Prichsenstadt
Neubau

Schul-Baustelle sorgt für Diskussionen

Wegen Verzögerungen bei den Abbrucharbeiten hinkt der Bau von Schule und Kindertagesstätte in Prichsenstadt drei Wochen hinter dem Zeitplan her. Und auch angebliche Missstände bei der Unterbringung ausländischer Arbeiter sorgen bei den Stadträten für Sorgenfalten.
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Die Fundamente sind eingebracht und die ersten Mauern beim Neubau von Grundschule und Kita in Prichsenstadt stehen schon. Allerdings hinken die Arbeiten dem Zeitplan hinterher. Foto: Worschech
Die Fundamente sind eingebracht und die ersten Mauern beim Neubau von Grundschule und Kita in Prichsenstadt stehen schon. Allerdings hinken die Arbeiten dem Zeitplan hinterher. Foto: Worschech
Die Verzögerungen bei den Abbrucharbeiten der alten Schule bleiben nicht ohne Folgen: Für den Bau von Grundschule und Kindertagesstätte in Prichsenstadt wurde jetzt ein neuer Zeitplan erstellt. Darüber informierte 2. Bürgermeister Alfons Saugel in der Sitzung des Stadtrats am Donnerstagabend, die er in Vertretung von Bürgermeister Adolf Falkenstein leitete.

Wie Saugel sagte, sei man aufgrund der Verzögerungen beim Abbruch nun bei den Rohbauarbeiten um rund drei Wochen hintendran. Aus diesem Grunde sollten die vertraglich vereinbarten Termine angepasst werden. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die bayerische Staatsregierung die Förderrichtlinien änderte und es dadurch keine Kürzung der Förderung gebe. "Bei den Baukosten ist keine Erhöhung zu erwarten.
Ende Mai 2014 dürfte der Bau fertig sein." Kämmerer Thomas Mayer wies darauf hin, dass ein neuer Bauzeitplan vereinbart wurde, "damit die Stadt nicht Kosten ersetzen muss".

"Kathastrophale" Zustände?

Wolfgang Brosche gab die Aussagen eines Bürgers wider, der ihm von "katastrophalen Zuständen für die Arbeiter der ausländischen Subunternehmer" erzählt habe. Mayer bestätigte, dass ausländische Arbeitnehmer eingesetzt seien. "Ich habe sofort Kontakt mit der Firma aufgenommen, als ich von den Verhältnissen bei der Unterbringung der Arbeiter hörte."

Saugel sagte, dass er am Donnerstag vor Ort gewesen sei und sich der Bauleiter zufrieden mit dem Fortgang der Arbeiten gezeigt habe. "Ich bin fast jeden zweiten Tag vor Ort und habe bis jetzt einen herumsitzenden Arbeiter gesehen, falls das einer war, ansonsten wurde an allen Ecken und Enden gearbeitet. Es geht normal vorwärts", erklärte Herwig Hinney (FBG). Das Planungsbüro Heid sollte zu den Vorwürfen Stellung nehmen, "die haben die Bauleitung", regte Helmut Happel (STOL) an. Lothar Ebert (STOL) sah die Angelegenheit als "bundesdeutsches Problem und als Resultat des Auftragssystems, dass der günstigste Anbieter den Auftrag bekommt". Wenn es aber Hinweise auf Missstände gebe, "sollten wir ihnen nachgehen".

Michael Glos jun. (CSU) erinnerte daran, dass er vorgeschlagen habe, eine Person zu suchen, "die als Stadtbaumeister fungiert". Harald Eger (CSU) sorgte für die heitere Note bei diesem Thema, als er fragte, ob auch die Schilder "Betreten der Baustelle verboten" angebracht wurden: "Ich möchte nicht einen Stadtrat verlieren." Die Antwort Hinneys: "Ich werde mich nicht in Gefahr begeben". Hans-Dieter Kern (SPD) hatte so seine Zweifel, "ob die Bauleitung nicht doch überfordert ist".

Harald Rückert beantragte, eine Konventionalstrafe auszusprechen, "falls der Zeitplan wieder nicht eingehalten wird". Über diesen Antrag wurde allerdings nicht abgestimmt. Bei zwei Gegenstimmen wurde der Beschlussvorschlag von Alfons Saugel angenommen, dass der Stadtrat Kenntnis vom geänderten Bauzeitplan hat und dem Terminplan in der geänderten Form zustimmt.

Einig war man sich darin, dass ein Vertreter des Planungsbüros Heid zur nächsten Stadtratssitzung eingeladen wird.

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