KITZINGEN

Schneeballschlacht außer Kontrolle

Bei einer Schneeballschlacht im Dezember vergangenen Jahres zwischen Jugendlichen in Marktbreit blieb es nicht bei ein bisschen Schnee im Gesicht.
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Landgericht Bonn
Symbolbild: Paragrafen-Symbole an Türgriffen Foto: Oliver Berg (dpa)

Bei einer Schneeballschlacht im Dezember vergangenen Jahres zwischen Jugendlichen in Marktbreit blieb es nicht bei ein bisschen Schnee im Gesicht. Die Stimmung kippte und ein 16-jähriger Junge soll mit zwei Freunden einen Zehnjährigen gejagt, geboxt und gegen eine Wand gedrängt haben. Dabei soll sich der Jüngere an der Schulter verletzt haben und seine Jacke kaputtgegangen sein. Die drei Jugendlichen waren deshalb am Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung angeklagt.

Dass es überhaupt zur Verhandlung gekommen ist, lag an der Überzeugung der drei Jungs. „Normalerweise würde so eine Sache mit sozialem Hilfsdienst und ohne Gerichtsverhandlung geregelt werden“, sagte Jugendrichter Wolfgang Hülle. Doch das hatte das Trio abgelehnt und auf die Verhandlung bestanden. Die Anklage sei in ihren Augen nicht richtig. Das Gericht wies sie mehrmals darauf hin, dass sie immer noch den sozialen Dienst akzeptieren könnten.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass sie sich auf dem Heimweg nach der Schule in Marktbreit mit Schneebällen beworfen haben und die Stimmung bei der zunächst spaßigen Angelegenheit gekippt ist. Der Zehnjährige soll dann einen der drei Freunde beleidigt haben, woraufhin diese ihn gejagt hätten.

Einer der drei soll den kleinen Jungen geschubst, geschlagen und an die Wand gedrückt haben. Wie es zu der Verletzung und der kaputten Jacke des Jungen kam, konnte nicht geklärt werden. Der 16-Jährige gab zu, den kleinen Jungen geschubst zu haben. Aber er bestand darauf, dass er ihn ansonsten nicht angerührt habe. „Ich habe ihn nicht geschlagen“, sagte er mehrmals. Auch die Zeugenaussagen waren nicht eindeutig. Dass seine beiden Freunde jedoch unschuldig waren und sogar noch versucht hatten, ihn zu beruhigen, zeigte sich im Laufe der Verhandlung.

Jugendrichter Hülle verurteilte den 16-Jährigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu 50 Stunden sozialem Hilfsdienst. Seine zwei Freunde wurden freigesprochen. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der Junge sich nicht einsichtig zeigte und sein Opfer körperlich deutlich unterlegen gewesen sei.

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