Die Erleichterung stand dem Weigenheimer Bürgermeister a.D. Reinhard Kloha und seinem Nachfolger Rainer Mayer förmlich im Gesicht geschrieben: Auf Schloss Frankenberg geht es weiter, nachdem, wie berichtet, die Livia-Group aus München Schloss und etwa 140 Hektar Grund dazu gekauft hat und dieses nach der Sanierung auch nutzen will.

Frankenberg gehört zu den schönsten Orten im Steigerwald. Nicht nur an Himmelfahrt zieht es die Menschen aus nah und fern auf den Berg zum Schlossweinfest, das ganze Jahr über kommen vor allem Wanderer dort hin, um die den Blick von oben zu genießen.

Die von den Nürnberger Burggrafen 1250 gegründete Burg Vorderfrankenberg erwarben 1520 Ludwig, Georg und Ulrich von Hutten und bauten sie weiter. 1783 ging die Anlage an die Familie von Poellnitz, 1971 dann über Erbfolge in den Besitz der Freiherren von Lerchenfeld. Carl Freiherr von Lerchenfeld verkaufte 2008 dann an Roland Belz.

Der Unternehmer hatte sich eigentlich für die Meierei als landwirtschaftliches Anwesen interessiert und dann „das Schloss dazu bekommen“. Er begann die Meierei, Amtshaus, Schloss und Kapelle zu sanieren, die Landwirtschaft aufzubauen und eine Aaglander-Motorkutschen-Manufaktur einzurichten. Zur Seite stand ihm seine Frau und Architektin Irmgard Belz.

Jähes Ende

Die Pläne fanden mit dem überraschenden Tod von Roland Belz im Jahr 2011 ein jähes Ende. „Jetzt ist man auf uns zugekommen“, sagt Professor Peter Löw, der das Unternehmen Livia-Group aus München führt. Das hat schon eine Reihe von Baudenkmälern gekauft und saniert – und nutzt diese auch. Zum Beispiel Schloss Hofhegnenberg südlich von Augsburg, das alte Berggericht und zwei weitere Häuser in Kitzbühel, ein altes Kloster südlich von Florenz oder einen alten Ritterpalast in La Valetta auf Malta.

Löw stellte nun seine Pläne vor, wobei hinter vielen Dingen noch Fragezeichen stehen. Denn die Gerüchte um die Zukunft von Schloss Frankenberg, die von einem bordellähnlichen Etablissement bis hin zur Seniorenresidenz gereicht hätten, wolle er damit eindämmen. „Wir sind keine Irren, die etwas Abartiges vorhaben“, betonte er. Sein Unternehmen investiere eben auch in Baudenkmäler, Schloss Frankenberg passe gut in das Konzept.

Für Details sei es noch zu früh, die Idee sei, das Schloss für Veranstaltungen wie Weinfest, Konzerte und Adventsmarkt zu öffnen. Die Kirche könnte mehr genutzt werden. Auch über die Gastronomie macht sich Löw schon Gedanken, ob diese als Restaurant mit regelmäßigen Öffnungszeiten oder als Event-Gastronomie betrieben werden soll. Fest steht, dass er dazu einen vermutlich zweistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen muss, um im Schloss das richtige Ambiente, von der Elektroinstallation angefangen, hinzubekommen. Etwa zehn Millionen Euro hätten wohl die Vorbesitzer investiert, unter anderem in das Dach.

Festhalten will Löw auf jeden Fall am Weinfest an Christi Himmelfahrt und dieses vielleicht sogar ausbauen. Schließlich gehören ja 28 Hektar genutzte Weinberge zum Schloss. 33 Hektar Weinbaufläche gebe es. Und schüttelt gleich den Kopf, wenn er an die 15 Rebsorten denkt, die angebaut werden. „Früher waren es 31“, ergänzt Reinhard Kloha.

„Wie lautet der Kundenwunsch, was geht an dieser Stelle und auch in entsprechender Qualität?“, müssen laut Löw die Fragen lauten. Verbunden mit der Frage, ob die Weinberge weiter verpachtet werden oder ob man selbst einen Weinbaufachmann einstellt – so wie im landwirtschaftlichen Bereich, wo die Fachkräfte übernommen worden seien. Um die Fragen „Aufhören?“ oder „Deutlich vergrößern“ geht es auch bei der Herde mit 35 Black Angus-Rindern.

Guter Dinge

Da sein Unternehmen auch in die Landwirtschaft investiert, in Italien in die Olivenproduktion, in Mazedonien in eine 350 Hektar große Bioapfelplantage, ist Löw sich sicher, dass auch rund um Schloss Frankenberg Landwirtschaft Profit abwirft. Wenn die Landwirtschaft in Zukunft das Schloss mit ernähren könne, sei er zufrieden, wenn dieses sich selbst ernähren könne, sei er glücklich.

Für ihn und seine Mitarbeiter gilt es nun, noch viele Gespräche zu führen. Vieles bedürfe nämlich noch einer Lösung, zum Beispiel die Heizung. Ein solch altes Gemäuer sei nicht darauf ausgelegt, ganzjährig beheizt zu werden. Hier werde es Kompromisse mit dem Denkmalschutz geben müssen. Auch die Frage, ob Gästezimmer im Schloss eingerichtet werden können, ist offen. „Jetzt ist gar keiner im Schloss, es kann nur besser werden“, strahlt Löw Optimismus aus.