„Das ist ein Haushalt, der sich sehen lassen kann“, sagte am Mittwoch der scheidende Bürgermeister von Markt Einersheim, Bruno Gamm. Es war die letzte Sitzung des amtierenden Gremiums vor dem Amtswechsel im Mai und Gamm hinterließ seinem Nachfolger Herbert Volkamer ein komfortables finanzielles Startpaket.

Anfang April waren die letzten 6400 Euro eines Kredites getilgt worden und Markt Einersheim steht ohne Schulden da. Gemeinden vergleichbarer Größe haben in Bayern im Schnitt eine Pro-Kopf-Verschuldung von 690 Euro.

Doch nicht nur das. Dank einer umsichtigen Finanzpolitik in den vergangenen Jahren und sprudelnder Steuereinnahmen, konnte die Gemeinde auch Rücklagen bilden. 120 100 Euro sollen sich Ende des Jahres auf der hohen Kante befinden. Im Jahr 2015 soll dieser Betrag auf 471 000 Euro ansteigen und 2017 die Millionengrenze überschreiten. Eine weitere gute Nachricht für die Bürger: Sowohl die Grund- als auch die Gewerbesteuern bleiben unverändert und liegen weiterhin rund fünf Prozent unter Landesdurchschnitt.

Noch Mitte vergangenen Jahres sah es nicht so rosig für die Gemeindefinanzen aus. Ein drastischer Einnahmeeinbruch bei der Gewerbesteuer hatte sich angekündigt, fiel aber dann doch nicht so hoch wie befürchtet aus. Für das Haushaltsjahr 2014 kalkulierte die Kämmerei deswegen vorsichtig und schrieb 270 000 Euro (Vorjahr 300 000 Euro) in den Haushaltsansatz. Ausgeglichen wird dies durch einen Anstieg bei der Einkommensteuerbeteiligung von 515 000 Euro auf 555 000 Euro. Für Gamm ein Zeichen der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Ein dickes Plus in die Kasse bringt 2014 eine ungewöhnlich hohe Schlüsselzuweisung des Freistaates, in Höhe von 154 000 Euro (Vorjahr 28 400 Euro).

Insgesamt rechnet die Gemeinde in diesem Jahr mit Steuereinnahmen in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Zieht man davon die Kreisumlage (376 000 Euro), die Umlagen für die Verwaltungsgemeinschaft, die Schulverbände und den Personalkostenzuschuss für den Kindergarten ab, bleiben 397 000 Euro in der Kasse. Das sind laut Gamm 175 000 Euro mehr als 2013.

Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat am Mittwoch den Gesamthaushalt mit einer Höhe von 2,47 Millionen Euro. Der Ansatz des Verwaltungshaushalts liegt bei 1,83 Millionen, der des Vermögenshaushaltes bei 660 100 Euro. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 6,2 Prozent.

Die größte Investition im Jahr 2014 sind 206 000 Euro für die Neugestaltung des Marktplatzes. 70 000 Euro sind noch für den Neubau der Aussegnungshalle zu zahlen und mit 50 000 Euro ist die Ausstattung des Gemeinschaftshauses veranschlagt. Insgesamt will die Gemeinde im Haushaltsjahr 2014 563700 Euro in größere und kleinere Projekte investieren. Dennoch liegt die geplante Zuführung zu den Rücklagen mit 90 000 Euro weit über der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestrücklage von 15 969 Euro, freute sich Gamm.