Kitzingen

Schützengesellschaft plant Standortwechsel

Die Ehrung langjähriger Mitglieder, die Neuwahlen der Stellvertreter im Schützenmeisteramt sowie ein möglicher Standortwechsel standen im Mittelpunkt der Generalversammlung der königlich-privilegierten Schützengesellschaft von 1408 in Kitzingen.
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Verantwortungsträger und Geehrte: (von links) zweiter Schatzmeister Thomas Zehnder, Heinz Schwarzbach, zweiter Sportleiter Alexander Hausenstein, Ehrenmitglied Berndhard Stöckl, zweiter Schützenmeister Joachim Czulczio und erster Schhützenmeister Thomas Stöckl. Foto: Gerhard Bauer

Die Ehrung langjähriger Mitglieder, die Neuwahlen der Stellvertreter im Schützenmeisteramt sowie ein möglicher Standortwechsel standen im Mittelpunkt der Generalversammlung der königlich-privilegierten Schützengesellschaft von 1408 in Kitzingen.

Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgte die Versammlung die Ausführungen von Joachim Czulciuo und Thomas Zehnder zur Zukunft des Standortes. Sie präsentierten ein Konzept, das eine kostenintensive Sanierung sowie Grundstücksverkäufe berücksichtigte.

Die marode Luftgewehrhalle bereitet Sorgen. Für die Gesellschaft ergebe sich die Möglichkeit eines Teilverkaufs des Areals ebenso wie ein vollständiger Verkauf der etwa 16 000 Quadratmeter großen Gesamtfläche. Die Stadt habe bereits Interesse signalisiert. Die Gesellschaft suche noch nach einem Investor. Nur so sei der Verein optimal auf die Zukunft einzustellen, erklärte das Duo. Wichtig sei, dass bei einem Neubau in einem Gewerbegebiet den ständig steigenden Anforderungen nach Sicherheit und Lärmschutz leichter entsprochen werden könne. Zudem würden laufende kostspielige Investitionen in den bisherigen Standort am Steigweg vermieden.

Die Stadt würde eine Wohnbebauung begrüßen, eine Gewerbeansiedlung wegen der hohen Grundstücks- und Wohnqualität hingegen rundweg ablehnen.  Eine außerordentliche Mitgliederversammlung solle über die dann vorliegenden Möglichkeiten entscheiden.

Nach überschlägiger Kostenberechnung könnten aus dem Verkaufserlös der Grundstücksneuerwerb sowie ein Neubau mit der Ausstattung nach den neuesten Ansprüchen und Vorschriften bestritten werden. Mit Zuschüssen des BSSB sei Kostendeckung zu erwarten. Beide Referenten sprachen von einer elementaren Weichenstellung und großem Schritt nach 610 Jahren Geschichte, sahen aber ansonsten den Bestand der Schützengesellschaft gefährdet. Entsprechende Ausstattung des Neubaus mache die Gesellschaft für neue Mitglieder interessanter.

Dem Antrag der Referenten, zur weiteren Planung mit Architekten Finanzmittel zu genehmigen, wurde laut Pressemitteilung einstimmig entsprochen.

Gauschützenmeister Siegfried Weinig und erster Schützenmeister Thomas Stöckl ehrten namens des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB) und des Deutschen Schützenbundes (DSB) Herbert Heinz für 60 Jahre, Gerhard Degan und Heinz Schwarzbach für 50 Jahre sowie Utz-Martin Klein für 40 Jahre.

Unter der Leitung von Heinz Schwarzbach wurden die Stellvertreter neu gewählt. Neuer zweiter Schützenmeister wurde Joachim Czulczio. Er folgt Bernhard Stöckl nach, der nicht mehr kandidierte. Nach einem Jahr Vakanz wurde Alexander Hauenstein neuer zweiter Sportleiter. Als zweiter Schatzmeister und zuständig für die Stiftungsverwaltung wurde Thomas Zehnder im Amt bestätigt. In den Ausschuss wurden Uwe Schäf, Rudolf Huscher, Helmut Schneider und Rigobert Müller berufen.

Als neuer Vize beantragte Czulcio bei der Versammlung, den bisherigen zweiten Schützenmeister Bernhard Stöckl zum Ehrenmitglied zu ernennen. Stöckl trat der Gesellschaft 1972 bei, saß acht Jahre im Ausschuss und verantwortete die Geschicke als zweiter Schützenmeister zwölf Jahre lang. Die Ernennung erfolgte einstimmig.

Thomas Stöckl bezifferte die Mitgliederzahl mit aktuell 122 und erinnerte, dass sich der neue zweite Schützenmeister Joachim Czulczio 2018 als Schützenkönig in die Annalen eintragen konnte. Jugendmajestät wurde Gabriel Stöckl, die Schülerkönigswürde holte sich Felicitas Stöckl.

Der Schützenmeister hob weiter hervor, dass sich die Mannschaft Pistole beim Gauschießen in Volkach den Gaupokal sichern konnte, die Jugendmannschaft in der Schützenklasse-Mannschaftswertung den fünften Platz belegte und Norbert Schwarz im Einzel den ersten Rang belegte.

Sportleiter Mirko Schäfer gab Einzelheiten der sportlichen Ergebnisse bekannt und überreichte Urkunden. Dank großer Teilnehmerzahl war die Gesellschaft bei den Gaumeisterschaften mit drei dritten, vier zweiten und elf ersten Plätzen erfolgreich. Derzeit seien vier Mannschaften an den Rundenwettkämpfen beteiligt.

Die Gesellschaft kümmert sich verstärkt auch um ihre Großkaliberschützen. Sie trat daher dem Bund Deutscher Schützen (BDS) bei und gründete eine eigene Abteilung. Wie Alexander Hauenstein dazu ausführte, seien für die Großkaliberschützen damit einige sportliche Disziplinen möglich, die im Verein bereits geschossen werden. Nun aber könnten diese Schützen mit geänderten Herausforderungen - anders als beim im Verein geübten Präzisionsschießen - an Wettkämpfen teilnehmen.

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