PRICHSENSTADT
Umwelt

Schadstoffe aus illegaler Deponie?

Ein möglicher Umweltskandal im Prichsenstädter Gewerbegebiet Ost beschäftigte schon zwei Mal den Stadtrat - im für Bürgerfragen reservierten Teil. Allerdings liefen die Beschwerden bislang ins Leere.
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Symbolbild: Gericht

(mey/gch) Ein möglicher Umweltskandal im Prichsenstädter Gewerbegebiet Ost beschäftigte schon zwei Mal den Stadtrat – im für Bürgerfragen reservierten Teil. Allerdings liefen die Beschwerden bislang ins Leere. Außerhalb des Gremiums aber führten die Vorwürfe wegen einer möglichen Gewässer- und Bodenverunreinigung zu Aktivitäten: Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln, das Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg zog Proben.

Zwei Bürgeranfragen im Stadtrat – zuletzt vor einer Woche – wegen möglicherweise ausgetretener Schadstoffe sind nur der Teil des Problems, der im Stadtrat öffentlich wurde. „Die Geschichte geht schon über Monate“, sagte am Montag Prichsenstadts stellvertretender Bürgermeister Alfons Saugel. Die „Geschichte“ dreht sich nach Darstellung eines Bürgers – im Stadtrat – unter anderem um eine Deponierung von Schlacke auf einem Grundstück in dem Gewerbegebiet.

Anwohner erstatten Anzeige

Weil in der Deponiemasse möglicherweise Schadstoffe stecken, die ins Grundwasser sickern und auch benachbarte Äcker kontaminieren könnten, erstatteten Anwohner aus Prichsenstadt Anzeige. Konsequenz: Die Wasserschutzpolizei war schon vor Ort und ebenso das Wasserwirtschaftsamt. Letzteres zog Proben, die laut Saugel noch „kein konkretes Ergebnis“ hätten. Ähnlich äußerte sich zuletzt auch ein Sprecher der Würzburger Staatsanwaltschaft, der auf laufende Ermittlungen verwies.

Allerdings: Nach Informationen Prichsenstädter Bürger sollen im aufgeschütteten Boden des Gewerbegebiets erhebliche Mengen von Schadstoffen stecken. Diese seien unter anderem für absterbende Bäume unterhalb des Gewerbegebiets verantwortlich.

In der Frage hält sich das Wasserwirtschaftsamt bedeckt: Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft „dürfen wir nicht vorgreifen“, heißt es in einer Stellungnahme. Das Amt werde aber die Situation „kritisch“ beobachten. Mögliche Verunreinigungen durch Sickerwasser könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Ursache müsse die Polizei klären. Zu möglichen Auswirkungen „durch ausgetretene Stoffe“ auf Natur und Umwelt „können derzeit keine Aussagen getroffen werden.“

Vorwürfe wegen Ölverunreinigungen durch einen Betrieb in dem Gelände stießen zudem im Prichsenstädter Stadtrat ebenso auf wenig Antworten wie bei dem Deponieproblem. Klar laut Saugel ist nur eines: „Die Behörden sind dran.“

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