CASTELL

Schöppeln über den Dächern Castells

Über den Dächern von Castell, auf dem Gelände der ehemaligen Kegelbahn, will die Gemeinde eine Art Heckenwirtschaft errichten. Der Ort möchte damit eine weitere Attraktion für Touristen, aber auch für Einheimische schaffen. Im Gemeinderat wurde bereits über das mögliche Aussehen des „Weingartens“, so der offizielle Name des Projekts, diskutiert.
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Castell
Castell Foto: Stöckinger

Über den Dächern von Castell, auf dem Gelände der ehemaligen Kegelbahn, will die Gemeinde eine Art Heckenwirtschaft errichten. Der Ort möchte damit eine weitere Attraktion für Touristen, aber auch für Einheimische schaffen. Im Gemeinderat wurde bereits über das mögliche Aussehen des „Weingartens“, so der offizielle Name des Projekts, diskutiert.

Die Lage ist nahezu ideal. Von der hoch oben gelegenen Kirche aus etwa in Richtung des Schlossbergs befindet sich das Grundstück, das die meiste Zeit des Jahres brach liegt. Nur zur Kirchweih, wenn die Bürgerwehr ihr traditionelles Schießen in der ehemaligen Kegelbahn abhält, herrscht dort Betrieb. Eine herrliche Aussicht auf die Umgebung, auf Castell und die Weinberge bietet sich von dort oben. Genau hier soll der Weingarten seinen Platz bekommen. Eine Bewirtung der Gäste, etwa in der Zeit von April bis in den Oktober, kann sich Bürgermeister Jochen Kramer dort vorstellen.

Kramer hatte das Projekt bereits in den Bürgerversammlungen vorgestellt und war dabei auf durchwegs positive Resonanz gestoßen. Erste Berechnungen gehen von rund 200 000 Euro Kosten aus, wobei verschiedene Seiten, wie das Amt für Ländliche Entwicklung, oder die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, Zuschüsse in Aussicht gestellt haben. Gut die Hälfte, so Kramer, könnte aus den öffentlichen Geldern fließen.

Geplant ist die Errichtung eines Ausschanks in Form eines Kiosk. Zusätzlich zur alten Kegelbahn, die wieder aktiviert werden soll, werden ein Häuschen zum Lagern, sowie WCs errichtet. Die Anlage soll 100 Gästen Platz bieten.

Im Gemeinderat legte Architekt Gerhard Horak einen Entwurf vor und die Räte diskutierten den Standort und die Dachform des Kiosks. Eine Herausforderung an den Planer ist die Hanglage des Geländes, das zum Teil erhebliches Gefälle aufweist. Aus dem Gemeinderat kamen Anregungen für den Planer, der diese in die Unterlagen einarbeitet. Als nächster Schritt werden die Unterlagen an die Behörden weitergeleitet, „dann werden wir hören, was sie sagen und wie hoch die Förderung ausfällt“, sagte Bürgermeister Kramer.

• In der Sitzung ging es außerdem um den Bauplan von Peter Schmidt. Er möchte das Gasthaus Zur Krone oberhalb des Kniebrechers, etwa auf Höhe der Einfahrt zum Rathaus, abreißen und dort ein Wohnhaus errichten. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, könnte aber unter gewissen Voraussetzungen abgerissen werden. Das hatte eine Besprechung aller Beteiligten im Landratsamt ergeben. Ein Haus, das auch von der Kubatur her passt, müsse dort entstehen, lautete die Auflage. Die Gemeinderäte zeigten sich zufrieden mit dem Plan. Nun hat das Landratsamt das letzte Wort.

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