Marktbreit

Sitztreppe statt Stützmauer

Was prägt das Mainufer in Marktbreit vom Breitbach bis zum Bootshafen entlang der Kulisse der Altstadt? Parkende Fahrzeuge. Das soll sich ändern.
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Die Stützmauer wird bei der Mainufersanierung in Marktbreit entfernt und könnte zu einer Sitztreppe als neuer Zugang von der Stadt zum Main umgestaltet werden. Foto: Robert Haass

Was prägt das Mainufer in Marktbreit vom Breitbach bis zum Bootshafen entlang der Kulisse der Altstadt? Parkende Fahrzeuge. Ein Zugang von der Stadt hin zum Fluss ohne auf Blech zu starren ist nicht möglich. Jetzt eröffnet ein glücklicher Umstand eine neue Perspektive, die Planer Stefan Schlicht in der Stadtratssitzung am Montagabend vorstellte.

Die Neugestaltung des Mainufers in Marktbreit ist weitgehend abgeschlossen. Vor Jahren schon der Bereich vom Breitbach bis zum Kranen, vor kurzem der Bereich von den Tankstellen bis zur Brücke nach Segnitz. Was nun noch fehlt, ist die Sanierung des Areals der ehemaligen DBV-Tankstelle bis hinunter an die Schiffsanlegestelle. Und die hat es in sich, denn der Untergrund ist nicht frei von Altlasten, sogar die ehemaligen Tanks lagern noch dort. Jetzt liegt eine neues Konzept vor, diese zu bergen: Anstelle von oben soll die Stützmauer Richtung Main bis auf ein Stück hin zur Aral-Tankstelle abgebrochen und die Tanks dort herausgezogen werden – was auch kostengünstiger ist.

Der Abbruch der Mauer ließ den Planer nachdenken und zu einer interessanten Lösung kommen. Auf den gut 40 Metern, die nun frei werden, könnte ein neuer Zugang zum Main geschaffen werden: Mit einer Treppe an der Bushaltestelle und anschließend einer vierstufigen Sitztreppe, die zum Verweilen einlädt und einen ganz neue Zugang zum Fluss erlaubt. Der Nachteil allerdings: Dazu müsste auf zwölf Parkplätze verzichtet werden, denn die Sicht auf den Main sollte frei bleiben.

Und das wiederum gefiel nicht allen Räten. Martina Michel hielte den Verzicht auf Stellplätze gar für eine schlechte Lösung und Gerd Friedlein wies auf verschiedene Veranstaltungen in der Stadt hin, für die das Gelände und auch die Parkplätze dort benötigt würden. „Toll“ fand dagegen Maria Luise Thein die Idee, den Main erleben zu können. „Wir brauchen auch mal eine Fläche, wo nichts drauf steht“, sagte Werner Hund und Christiane Berneth meinte: „Wir verlieren eine Chance, wenn wir das wieder zuparken.“

Einen Kompromiss schlug schließlich Bürgermeister Erich Hegwein vor, der sich ebenfalls von der Idee begeistert zeigte: Zum einen sollten die Sitzstufen gebaut und der Platz zum Main hin so gestaltet werden, dass er zu bestimmten Zeiten nicht nur als Freifläche genutzt werden kann. Der demnächst befestigte Parkplatz hinter der Pizzeria könnte zudem als Pendlerparkplatz ausgewiesen werden, was nicht nur Zuschüsse brächte, sondern auch Fahrzeuge vom Parkplatz am Kranen dorthin ziehen würde. Was allerdings nur mit Parkregeln funktioniert, wie  Herbert Biebelriether sagte.

Mit 10:3 Stimmen beauftragten die Räte in einer Grundsatzentscheidung schließlich den Planer, tiefer in eine Umplanung mit Sitztreppe einzusteigen.

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