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Windkraft

Sie machen Wind gegen die Windkraft

Was bringen die Unterschriften gegen die Windmühlen?
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35 Unterschriften gegen die Windkraft- anlagen sind in Effeldorf gesammelt worden.
35 Unterschriften gegen die Windkraft- anlagen sind in Effeldorf gesammelt worden.
Um die Errichtung und den Betrieb von sechs Windenergieanlagen mit einer Höhe von je 199 Metern ging es am Donnerstagabend bei der Haupt- und Bauausschusssitzung der Stadt Dettelbach. "Auch wir hier im Bauausschuss stehen, wie der Stadtrat, dem Vorhaben kritisch gegenüber", sagte Bürgermeisterin Christine Konrad. "Wir können aber nur eine Stellungnahme an das Landratsamt abgeben."

Stadtrat Karl Heins Erk erinnerte an die Empörung und den Widerstand der meisten Effeldörfer. "Ich wurde in den letzten Tagen immer wieder auf dieses Thema angesprochen", meinte er. Im Allgemeinen hätten die Effeldorfer Bürger nichts gegen die Windkraft und gegen erneuerbare Energien. Die aktuellen Pläne vor der eigenen Haustür wollten sie aber nicht hinnehmen. Ihre Befürchtung: Wenn sechs Windräder realisiert werden, wird das Dorf quasi ringsum eingezäunt. "Es kann einfach nicht sein, dass jetzt plötzlich sechs Räder mit eine Höhe von 199 Metern kommen sollen. Das lässt sich die Bevölkerung von Effeldorf bestimmt nicht bieten", erklärte Erk zum Abschluss seiner Ausführungen.

Die Forderung nach Forderungen

Bevor der Ortssprecher von Effeldorf, Norbert Schneider, eine Unterschriftenliste an die Bürgermeisterin von Dettelbach, Christine Konrad (FW), übergab, ging er in seiner Stellungnahme darauf ein, wie wichtig das Thema Windräder den Effeldorfern ist. Seit nunmehr fünf Jahren würden Firmen versuchen, die Genehmigung für die größten Windräder in dieser Region zu bekommen. Bei der Vorstellung der Firma in der letzten Stadtratssitzung sei nur die Rede von Lärmbelästigung und Schattenwurf gewesen, aber keine Rede von einer bedrängenden Wirkung und Infraschall (Frequenz unterhalb von 16 HZ). "Was zählt eigentlich unsere Landschaft? Was zählt das Vogelschutzgebiet, das bis an den Ortsrand von Effeldorf reicht?", wollte Schneider wissen. "Wenn solche Anlagen nicht abgelehnt werden können, sollten in der Stellungnahme der Stadt Dettelbach Forderungen gestellt werden."

Der Abstand zur Wohnbebauung müsste beispielsweise auf 1500 Meter erweitert werden. Außerdem sollte die Gesamthöhe der Windräder je 160 Meter nicht überschreiten und naturschutzrechtliche Belange sollten berücksichtigt werden.

Rund um Effeldorf ist ein Windkraftgebiet ausgewiesen. "Das müssen wir akzeptieren", erinnerte die Bürgermeisterin in der anschließenden Diskussion. "Wir können in unsere Stellungnahme aufnehmen, dass die Windanlage Nummer vier in die Grenze mit rein muss und dass 160 Meter Höhe reichen soll, mehr können wir einfach nicht tun", sagte Konrad.

Stadtrat Herbert Holzapfel wies darauf hin, dass es auch in Effeldorf einige Bürger gibt, die mit den Firmen Vorverträge abgeschlossen haben. "Es gibt auch in Effeldorf, wie überall, Bürger, die das große Geld verdienen wollen." Die würden es sich nicht nehmen lassen, auf ihren Äckern so eine Windanlage bauen zu lassen.
"Um eine Höhenbegrenzung der Windräder durchzusetzen, bräuchten wir einen Bebauungsplan", erinnerte die Bürgermeisterin. "Den haben wir aber nicht." Dennoch wolle sie versuchen, den Punkt beim Landratsamt vorzubringen.




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