Kitzingen

Siedlungsschule in Kitzingen brannte – aber nur auf dem Papier

Rund 80 Feuerwehrkräfte aus dem Stadtgebiet Kitzingen übten auf dem Areal der Grundschule und Mittelschule Siedlung. Nach der Erweiterung ist die Situation dort ganz neu.
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Die Freiwillige Feuerwehr Kitzingen rettete vom Dach der Schulturnhalle zwei Bauarbeiter. Foto: Hartmut Hess
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Da staunten einige Bürger der Kitzinger Siedlung am Samstagnachmittag über ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten und Fahrzeugen, das am Areal Grundschule und Mittelschule der Siedlung anrückte. "Ist das ein Brandeinsatz, was ist passiert?", fragte ein besorgter Bürger den Reporter dieser Redaktion – und radelte erleichtert von dannen, als er erfuhr, dass es nur eine Großübung war.

Das Szenario sah vor, dass es bei Installationsarbeiten im Heizungsraum der Grundschule zu einer Verpuffung mit den Folgen eines Brandes und starker Rauchentwicklung kam. Unter der Regie des Kommandanten-Stellvertreters der Kitzinger Hauptwehr, Andreas Wintzheimer, bekämpften die Kitzinger Floriansjünger in Zusammenarbeit mit der Sickershäuser Wehr den Brand.

Rektorin verfolgte die Übung

Die Rektorin der Grundschule, Heike Schneller-Schneider, verfolgte neben einigen Bürgern die Übung und scherzte: "Da bin ich ja beruhigt, da sie meine Schule retten". Kurz danach kam es durch einen technischen Defekt zu einem Brand in der Mensa der Schule, weshalb mehrere Hortkinder aus dem Obergeschoss zu retten waren. Während die Repperndorfer Kräfte die Brandbekämpfung übernahmen, schoben die Hohenfelder ihre Rettungsleiter mit Muskelkraft in den Schulhof und brachte die Hortkinder aus dem Obergeschoss in Sicherheit.

Dem nicht genug, sah das Übungsprogramm für die sechs Wehren mit rund 80 Einsatzkräften noch einen weiteren Einsatzpunkt an der Turnhallen-Baustelle vor. Denn auf dem Turnhallendach hätten zwei Bauarbeiter gesundheitliche Probleme bekommen und sich nicht mehr selbst in Sicherheit bringen können. Deswegen rückten die Kitzinger Feuerwehrretter mit ihren großen Drehleiter an und erledigten die Anforderungen wie auch der Sicherung einer undichten Acetylenflasche mit Unterstützung der Hoheimer Wehr und der Fehrer-Werksfeuerwehr.

Gebäudekomplex ist optimal zum Üben

Oberbürgermeister Siegfried Müller stufte den Gebäudekomplex der Siedlungsschulen als optimales Übungsobjekt an. Denn erstens konnten die Rettungskräfte frische Ortskenntnisse gewinnen und zweitens bietet das Areal nach der Sanierung und Erweiterung jetzt völlig neue Optionen. Denn jetzt konnten die Einsatzkräfte direkt in den Pausenhof anrücken und alle Einzelgebäude gut erreichen. "Ich habe heute auch einige jüngere im Einsatz gesehen und hoffe, dass noch mehr Kinder und Jugendliche den Weg zu den Freiwilligen Feuerwehren finden", sagte Siegfried Müller. Auch die städtische Feuerwehrreferentin Gertrud Schwab machte sich mit weiteren Stadtratsmitgliedern und Kreisbarandrat Roland Eckert ein Bild vom Geschehen im Schul-Areal.

Der Kitzinger Kommandant Matthias Gernert erklärte, dass die Manöverkritik positiv ausgefallen war. "Die Kräfte haben ihre Sache überlegt, ruhig und unfallfrei hinbekommen", meinte der Feuerwehrchef. Alle Abschnitte seien gut abgearbeitet und die Übungsziele erreicht worden.

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