Kitzingen
Handwerk

Schreinergesellen freigesprochen

In ihrer Ausbildungszeit haben die jungen Handwerker die Basis für eine erfolgreiche berufliche Zukunft gelegt.
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Ohne Teamwork geht es nicht: Handwerker arbeiten Hand in Hand. Foto: privat
Ohne Teamwork geht es nicht: Handwerker arbeiten Hand in Hand. Foto: privat
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Eine Garderobe mussten sie bauen, vor wenigen Wochen, im praktischen Teil ihrer Gesellenprüfung. Die Theorie lag zu diesem Zeitpunkt schon hinter ihnen. Gestern folgte nun der dritte und entscheidende Teil für die 15 Auszubildenden zum Schreiner: Sie wurden freigesprochen und bekamen ihre Gesellenbriefe überreicht.

"Der Festakt der Frei- und Lossprechung von den Pflichten eines Auszubildenden geht nahtlos über in die raue Wirklichkeit des Berufes", wandte sich Obermeister Frank Ackermann gestern in der Berufsschule Kitzingen an die Auszubildenden und Gäste, darunter die Fränkische Weinkönigin Marion Wunderlich, deren Schwester Helen selbst zur Freisprechung anstand.

Viele Nachbarinnungen beneideten die Schüler um den Projektunterricht an der Berufsschule in Kitzingen mit der hochwertigen Ausstattung.

Hier könnten die Schüler den Wert des Mathematikunterrichts unmittelbar im Schreinerhandwerk erleben.
Als Gesellenarbeiten seien gelungene Stücke entstanden, obwohl mit 80 Stunden eine nur eng limitierte Zeit zur Verfügung war. Ackermann räumte ein, dass der Schreinerberuf zwar keine Modeberuf sei, zweifellos aber modern. In keinem anderen Beruf werde mit einer solchen Vielzahl an Materialien zwischen Holz und Metall, Kunststoff, Farben und Lacken gearbeitet.

"Nur wer Chancen nutzt, bekommt weitere hinzu", unterstrich Ackermann. Damit könne der Beruf über die Möglichkeiten der Weiterbildung und der Spezialisierung glücklich machen, zumal in den letzten Jahren enge Zukunftsgrenzen aufgebrochen wurden und über den Meisterbrief auch ein FH-Studium begonnen werden könne.

Stellvertretender Landrat Wilhelm Sturm bezeichnete das Handwerk als eine Wirtschaftsmacht, die in der Region Unterfranken als neuem Mittelpunkt Europas gute Berufsaussichten biete. Rund 1300 Handwerksbetriebe im Landkreis beschäftigten mehr als 5000 Mitarbeiter und 540 Auszubildende. Dabei zeichneten sich die Schreinerbetriebe mit einer besonders hohen Quote an eigentümergeführten Betrieben aus.

Hochachtung des Vizepräsidenten

"Wenn man sieht, was man nach drei Jahren Ausbildung schaffen kann, dann löst das Bewunderung und Hochachtung aus", lobte Walter Heußlein als Vizepräsident der Handwerkskammer für Unterfranken die Arbeiten, bei denen jeder stolz auf das Geleistete sein könne. Er beklagte allerdings, dass immer nur über die Erfolge und Misserfolge großer Unternehmen berichtet werde, weniger aber über das Handwerk. Er brach gleichzeitig eine Lanze für die Selbstständigkeit als positiven Umgang mit Freiheit und Verantwortung.

"Zum Glück gibt es Schreiner, die Lebensräume gestalten, für die Kunden sogar Lebensträume", betonte Kreishandwerksmeister Michael Bissert begeistert davon, was man aus einem gefällten Baum alles herstellen könne. Mit ihren Abschlussarbeiten sah er für alle Absolventen gute Chancen eine gute Arbeitsstelle zu finden.
Oberstudiendirektor Frank Delißen bescheinigte den Absolventen, handwerklich anspruchsvolle Stücke geschaffen zu haben. Er bescheinigte dem Landkreis, mit der Ausstattung der Schreinerwerkstatt eine der modernsten in Bayern angeschafft zu haben. Der Landkreis investierte dafür mehr als 500 000 Euro.
Sechs der Absolventen unterzogen sich ausbildungsbegleitend freiwillig der weitergehenden Ausbildung zur CNC-Fachkraft, sie erhielten ihre Zertifikate.

Die Absolventen: Sebastian Bregel, Wiesentheid; Fabio Cagnazzo, Würzburg; Daniel Geitz, Feuerbach ; Florian
Ittner, Markt Einersheim; René Lang, Iphofen; Angelina Lutz, Gaibach; Stefan Markert, Buchbrunn; Benjamin Pabst, Giebelstadt; Jan Pasdzior,
Astheim; Katharina Paul, Mainbernheim; Manuel Schimmer, Gaukönigshofen; Kevin Schömig, Reupelsdorf; Tobias Weiß, Martinsheim; Michael Wirth, Kitzingen; Helen Wunderlich, Tauberrettersheim.

Beste Gesellenprüfungen:
1. Manuel Schimmer, Gaukönigshofen; 2. Helen Wunderlich, Tauberrettersheim;
3. Stefan Markert, Buchbrunn.

Auszeichnung Wettbewerb "Gute Form": 1. Kevin Schömig, Reupelsdorf; 2. Florian
Ittner, Markt Einersheim;
3. Angelina Lutz, Gaibach.
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