KALTENSONDHEIM

Seit 300 Jahren eine Kirche für beide Konfessionen

Zwei Konfessionen, eine Kirche – nach diesem Motto nutzen die katholischen und evangelischen Christen in Kaltensondheim ihre Pfarrkirche St. Andreas, und das seit 300 Jahren: 1712 wurde das Gotteshaus errichtet.
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Die Simultanpfarrkirche St. Andreas in Kaltensondheim wird 300 Jahre alt. Foto: Foto: Robert Haass

Zwei Konfessionen, eine Kirche – nach diesem Motto nutzen die katholischen und evangelischen Christen in Kaltensondheim ihre Pfarrkirche St. Andreas, und das seit 300 Jahren: 1712 wurde das Gotteshaus errichtet.

Aus Anlass des Jubiläums findet am Sonntag, 28. Oktober, um 14 Uhr ein festlicher ökumenischer Gottesdienst statt, den Regionalbischof Christian Schmidt, Generalvikar Karl Hillenbrand, Pfarrer Franz Schmitt und Pfarrer Thilo Koch gestalteten. Die musikalische Umrahmung übernehmen Florian Metzger an der Orgel, der Posaunenchor Fröhstockheim sowie der Singkreis aus Erlach. Anschließend sind alle Gottesdienstbesucher zum Empfang im Feuerwehrhaus eingeladen.

1712 wurde auf den Resten der baufälligen alten Kirche ein Neubau errichtet. Das neue Gotteshaus wurde als Simultankirche gebaut, da zu dieser Zeit gleich viele katholische und protestantische Christen in Kaltensondheim lebten. Über die Umstände des Kirchenbaues berichtet Chronist Alfons Pfrenzinger in seiner 1932 erschienenen „Ortsgeschichte von Kaltensondheim“. In einem Amtsbericht von 1701 heißt es demnach, in der Vorgängerkirche sei „nicht mehr mit der erforderlichen Ehrerbietigkeit darin Gottesdienst zu halten, vielmehr drohte sie, plötzlich einzufallen“. 1702 wurde das Gebäude wegen Einsturzgefahr gesperrt, die folgenden zehn Jahre fand der Gottesdienst in Erlach statt.

Genauso lange brauchte man für die Entscheidung, ob das baufällige Haus nun renoviert oder ob ein Neubau erfolgen solle. Schließlich war es der Nürnberger Baumeister Gottlieb Trost, der die entscheidende Einschätzung lieferte. Die Kirche werde beim Versuch einer Sanierung „unversehens zusammenfallen und die darin hängenden zwei schönen Glocken, Uhrwerk und andere brauchbare Materialien dabei ruinieren“.

Nun musste die Gemeinde, wie Pfrenzinger schreibt, „in den sauren Apfel beißen“. 1711 wurde die Kirche abgerissen und das Fundament für den Neubau gelegt, der am 20. Dezember 1712 fertig wurde – wenngleich nicht ganz. Zunächst stand über Jahre nur das Kirchenschiff, der Turm wurde erst 1731 angefügt.

Die Steine für den Neubau stammten aus einem Steinbruch im Besitz der Gemeinde, Ziegel und Kalk kamen aus der Sulzfelder Ziegelhütte. Die Finanzierung des Baues war lange Zeit ungeklärt, schließlich wurden neben „freiwilligen“ Beiträgen der Dorfherrschaft auch einige Gemeindeäcker verkauft, um die Gesamtkosten von 652 Gulden aufzubringen. Wie Pfrenzinger berichtet, wurde ein erster Gottesdienst im neuen Haus wohl erst 1713 abgehalten.

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