Sie wird nur alle paar Jahre vergeben, und wer sie bekommt, hat sich große Verdienste um das Chorwesen gemacht: die Walther-von-der-Vogelweide-Medaille des Sängerkreises Würzburg (SKW) mit den Sängergruppen Karlstadt, Kitzingen, Würzburg-Land und Würzburg Stadt. Heuer kommen fünf neue Medaillen-Träger hinzu. Beim festlichen Ehrenabend im Ovalsaal der Würzburger Residenz erhielten die engagierten Chorsänger ihre Auszeichnung aus den Händen des Vorsitzenden des Sängerkreises Würzburg, Alois Henn, und des Kreischorleiters, Manfred Goldkuhle.

Henn und Goldkuhle waren es auch, die 1982 die Idee hatten, verdiente Persönlichkeiten mit einer nach dem berühmten Minnesänger Walther von der Vogelweide benannten Medaille auszuzeichnen. Der mittelalterliche Dichter soll – davon sind zumindest die Unterfranken überzeugt – im Würzburger Lusamgärtchen seine letzte Ruhestätte gefunden haben.

Nach den Worten Henns ist der Sängerkreis Würzburg mit seinen 110 Chören und 4600 aktiven Sängerinnen und Sängern immer noch gut aufgestellt. Auch komme es vor, dass manchmal Vorstandsmitglieder mehrere Ämter übernähmen, weil sich niemand anders bereit erklärt.

Vor diesem Hintergrund sei der Einsatz der Ehrenamtlichen umso höher einzuschätzen. Henn brach eine Lanze für das Ehrenamt und für den Gemeinsinn. Dies tat auch der Vizepräsident des Fränkischen Sängerbunds, Peter Märkel, in seinem Grußwort: Durch Musik sich nur berieseln zu lassen, sei zu einfach und zu bequem. „Singen ist wie ein Lebenselixier und hält uns gesund“, so Märkel.

Musikalisch wurde den gut 120 Besuchern, die zum Ehrenabend des Sängerkreises gekommen waren, Stimmungsvolles und Amüsantes geboten. Der Männergesangverein 1863 e.V. Giebelstadt unter dem jungen Chorleiter Theodor Spannagel trug Frühlings- und Liebeslieder vor. Der Frauenchor „Main.Klang“ aus Ochsenfurt sang unter Gudrun Schneider schmissige moderne Nummern. Spritzige Instrumentalmusik mit einigen komödiantischen Einlagen lieferte das Streichquartett „Chilli Spontane“ mit Stefanie Zwurtschek, Eva Kuhn, Simon Hochburger und Susanne Röll.

Die Laudatio der neuen Medaillenträger nahm Kreischorleiter Goldkuhle vor. Geehrt wurde Professor Friedhelm Brusniak aus Eisingen (Lkr. Würzburg). Hermann Müller aus Albertshofen (Lkr. Kitzingen) ist seit 44 Jahren Chorleiter des Sängervereins Albertshofen und erhielt unter anderem hierfür die Walther-von-der-Vogelweide-Medaille. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Winfried Worschech aus dem Markt Großlangheim (Lkr. Kitzingen), der seit 37 Jahren den Gesangverein Großlangheim leitet und seit 1991 bei den „FrankoBarden“ mitwirkt.

Gerhard Breidenbach aus dem Karlstadter Ortsteil Mühlbach (Lkr. Main-Spessart) leitet seit 33 Jahren den Sängerkranz 1924 Mühlbach. Reinhold Röper aus dem Karlstadter Ortsteil Laudenbach (Lkr. Main-Spessart) erhielt die Ehrung für 25 Jahre im Vorstand. Unter anderem war er von 1985 bis 2005 Vorsitzender.

Damit die Geehrten – neben Medaille und Urkunde – die Auszeichnung auch nach außen tragen können, gab es heuer erstmals eine Reversnadel. Diese erhielten außer den fünf neu Ausgezeichneten auch die Geehrten der vergangen Jahre: Chorleiter Peter Günther, Bundeschorleiter Karlheinz Malzer, Altoberbürgermeister Jürgen Weber, Kreischorleiter Manfred Goldkuhle, die Kreisvorstandsmitglieder Peter Bauer und Kurt Lamparter, „FrankoBarden“-Chef Karlheinz Wolbert, die Gruppenvorsitzenden Kurt Jörg und Herbert Grimm, Diözesanmusikdirektor Gregor Frede, Pressewart Hans Michel, Kreisschatzmeisterin Liz Wrschka, Schriftführerin Ruth Lehritter, Weihbischof emeritus Helmut Bauer, die Chorleiter Hubert Engert und Elmar Herrmann, Vorsitzender Josef Staub und Chorleiter Johannes Windmeisser.