Wiesentheid

Siegel verlängert: Wiesentheid bleibt weiter fair

Wiesentheid war die erste "Fairtrade Gemeinde" im Landkreis. Nun wurde ihr dieses Siegel zum zweiten Mal verlängert. Dazu musste sie bestimmte Kriterien erfüllen.
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Wiesentheid bleibt Fair Trade Gemeinde. Das Team des dortigen Weltladens freute sich über die Verlängerung der Auszeichnung. Foto: Andreas Stöckinger
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Der Markt Wiesentheid darf sich weiter als "Fairtrade Gemeinde" bezeichnen. Die im Jahr 2015 erstmals an die Kommune verliehene Auszeichnung wurde nun zum zweiten Mal verlängert, weil die Kriterien für das Siegel nach wie vor erfüllt werden. Bei einer kleinen Feierstunde bedankte sich die Hauptinitiatorin, Helma Schug, beim Team vom Weltladen, der das Ganze durch den Verkauf von fair gehandelten Produkten vorantreibt.

Dem Dank schloss sich Bürgermeister Werner Knaier an, der betonte, dass seine Gemeinde stolz sei, das Siegel weiterhin zu tragen. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass Wiesentheid 2015 die erste Gemeinde im Landkreis Kitzingen war, welche die Kriterien erfüllte und die Auszeichnung erhielt. Für den Ort sei der Weltladen der Impulsgeber gewesen. Knaier hob Gemeinderätin Helma Schug hervor, die sich in der Sache enorm engagiere.

Der Weltladen hat 25 Helfer

Derzeit helfen rund 25 Aktive beim Weltladen mit. Das tun sie gerne, wie einige während der Feierstunde bekundeten. So hatte Anna Mebs sogar eine Rose als Geschenk mitgebracht. Die Gemeinde möge diese an geeigneter Stelle pflanzen, wünschte sie sich.

Beim Wiesentheider Weltladen gehört Schug zu den Gründern. Sie ist gleichzeitig Vorsitzende der Steuerungsgruppe, die die Aktivitäten zum fairen Handel vor Ort koordiniert und die Verbindung zu Gruppen, Vereinen und dem Einzelhandel hält.

Das ist notwendig, denn zum Erreichen der Auszeichnung sind fünf Kriterien erforderlich. Diese erläuterte Helma Schug. Um zu starten, muss sich die Gemeinde per Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels aussprechen. Bei Sitzungen des Rates sowie im Bürgermeisterbüro wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt. In öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Vereinen oder Kirchengemeinden, sollen Produkte aus fairem Handel verwendet werden. Dazu ist jährlich eine Aktion zum fairen Handel auszurichten.

Bei Veranstaltungen gibt's faire Produkte

Außerdem müssen je nach Einwohnerzahl Geschäfte und Gastronomie mindestens zwei Produkte aus dem fairen Handel anbieten. Für Wiesentheid sind es zwei Geschäfte und ein Gastrobetrieb. Auch bei Konzerten und Veranstaltungen werden die Produkte angeboten. Zudem sind faire Produkte im Markt zu kaufen.

Wert gelegt wird außerdem auf mediale Werbung. In Printmedien oder in Online-Artikeln muss die Gruppe über ihre Tätigkeiten berichten. All das erfüllen die Wiesentheider nach wie vor, so dass die Auszeichnung verlängert wurde.

Es gebe aber noch Luft nach oben, wie Helma Schug betonte. Gerade in der örtlichen Gastronomie würde sie sich wünschen, dass noch mehr Produkte Eingang finden.

Fairtrade: Was bedeutet das?
Laut Defintion bezeichnet Fairtrade "Waren, die aus fairem Handel stammen und bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden." Weiter heißt es: "Das Fairtrade-Siegel steht für fair angebaute und gehandelte Produkte, bei denen alle Zutaten zu einhundert Prozent unter Fairtrade-Bedingungen gehandelt und physisch rückverfolgbar sind".
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