Sickershausen

Sickershäuser Feuerwehr feiert 140-jähriges Bestehen

Die Feuerwehr Sickershausen feierte am Wochenende ihr 140-jähriges Bestehen. Vorsitzender Mario Köhler und Kommandant Philipp Heigl ehrten langjährige Vereinsmitglieder. Das älteste Mitglied ist Walter Kehrer, der für 70 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. "Wir hatten damals noch alte Fräck, die uns der Schneider anpasste", erinnerte sich der 89-Jährige an die Ausstattung der Dorffeuerwehr. Schutzkleidung habe es nicht gegeben und privates Schuhwerk musste zum Ausrücken im Ernstfall reichen.
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Vorsitzender Mario Köhler und Kommandant Philipp Heigl ehrten Walter Kehrer, Annette Keller und Ehrenkommandant Rainer Endres für ihre Treue zum Feuerwehrverein. Foto: Gerhard Bauer

Die Feuerwehr Sickershausen feierte am Wochenende ihr 140-jähriges Bestehen. Vorsitzender Mario Köhler und Kommandant Philipp Heigl ehrten langjährige Vereinsmitglieder. Das älteste Mitglied ist Walter Kehrer, der für 70 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. "Wir hatten damals noch alte Fräck, die uns der Schneider anpasste", erinnerte sich der 89-Jährige an die Ausstattung der Dorffeuerwehr. Schutzkleidung habe es nicht gegeben und privates Schuhwerk musste zum Ausrücken im Ernstfall reichen.

Gründungsunterlagen unvollständig 

Für  50 Jahre Mitgliedschaft wurde Ehrenkommandant Rainer Endres geehrt. Er war zunächst als  zweiter Kommandant aktiv, danach übernahm er 22 Jahre lang das Amt des ersten Kommandants und unterstützte zeitgleich den Verein als zweiter Vorsitzender. In seine Amtszeit fiel der Neubau des Feuerwehrhauses. Annette Keller gehört dem Verein seit 25 Jahren an. Nach dem Wegzug  schied sie aus der aktiven Wehr aus, blieb aber Mitglied. Auch Matthias Uhl wurde für 25-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt. Er schied 2007 aus der aktiven Wehr aus.

In einem Rückblick auf die vergangenen 140 Jahre Vereinsgeschichte bedauerte Köhler, dass über die Gründung der Sickerhäuser Wehr keine Unterlagen erhalten seien. Selbst Protokolle seien unvollständig gewesen oder nur nach und nach aufgetaucht. Dem Protokoll vom 12.7.1919 sei jedoch zu entnehmen, dass die Feuerwehr eine Gedenktafel für vier gefallene Kameraden initiiert hatte, sie hängt noch heute im Treppenhaus. Von 1939 bis 1949 habe es keine Protokolle gegeben, sagte der Vereinsvorsitzende. Die Einführung einer Feuerschutzabgabe Ende der 40er Jahre erwies sich als Ansporn zur Feuerwehr zu gehen. 

Als bemerkenswert wertete Köhler, dass es in 140 Jahren nur zwei verheerende Brände gab: 1915 und 1930. Aus neuerer Zeit sei das Hochwasser von 1971 mit Überschwemmung etlicher Keller bemerkenswert gewesen und im Jahr 2002 seien vier Kameraden aus Sickerhausen zur Unterstützung der Hochwasserabwehr der Elbe in Dessau aktiv gewesen.

Sickerhäuser Wehr immer professioneller 

Seit der Eingemeindung 1975 ist die Feuerwehr Sickerhausen Stadtteilwehr und erhielt daher ein Löschgruppenfahrzeug aus Kitzingen. Damals sei das Feuerwehrhaus noch im Friedhofsweg gewesen. Der damalige Oberbürgermeister Rudolf Schardt habe den Neubau voran getrieben.  Kommandant Heigl unterstrich, dass die Feuerwehr in 140 Jahren erfahrener geworden sei und zuletzt Hohlstrahlrohre, LED-Handlampen, Wärmebildkamera und eine komplett neue Ausstattung des eingestellten Katastrophenschutzfahrzeuges beschafft habe. 

Landrätin  Tamara Bischof lobte Engagement und Treue der langjährigen Mitglieder. Sie unterstrich den Wert der Feuerwehren für die Gesellschaft. Auch Oberbürgermeister Siegfried Müller hob hervor, dass die Mitglieder der Feuerwehr 140 Jahre lang für Sicherheit in Sickershausen gesorgt hätten. Deshalb sei für ihn unverständlich, dass sich Rettungskräfte heute oft beschimpfen lassen müssten.

Patenwehr Mainbernheim  und viele andere

Auch Kreisbrandrat Roland Eckert forderte mehr Respekt für Feuerwehrleute im Einsatz. Als die Wehr 1879 gegründet wurde, habe es noch keine Ortsbeleuchtung, keine Elektrizität und asphaltierte Straßen gegeben, dafür aber  Petroleumlampen mit hoher Brandgefahr, erinnerte Udo Marstaller für die Sickershäuser Vereine. Weitere Gäste waren Ortssprecherin Anni Schlötter, Stadtbrandinspektor Matthias Gernert, von der Patenwehr Mainbernheim, Mitglieder der Feuerwehren aus Hoheim und Hohenfeld und Mitglied des Aufsichtsrates Helmut Dürr von der Raiffeisenbank Kitzinger Land. 

Mit einer Überraschung wartete Jürgen Popp von der Freundschaftswehr Göttelhöf (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) auf, als er die vor fast 40 Jahren eher zufällig entstandene freundschaftliche Beziehung mit regelmäßigen gegenseitigen Besuchen als neue Patenschaft besiegelte. Aus dem Kreis der Mitglieder gab es großen Dank für den Vorsitzenden Köhler. Als Geschenk erhielten er und seine Familie einen Tag in einem Fun-Park als Ausgleich für die vielen vorbereitenden Stunden zum Jubiläum.

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