kostengünstige und sichere Variante kämpfen, öffentlich bloßstellen. Und der mündige Bürger, um dessen Geld es ja schließlich geht, darf nur Fragen stellen, wird als „kleiner Bub“ hingestellt und bekommt – was das Recht eines Bürgermeisters zu sein scheint – schlichtweg im schärfsten Bundeswehrjargon das Wort entzogen.

Ist das gelebte Demokratie? So kann – ganz bewusst wähle ich dieses Wort – und darf man nicht mit den Bürgern umgehen. Einen Umgangston, ein Miteinander und ein Füreinander stelle ich mir in diesem unserem Land anders vor.

Angelika Müller
97357 Prichsenstadt
 

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