LANDKREIS KITZINGEN

Sieben Gärten an sieben Orten

Der Blick in Nachbars Garten – er kann sich lohnen. Das beweist der „Tag der offenen Gartentür“ am letzten Sonntag im Juni - da gibt es viele kleine Geheimnisse zu entdecken.
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Familie Siegmund, Marktsteft: Bei aller Üppigkeit wirkt der Garten ruhig.
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Der Blick in Nachbars Garten – er kann sich lohnen. Das beweist der „Tag der offenen Gartentür“ am letzten Sonntag im Juni. Heuer – am 28. Juni – können von 10 bis 17 Uhr sieben Gärten in sieben Orten besucht werden. Sieben kleine Paradiese, die sonst der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Offizieller Startschuss mit viel Prominenz ist um 13 Uhr auf dem ehemaligen Gartenschaugelände. Wer sich Appetit holen will: Ein Vorab-Streifzug zusammen mit Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege Mechthild Engert:

Andreas und Birgit Rapp, Zur Stettenburg 9, Obervolkach: Weite Teile des Gartens sind mit Stauden bepflanzt. Vielfältige Gartenräume gehen ineinander über und sind über Wege oder Treppen verbunden. Jeder Gartenbereich ist von Sitz- oder Ruheplätzen gekennzeichnet, von einem schlichten Platz für Lagerfeuer, über eine Terrasse, eine Rosenpergola bis zu einem kleinen Amphitheater. Ebenso setzen Skulpturen Akzente und leiten den Blick.

Werner W. Siebert, Am Hädler 5, Mainstockheim: Werner W. Siebert hat seinen Garten im Maintal in Mainstockheim in über 20 Jahren zu einem üppigen Paradies geformt. Bei der Wahl der Pflanzen achtet Siebert auch auf die Duft-Wirkung. Auch kleine Skulpturen sind in seiner Werkstatt entstanden. Am erstaunlichsten sind aber seine selbst gestalteten und geschmiedeten filigranen Gartenmöbel, sie wirken leicht und sind doch ganz dauerhaft. Pflanzen, Möbel und Skulpturen sind ein Gesamtkunstwerk.

KuM Hortas – Integrative Gärten, ehemaliges Gartenschaugelände, Etwashausen: 2011 besuchten 300 000 Besucher die Kleine Landesgartenschau am Mainufer in Etwashausen. Seit 2013 wachsen hier die internationalen Gärten „KuM Hortas", initiiert vom Integrationsbeirat der Stadt Kitzingen. Hortas steht für Garten und KuM steht für Kitzingen und Migration, oder fränkisch „KuM“, für komm mit, mach mit! In diesem Jahr werden 26 Parzellen von Menschen aus 16 Nationen mit Gemüse, Beeren und Kräutern bebaut.
 

Michaela Dworschak, Köglergasse 1, Wiesentheid: Ein geheimer Garten, versteckt hinter hohen Gebäuden und Mauern. Seit 2011 saniert Michaela Dworschak das Anwesen im Zentrum von Wiesentheid. Eine Scheune musste abgebrochen werden. Ihre Materialien – Steine, Türen und auch Fenster – wurden in anderen Zusammenhängen wieder verwendet. Dachziegel zu Windlichter. Durch das Beschränken auf wenige, gebrauchte Materialien und Farben entsteht ein Zimmer im Freien.

Thomas Siegmund, St. Stephan Straße 17, Marktsteft: Der Garten liegt an einem Hang im Maintal, südlich des Altortes von Marktsteft. Nach über 20 Jahren ist ein reifer Garten entstanden, mit ausgewachsenen Sträuchern und immer größer werdenden Bäumen. Der Garten zeigt dabei seine Entwicklung, wie die Jahresringe eines Baumes. Der eigentliche Garten liegt ein Stockwerk tiefer als der Vorgarten. Bei aller Üppigkeit wirkt der Garten ruhig, er passt zum Ort und zur Landschaft.
 

Silke Seebeck, Hüttenheim 92, Willanzheim-Hüttenheim: Das 2000 Quadratmeter große Gartengrundstück liegt idyllisch am Ortsrand von Hüttenheim. Die meisten Bäume wuchsen hier bereits, als das Ehepaar Seebeck vor 23 Jahren das kleine Gehöft erwarb und begann, die Scheunen und Ställe als Töpferei umzubauen. Endpunkt des Gartens ist ein Gemüse- und Blumengarten. Die Seebecks gärtnern ganz im Einklang mit der Natur. Die eigenen Bienenvölker sorgen für eine gute Ernte. Zum Lohn summt, brummt und singt es überall.
 

Ulrike Münzer, Rödelseer Straße 10, Mainbernheim: Der Garten liegt am Rand des Markgrafenstädtchens Mainbernheim. Ein fast sich selbst überlassenes Feldgehölz grenzt den Garten ab und gibt den bunten Blüten einen ruhigen Rahmen. Im Garten verschränken sich drei Ebenen, der Hang ist mit Trockenmauern terrassiert. Ulrike Münzer hat als Mitgründerin und langjährige Leiterin der Mainbernheimer „Naturkids" mit Kindern und Jugendlichen immer wieder kleine Kunstwerke geschaffen. Ein Nutzgarten und einige Bienenvölker machen das Paradies komplett.

Weitere Infos: www.kitzingen.de/gartenkultur

 

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