VOLKACH

Schmutzwasser wird deutlich teurer

Zwei Themen mit Brisanz stecken in der Tagesordnung des Verwaltungsrats der Stadtwerke Volkach am Montag: Die Gebühren fürs Abwasser sind eines.
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Millioneninvestition: Weil das Kommunalunternehmen Stadtwerke Volkach viel Geld in den Umbau und die Modernisierung der Kläranlage Volkach stecken muss, steigen die Kanalgebühren (über-)deutlich. Foto: Archivfoto: Peter Pfannes

Zwei Themen mit Brisanz stecken in der Tagesordnung des Verwaltungsrats der Stadtwerke Volkach, der am 30. November ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses debattiert: Die Vertreter des Kommunalunternehmens beschließen über eine knapp 35-prozentige Verteuerung der Kanalgebühren und über die Zukunft der Kläranlage in Rimbach, deren teilweise extreme Schmutzfracht-Werte in der Vergangenheit schon politische Wellen schlugen.

„Gebührensatzung explodiert 2016“ – unter dieser Überschrift berichtete diese Zeitung Ende 2014 über eine Sitzung des Verwaltungsrats, der den Wirtschaftsplan verabschiedete. Was damals angesichts der millionenschweren Investitionen in die Großkläranlage vorhergesagt wurde, trifft jetzt ein: Das Schmutzwasser, das bisher pro Kubikmeter 2,08 Euro kostete, soll ab Anfang 2016 auf satte 2,80 Euro steigen.

Die Verteuerung würde laut Beschlussvorlage für zwei Jahre gelten. Der zweite Teil der Kanalgebühren, der für das Niederschlagswasser erhoben wird, soll bei 0,14 Euro pro Quadratmeter stabil bleiben. Dass die Verbraucher insgesamt sehr tief in die Tasche greifen müssen, liegt am Umbau und der Sanierung der Volkacher Kläranlage.

Das Vorhaben wird laut Prognose 6,6 Millionen Euro verschlingen – eine Investition, die die Verbraucher über Gebühren finanzieren, wenn der Verwaltungsrat zustimmt.

Die Teichkläranlage in Rimbach, deren Zukunft schon mehrfach ein Aufreger war, steht im kommenden Jahr vor ihrer Bewährungsprobe. Das Wasserwirtschaftsamt hat einer Betriebsverlängerung „letztmals“ – so die Beschlussvorlage – zugestimmt. Unter einer Auflage: Die bislang ungeklärten Abwasser-„Belastungsspitzen“, teilweise mehr als das Doppelte der Maximalleistung der Anlage, müssen „entfernt werden können.“

TV-Blick in Rimbacher Kanäle

Erster Schritt in dieser Richtung soll eine nach bisheriger Schätzung rund 53 000 Euro teure Kanal-TV-Untersuchung sein. Die war schon 2014 geplant gewesen, aber nach Einsprüchen der „Interessengemeinschaft zum Erhalt der Rimbacher Kläranlage“ auf Eis gelegt worden. Wenn nun der Verwaltungsrat zustimmt, würde das Kameraauge die Abwasserleitungen durchleuchten und zwar einschließlich der Hausanschlüsse, „um Fremdwassereintritte und eventuelle Verschmutzer zu ermitteln“, wie es im Vorbericht heißt.

Vom Ergebnis der Untersuchung wird es abhängen, ob die Teichkläranlage saniert, oder ob Rimbach an die Volkacher Großkläranlage angeschlossen wird. Gegen Letzteres stemmte sich die Interessengemeinschaft, die nach ihrer Gründung von rund 170 Bürgern unterstützt wurde.

Viel Zeit bleibt der Stadt Volkach und den Rimbachern nicht. Bis Ende Juni 2016 muss eine Planung vorgelegt und bis Ende 2017 der Bau von einer der beiden Abwasserreinigungsvarianten baulich abgeschlossen sein, so die Beschlussvorlage.

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