Sie sprechen kaum Deutsch, kommen aus mehr als einem Dutzend Nationen dieser Welt und tun sich schwer in der Schule. Nicht etwa weil sie dümmer wären, als ihre hier geborenen Mitschüler, sondern weil ihnen oft ihre Eltern keine Unterstützung sind und weil ihnen meist auch soziale Bindungen fehlen. Die Rede ist von ausländischen Schülern der D.-Paul-Eber-Schule in Kitzingen. Rund 30 von ihnen werden derzeit regelmäßig von ehrenamtlichen Lern- und Lesepaten betreut, die sich auch um manch ganz persönliche Probleme der ihnen anvertrauten Schützlinge kümmern.

Erfahrungen werden ausgetauscht

Seit fünf Jahren gibt es das Projekt an der Schule, das inzwischen an zahlreichen Schulen im Landkreis zur Normalität geworden ist, berichtete am Dienstag die Schulleiterin Birgit Säger. Sie hatte gemeinsam mit dem Schulsozialarbeiter Alexander Krebs zum inzwischen traditionellen Jahresabschlusstreffen eingeladen. Eine Gelegenheit, um Erfahrungen auszutauschen und Verbesserungsvorschläge zu machen, aber auch um den Paten mit einem kleinen Präsent danke zu sagen.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass jemand in seiner Freizeit so etwas tut und sich um Kinder kümmert, die Hilfe nötig haben. Sie sind ein Gewinn für unsere Schüler“, sagte Säger. Diejenigen, die sich teilweise seit Beginn des Projektes um jeweils ein bis vier Kinder kümmern sind: Ernst Hennen, Karin Heerlein, Siegfried Heerlein, Dieter Wagner, Franz Heinz Krauß, Erna Maria Weigand, Christa Ley, Peter Schweser, Erwin Hoffman, Christel Batz, Hanna Stoppel und Elisabeth Kellermann, Christine Jenike und Eva Küntzer. Regelmäßig, Woche für Woche, treffen sie sich mit ihren persönlichen Schützlingen. Meist direkt nach dem Schulunterricht, um mit ihnen das Lesen, das Verstehen von Texten, Deutsch, Mathe oder auch Englisch zu lernen. Manchmal, so berichtete beispielsweise Peter Schweser, reparieren sie schon mal auf eigene Kosten ein Fahrrad. Andere kochen gemeinsam mit den Kindern und sogar bei der Suche nach einer Lehrstelle haben manche Paten schon geholfen.

Betreut werden die Schulpaten dabei von Schulsozialarbeiter Alexander Krebs. Ausgewählt werden die Schüler von der Schule. Eines ist allen Lesepaten gemein: Sie haben an ihrer Arbeit allesamt eine riesige Freude, vor allem dann, wenn man sie, nachdem sich die Wege getrennt haben, erfahren, dass die ehemaligen Schützlinge erfolgreich einen Berufsweg eingeschlagen haben. Dass es bei der Arbeit mit Jugendlichen auch Probleme gibt, daraus machen die Paten kein Geheimnis. Viele der Kinder, vor allem die Jüngeren, kommen gerne und sind lern- und wissbegierig. Allerdings gibt es auch immer wieder welche, die plötzlich nicht mehr kommen, unpünktlich sind oder die Lehrstunden nur unregelmäßig wahrnehmen. Dann wird ein ernstes Wort fällig und meist hilft das auch. Dass den Paten ihre Arbeit Freude macht, zeigte sich daran, dass sich alle schon auf das kommende Schuljahr freuen, in dem die meisten von ihnen wieder ganz andere Kinder aus anderen Ländern unter ihre Fittiche nehmen werden.