MAINBERNHEIM

Schafkopf-Stammtisch wird 25 Jahre alt

„Der Tag ist uns heilig, da werden soweit möglich alle anderen Termine untergeordnet“, sagt Robert Finster. Seine Schafkopf-Kameraden Eugen und Timo Reifenscheid, Oskar Münzer und Josef Wenisch nicken zustimmend. Alle zwei Wochen mittwochs treffen sich die Mainbernheimer zum Schafkopf-Abend. Und das seit 25 Jahren.
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Treue Zocker: Robert Finster, Josef Wenisch, Oskar Münzer sowie Timo und Eugen Reifenscheid haben seit 25 Jahren einen festen Schafkopf-Stammtisch in Mainbernheim. Foto: Foto: Timo Lechner

„Der Tag ist uns heilig, da werden soweit möglich alle anderen Termine untergeordnet“, sagt Robert Finster. Seine Schafkopf-Kameraden Eugen und Timo Reifenscheid, Oskar Münzer und Josef Wenisch nicken zustimmend. Alle zwei Wochen mittwochs treffen sich die Mainbernheimer zum Schafkopf-Abend, meistens im Gasthof Goldener Löwe, nur wenn dieser geschlossen hat auch mal anderswo. Und das seit 25 Jahren.

Schafkopf – dieses urbayerische Kartenspiel hat auch rund 150 Jahre nach seiner Erfindung noch nichts von seinem Reiz verloren. Das Schafkopf-Reglement ist für einen Laien nahezu undurchschaubar. Im Übrigen spielt jede Runde in gewissen Abwandlungen nach ihren eigenen Regeln, jeder Spieler hat seine individuelle Gangart.

„Vor Mitternacht im Bett zu sein - das ist die Regel.“
Oskar Münzer Schafkopfspieler seit 25 Jahren

Robert Finster, Georg Bernhard, Reinhard Keßler, Oskar Münzer und Eugen Reifenscheid haben die Tradition einst begründet. Für den verstorbenen Reinhard Keßler kam dann Josef Wenisch dazu, aus Altersgründen ist mittlerweile Georg Bernhard ausgeschieden. Für ihn kam Timo Reifenscheid, seit Jahresbeginn hat sich noch Mathias Krapf dazu gesellt.

Timo Reifenscheid ist mit seinen 35 Jahren der Youngster der Truppe, spielt aber schon seit vielen Jahren mit Gleichaltrigen das Kartenspiel, bei dem man durch Stechen eine gewisse Punktzahl erreichen muss. Strategie und Spannung ist dabei ebenso wichtig wie die Geselligkeit.

„Es gibt hunderte Kombinationen und Möglichkeiten, wie man beim Schafkopf seine Punkte erreicht“, erklärt Eugen Reifenscheid, der den Club zusammenhält, indem er regelmäßig an den nächsten Schafkopf-Termin erinnert. Der sei zwar wie gesagt „heilig“, könne sich aber um eine Woche verschieben, falls einer oder mehrere Spieler beruflich gebunden, krank oder im Urlaub sind. „Die Gründe, nicht zur Runde zu erscheinen, müssen aber triftig sein“, ergänzt Oskar Münzer. Nur, weil die Bayern heute Abend in der Champions League spielen oder weil die Freundin wartet, das zählt nicht.

Wie es sich für einen Stammtisch gehört, wird freilich auch mal politisiert. Aber auch wenn gleich drei Mainbernheimer Stadträte in der Runde zusammensitzen, mit Robert Finster einer davon auch noch stellvertretender Landrat und Kreisrat ist, bleibt die Mainbernheimer Politik außen vor.

Es ist ein Stück lieb gewonnene Gemütlichkeit und Tradition, die die Männer regelmäßig an einen Tisch zusammen kommen lässt. So wie dies auch an zahlreichen anderen Stammtischen in der Region der Fall ist. Am runden Tisch im Mainbernheimer Gasthof fliegen die Karten reihum nur so auf einen Haufen. Jeder scheint zu wissen, was er da macht. Zwischendurch wird gelacht und ein Bier oder ein Schoppen getrunken.

Nach einer Stunde gibt?s Brotzeit, gespielt wird dann weiter bis meist kurz vor Mitternacht. „Vor Mitternacht im Bett zu sein – der Schönheit wegen – das ist meine einzige Regel“, sagt Oskar Münzer. Und schon türmen sich wieder die Karten auf dem Spieltisch.

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