Kitzingen

Sickergrundhalle wird saniert: zweieinhalb Jahre Umbauzeit

Die größte Dreifachsporthalle Kitzingens wird von Grund auf erneuert und modernisiert. Das geht ins Geld und hat Auswirkungen für den Schul- und Vereinssport.
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Die Dreifachsporthalle im Kitzinger Sickergrund wird von Grund auf saniert. So sieht der Gestaltungsvorschlag mit dem neuen Foyer aus. Foto: Architekten Roth und Partner

Die Sanierung der Kitzinger Dreifachsporthalle im Sickergrund fällt teurer aus als erwartet: Statt 13,3 wird sie wohl 15,6 Millionen Euro kosten. Das ergab eine Fortschreibung der ersten Kostenschätzung , nachdem der Baugrund untersucht wurde. Damit die Anbauten nicht auf wackligen Füßen stehen, muss er auf Mikropfähle gegründet werden. Das veranlasste Stimmen im Kitzinger Stadtrat von einem Sumpf im Sichergrund zu reden.

Architekt René Müller vom Büro Roth und Partner, Kitzingen, stellte dem Stadtrat den Entwurf für die erneuerte Sickerhalle vor. Große Eingriffe wird es in die Sanitärbereiche der 34 Jahre alten Halle geben. Deshalb kommt der Sportbetrieb während der Sanierung nicht ohne Container für Duschen, WCs und Umkleiden aus.

566 Plätze auf der Tribüne

Die Sporthalle selbst wird 566 Tribünenplätze erhalten. Zugleich könnten sich maximal rund 130 Personen in der Halle selbst aufhalten, hat das Büro Roth und Partner überschlagen. Somit ändert sich nichts am aktuellen Stand. Um Platz zu gewinnen, wird die gesamte Technik ausgelagert und in einen neuen Anbau verfrachtet. Der Umwelt zuliebe kommen Photovoltaik und Solarthermie aufs Dach.

Müller umriss folgende Ziele: Die Halle bekommt eine moderne Architektur, nicht zuletzt durch das neue Foyer, was der größten Sporthalle Kitzingens angemessen sei. Auf dem Parkplatz, der künftig besser ausgeleuchtet wird, haben 140 Autos Platz; dazu kommen Abstellflächen für Räder, für die in weiterer Zukunft E-Bike-Ladestationen nachgerüstet werden könnten. Die Müllcontainer verschwinden. Der Außenbereich soll überdies durch "robuste Oberflächen" gekennzeichnet sein, wie Müller sagte. 

Die Halle selbst wird nach neuesten Vorschriften, zum Beispiel für Barrierefreiheit und Brandschutz, ertüchtigt. Holzverkleidungen an den Wänden dienen sowohl als Prallschutz als auch für eine verbesserte Akustik. Schul- und Vereinssport finden in der Halle ebenso statt wie Angebote der Ganztagsbetreuung von Kindern. Deshalb sind flexible Sportgeräte vorgesehen und eine Boulderwand. Konditionsraum und Kraftsportbereich, ergänzt durch neue Geräte, sind ebenso eingeplant.

50 Prozent weniger Energieverbrauch

Beim Energiekonzept setzen die Planer auf rund 50 Prozent Einsparung im Vergleich zu heute. Das wollen sie erreichen durch eine Dämmung des Gebäudes, den Einsatz von Sonnenenergie, Wärmerückgewinnungsanlagen, Wärmepumpen und selbstverständlich LED-Beleuchtung. Müller hat ausgerechnet, dass die Einsparung über zehn Jahre etwa 215 000 Euro betragen könnte.

Der Zeitplan sieht vor, nach Abschluss der umfangreichen Planungen in der dritten Sommerferien-Woche 2020 zu beginnen. Im ersten Quartal 2023 könnte die sanierte und umgebaute Halle dann wiedereröffnet werden. Müller schlug vor, altes Inventar in einer Auktion zu versteigern.

"Eine tolle, schicke, neue Halle" sieht Manfred Marstaller (UsW), Sportreferent des Rats, auf Kitzingen zukommen. Brigitte Endres-Paul (SPD) frage nach der Finanzierung der Mehrkosten. Kämmerin Monika Erdel erkläre, dass es dafür keinen weiteren Zuschuss gebe. Daher werde die Stadt die 2,3 Millionen Euro als Kredit aufnehmen. Architekt Müller hofft allerdings auf KfW-Kredite mit Zuschussanteilen. 

Hartmann stimmt als einziger dagegen

Kritischer sah es Uwe Hartmann (Bayernpartei): "Für 15,3 Millionen Euro könnte man auch neu bauen." Er befand, dass in Kitzingen immer wieder Kosten aus dem Ruder liefen. OB Siegfried Müller (UsW) hielt dagegen, dass es sich bislang nur um Schätzungen gehandelt habe. Nun lege die erste Berechnung vor. 

Auch Andrea Schmidts (Grüne) Frage, ob es nicht noch Einsparpotenzial gebe, wiegelte Müller ab. Der Rat habe die Sanierung in diesem Umfang beschlossen; Kinder und Sportvereine hätten sie nötig. Am Ende stimmte nur Hartmann gegen die Sanierung in der vorgesehenen Form und inklusive der Mehrkosten.

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