KITZINGEN

Seigner führt weiter Kitzinger Tafel

Manfred Seigner, langjähriger Vorsitzender der Kitzinger Tafel, macht weiter. Trotzdem überschatteten manche Unstimmigkeiten die Mitgliederversammlung der Kitzinger Tafel.
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Es geht weiter: Manfred Seigner, Horst Zimmermann, Helene Schamann, Carola Stetting, Aloisia Ihrig-Braune und Arno Ewert stehen an der Spitze der Kitzinger Tafel. Foto: Foto: Gerhard Krämer

Manfred Seigner, langjähriger Vorsitzender der Kitzinger Tafel, macht weiter. Das war bei der Mitgliederversammlung im März anders verstanden worden und hatte im Nachhinein für Unstimmigkeiten gesorgt. Auch bei der Versammlung am Freitag waren solche zu spüren, was wohl dazu führte, dass Seigner von den 38 Mitgliedern nur 27 Ja-Stimmen erhielt.

Seigner hatte aus gesundheitlichen Gründen die Versammlung im März nicht besuchen können und sich deswegen entschuldigt. So stand es auch im Protokoll der Mitgliederversammlung, das auf Antrag der früheren Kassiererin Ursula Kainer, die im Nachklang zur März-Versammlung am 20. April ihr Amt niedergelegt hatte, verlesen wurde.

Nun hatte Sitzungsleiter Arno Ewert damals auch verlesen oder gesagt, dass Seigner aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sei, den Vorstand zu übernehmen. Dies wurde von mehreren Tafelmitgliedern bestätigt, so stand es auch in dieser Zeitung. Kainer hatte diesen Satz aber im Protokoll vermisst.

Der Vorsitzende erklärte, sich aus gesundheitlichen Gründen für die Mitgliederversammlung entschuldigt zu haben. Mehr habe er nicht geschrieben. Nur in Gesprächen habe er gesagt, dass, falls an diesem Tag Neuwahlen stattfinden sollten, er nicht zur Verfügung stehen könne, weil er nicht habe wissen können, wie er die Krankheit überstehe.

„Wir sollten keinen Krieg gegen eine Person führen.“
Manfred Seigner Vorsitzender der Tafel

Nun wurde damals die Wahl ausgesetzt und auf die jetzige Mitgliederversammlung verschoben. Ein halbes Jahr später sah sich Seigner wieder in der Lage, das Amt des Vorsitzenden weiterzuführen. Er beklagte, dass in dieser Zeit „kübelweise Dreck“ über ihn ausgeschüttet worden sei. Auch sei er als „Lügner“ dargestellt worden.

Kainer hatte zudem kritisiert, dass im Protokoll fälschlich von einer einstimmigen Entlastung die Rede gewesen sei, die Versammlungsleitung damals von den Mitgliedern hätte beschlossen werden müssen und der Versammlungsleiter nicht gleichzeitig Protokollführer hätte sein dürfen.

Dazu räumte Seigner ein, dass bei der Entlastung auch die Enthaltungen hätten protokolliert werden sollen. Zu den anderen formellen Dingen regte er an, hier künftig in der Versammlung „Stopp“ zu rufen. „Wir sollten keinen Krieg gegen eine Person führen“, bat Seigner und mahnte: „Das fällt auf die Tafel zurück.“

Tafelmitglied und Stadtrat Jens Pauluhn versuchte es mit Diplomatie und schlug vor, die Anmerkungen von Ursula Kainer als Anhang an das von Ewert verfasste Protokoll anzuhängen und zu genehmigen. 28 Mitglieder stimmten dafür, vier dagegen, der Rest enthielt sich.

Da die Tafel ab dem 20. April ohne Kassier dastand, erstreckte sich der Kassenbericht nur von Januar bis April. Diesen trug Kainer vor und wurde einstimmig entlastet. Bei der Entlastung des gesamten Vorstands gab es drei Enthaltungen.

Bei den Wahlen stand für jeden Posten nur eine Person zur Verfügung. Matthias Schönig hätte nur dann für den Vorsitz kandidiert, wenn Seigner seinen Rückzug verkündet hätte. Die Mitglieder bestätigten Seigner im Amt. Stellvertreterin ist Aloisia Ihrig-Braune (31 Stimmen). Schriftführer bleibt Arno Ewert (29).

Bis sich ein Kassier findet, bleiben die Kassengeschäfte einem Steuerbüro in Dettelbach übertragen. Beisitzer sind Helene Schamann, Carola Stetting und Horst Zimmermann. Ersatzmann ist Karl Sennert. Rechnungsprüfer bleiben Manfred Huttner und Wingolf Poch.

In seinem Tätigkeitsbericht informierte der Vorsitzende über den geplanten Kauf eines neuen Kühlautos für 33 000 Euro, wobei 20 000 Euro vom Lionsclub und von der Stiftung Life (München) kämen. Weiter sei der Vorstand auf der Suche nach einem neuen Ladenstandort. Seigner forderte dazu auf, kritische Äußerungen in Versammlungen kundzutun und nicht hintenherum zu verbreiten.

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