SEGNITZ

Skepsis nun auch bei Segnitzer Räten

Eines machten Michael Fuchs und Falk Pillar vom Staatlichen Bauamt in der Gemeinderatssitzung am Montagabend in Segnitz deutlich: Der Geh- und Radweg nach Sulzfeld kommt nur dann, wenn die Räte auch dem Ausbau der Straße in einer Breite von 6,50 Metern zustimmen. Ob sie das tun, entscheidet sich in einer der nächsten Ratssitzungen.
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Soll bleiben: Am liebsten wäre es den Sulzfeldern, wenn die Staatstraße nach Segnitz so bleibt, wie sie jetzt ist. FOTO Weiskopf

Eines machten Michael Fuchs und Falk Pillar vom Staatlichen Bauamt in der Gemeinderatssitzung am Montagabend in Segnitz deutlich: Der Geh- und Radweg nach Sulzfeld kommt nur dann, wenn die Räte auch dem Ausbau der Straße in einer Breite von 6,50 Metern zustimmen. Ob sie das tun, entscheidet sich in einer der nächsten Ratssitzungen.

Schon seit 1984, so Bürgermeister Rudolf Löhr in einer einleitenden Stellungnahme, hat sich das Ratsgremium immer wieder mit dem Bau eines Geh- und Radwegs nach Sulzfeld auseinandergesetzt. Das Vorgängerratsgremium hatte der Planung bereits zugestimmt, da es aber nun etliche neue Räte gibt, sollte das Projekt nochmals vorgestellt und diskutiert werden.

„Wir sind schon sehr weit und könnten in den nächsten Jahren mit dem Bau beginnen“, sagte der stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamts, Michael Fuchs. Die gut 3,5 Kilometer lange Strecke zwischen Segnitz und Sulzfeld steht aus zwei Gründen auf einer Dringlichkeitsliste weit oben: Zum einen fehlt auf Segnitzer Gemarkung der Geh- und Radweg, zum anderen führt die Straße auf Sulzfelder Gebiet durch eine Trinkwasserschutzzone. Wenn ein Ausbau erfolgt, dann nach den Richtlinien für Staatsstraßen, also mit einem Regelausbau von 6,50 Metern.

Eine weitere Voraussetzung ist die Zustimmung der beteiligten Gemeinden. Von Segnitz gab es bislang grünes Licht, Sulzfeld hatte den Ausbau in der vorgelegten Form abgelehnt.

Um für Fußgänger und Radfahrer Sicherheit zu schaffen, hat das Amt nun den Straßenbau in zwei Abschnitte aufgeteilt: Rund 1,25 Kilometer auf Segnitzer Gemarkung bis kurz hinter der Einmündung zum bestehenden Radweg nach Sulzfeld werden vorgezogen, der Rest später gebaut. Die Trasse der gesamten Stecke, so die Planung, beschränkt sich auf den bisherigen Straßenverlauf, wobei die kleineren Kurven abgeflacht werden und der große Bogen entlang der Weinberge bestehen bleibt. Derzeit wird die Straße von rund 1600 Fahrzeugen am Tag genutzt, die Prognose für die ausgebaute Straße beträgt 1900 Fahrzeuge bis zum Jahr 2030, was immer noch deutlich unter dem Durchschnitt bayerischer Staatsstraßen liegt.

Technisch sehr aufwändig ist dabei ein etwa 400 Meter langes Teilstück, bei dem der Hang und der Main sehr nah beieinander liegen. Durch bewehrte Erde, also Kunststoff-Fasergewebe im Boden und einer Gabionenwand zum Main hin, kann der Eingriff in den Hang minimiert und zum Main hin gänzlich vermieden werden. Zudem liegen die Kosten für die 400 Meter Engstelle mit rund 1,1 Millionen Euro, die bei anderen Lösungen bis zu 4,6 Millionen Euro betragen könnten, in vertretbarem Rahmen.

Von Seiten einiger Räte schlug den Vertretern des Amts große Skepsis über die Straßenbreite entgegen: 6,50 Meter sind zu breit, besser wären nur 5,50 Meter, wie es die Sulzfelder wünschen. Die Verkehrsprognose wurde angezweifelt, Norbert Bischoff vermutete gar eine lang geplante Strategie, um den Verkehr aus Kitzingen in Richtung Marktbreit über Segnitz abzuleiten. Für Fuchs nicht nachvollziehbare Argumente: Zum einen seien die 6,50 Meter an der Untergrenze der Richtlinien für Staatsstraßen und mit den weiteren Ämtern abgesprochen. Vor allem für die Wasserwirtschaft sei die Breite wichtig, um im Begegnungsverkehr in der Schutzzone Unfälle zu verhindern. Er machte auch deutlich: Bei einer Ablehnung durch den Segnitzer Rat würde das Projekt auf die lange Bank geschoben. Rudolf Löhr dazu: „Wenn das Projekt jetzt scheitert, dann erlebe ich den Geh- und Radweg nicht mehr.“

Nach rund anderthalb Stunden Information und Diskussion kündigte Löhr eine weitere Abstimmung in einer der nächsten Sitzungen an.

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