Volkach

Schlammschlacht um die Hotels ist ausgeblieben

Ein Informationsabend der JU Volkach brachte Investoren, Befürworter und Gegner der Volkacher Hotelpläne zusammen. Alle gingen aufeinander zu.
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Ralph Düker stellt die Lage des von ihm konzipierten Hotels im Volkacher Mainvorland vor.
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Ein Informationsabend der JU Volkach brachte Investoren, Befürworter und Gegner der Volkacher Hotelpläne zusammen. Alle gingen aufeinander zu.

JU bringt alle an einen Tisch

Die von manchen befürchtete Schlammschlacht bei der Informationsveranstaltung der Jungen Union (JU) Volkach über die beiden geplanten Hotels ist ausgeblieben. Es ging am Sonntagabend während der zweistündigen Diskussion zwar hitzig zu, aber immerhin sprachen die beiden Investoren sowie Befürworter und Gegner der Hotels miteinander. Nicht zuletzt ein Verdienst des Moderators, des JU-Vorsitzenden Simon Rinke, der das richtige Händchen hatte. Zumal im Laufe des Abends im Hotel „Rose“ die gut 50 anwesenden Volkacher viele Informationen mit auf den Heimweg bekamen.

Nicht in, sondern an den Weinbergen

So soll das „Wein-Erlebnishotel“ nicht in, sondern an den Weinbergen am Weingut Römmert an den Erlachhöfen gebaut werden, erklärte Investor Peter Heidecker (Römmert Wein- und Ferienland GmbH, Waldkrainburg). Die möglichen Beeinträchtigungen durch die Winzer habe er schon vor dem vom Stadtrat geforderten Eintrag ins Grundbuch mit dem Pächter geregelt, und das Gebäude wirke durch Abstufungen keineswegs wuchtig.

Grundsätzlich sei auch als Tagungshotel mit 107 Zimmern auf drei Stockwerken geplant. Ein Aspekt, den Tourismuschef Marco Maiberger ausdrücklich begrüßte. „Es kommen mehr und mehr Anfragen nach einem Tagungshotel“, sagte er, „die Leute wollen nicht in die Mainschleifenhalle oder das Pfarrheim und dann mit Bussen zum Hotel gefahren werden.“ Große Hotels wirkten wie Multiplikatoren und Magneten, und da passe das Design-Hotel am Main sehr gut ins touristische Konzept.

Diskussion um Hotel im Mainvorland

Ein Hotel am Main mit 61 Betten will Ralph Düker, Inhaber der Hotels „Zur Schwane“ und „Turmdieb“, in der Form eines langgestreckten U in das Mainvorland zwischen Campingplatz und Mainbrücke auf Stelzen bauen. „Die Unterkante ist drei Meter hoch geplant, so dass darunter Fahrzeuge geparkt werden“, sagte er. Düker will mit dem Neubau ein jüngeres Publikum ansprechen. Das Hotel wolle er deshalb an diese Stelle bauen, sagte er, weil der Stadtrat beschlossen habe, das Mainvorland aufzuwerten. „Und warum nicht mit einem Hotel?“

Widerstand des Bundes Naturschutz und der BI

Das rief den Widerstand des Bundes Naturschutz (BN) hervor. So mancher Volkacher, mutmaßte Hans Schneider, „leidet wohl unter einer Hochwasser-Demenz und vergisst, dass gerade dort eine Hochwasserzone ist“. Ein Gutachten darüber, so Düker, liege dem Landratsamt vor. Und eine „Verschandelung der Natur“, wie es Willi Freibott vom BN Volkach erwartet, verneinte Düker. „Wir haben zweieinhalb Jahre lang geplant und uns mit allen notwendigen Ämtern besprochen“, sagte er. „Insbesondere mit der Wasserwirtschaft und der Naturschutzbehörde wurde eine für alle Seiten verträgliche Lösung erarbeitet.“ Elmar Datzer, Gründer der Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Mainschleife“, kritisierte, dass der Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt für diesen Bereich keinerlei Bebauung vorsehe.

Zuständig ist das Landratsamt

Der Plan sei lediglich eine Willensbekundung einer Stadt, sagte Uwe Koßner, neben Gerlinde Martin und Katrin Geiger stellvertretend für die CSU-Fraktion auf dem Podium. Uwe Koßner, Volkacher Stadtrat und Leiter des Bauamtes der Stadt Dettelbach, erinnerte an das ISEK-Verfahren, der Vorstufe der Städtebauförderung: „Da haben vor zehn Jahren die Bürger eine Aufwertung des Mainvorlandes gefordert.“ Außerdem habe der Stadtrat lediglich sein Einvernehmen erklärt, „zuständig für ein Ja oder Nein für beide Hotels ist allein das Landratsamt“. Und dort würde der Bauantrag des Wein-Themenhotels Römmert zurzeit bearbeitet, sagte Corinna Petzold, Pressesprecherin des Landratsamtes Kitzingen. Für das Design-Hotel am Main sei bislang nur ein Vorbescheid ergangen. „Die wesentlichen wasserrechtlichen und naturschutzfachlichen Fragen können erst dann im eigentlichen Baugenehmigungsverfahren beantwortet werden, wenn eine konkrete Planung vorliegt“, so Petzold.



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