GNODSTADT

Sanierung des alten Kranens noch offen

Eigentlich ist eine Zuführung vom Vermögens- zum Verwaltungshaushalt ein ganz schlechtes Zeichen für die Finanzkraft einer Kommune. Nicht so in Marktbreit: Dort wurde dieser Umstadt bei der Haushaltsverabschiedung am Montagabend bei der Ratssitzung in Gnodstadt eher mit einem Lächeln zu Kenntnis genommen. Hans-Martin Hoffmann sprach gar davon, dass andere Gemeinden einen solchen Haushalt ganz gerne verabschieden würden.
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Sanierungsfall: Der Alte Kranen in Marktbreit ist schön, aber sanierungsbedürftig. Wann die Sanierung kommt, ist offen, die Stadt will erst ein Kostengutachten abwarten. Foto: Foto: Robert Haass

Eigentlich ist eine Zuführung vom Vermögens- zum Verwaltungshaushalt ein ganz schlechtes Zeichen für die Finanzkraft einer Kommune. Nicht so in Marktbreit: Dort wurde dieser Umstadt bei der Haushaltsverabschiedung am Montagabend bei der Ratssitzung in Gnodstadt eher mit einem Lächeln zu Kenntnis genommen. Hans-Martin Hoffmann sprach gar davon, dass andere Gemeinden einen solchen Haushalt ganz gerne verabschieden würden.

Der Grund: Der Haushalt der Stadt Marktbreit ist grundsolide. Die Schulden belaufen sich gerade mal auf 270 000 Euro und die resultieren aus einem Kredit, der zudem zinsfrei ist. Mit Rücklagen in Höhe von fast sechs Millionen Euro hat die Stadt ein sicheres Finanzpolster und die Gewerbe- und Einkommensteuern sind mit fast fünf Millionen Euro nicht nur hoch, sondern werden von Kämmerer Wolfgang Schmer gar als „gut stabilisiert und gesichert“ bezeichnet.

Ausbau Bachgasse verschoben

Der Grund für die rein theoretische Schieflage des Haushalts ist die Gewerbesteuer. Im Jahr 2011 lag die in Marktbreit mit fast neun Millionen Euro auf Rekordhoch, die Stadt nahm damals den ersten Platz bei den Gewerbesteuereinnahmen landkreisweit ein. Aus der Höhe der Gewerbesteuer errechnet sich die Steuerkraft einer Gemeinde und daraus wiederum zwei Jahre später die Höhe der Kreisumlage. Und die schlägt nun heuer in Marktbreit voll zu: Mit gut 3,7 Millionen Euro ist sie höher, als die Gewerbesteuer 2013, die mit 3,6 Millionen Euro angesetzt ist. Und deshalb ergibt sich im Verwaltungshaushalt ein Minus, das vom Vermögenshaushalt aus mit rund 330 000 Euro ausgeglichen werden muss.

In seinem Blick auf den Haushalt ging Bürgermeister Erich Hegwein auf einige Projekte des Etats ein: So wird etwa der Ausbau der Bachgasse erst im kommenden Jahr erfolgen. Dort laufend noch archäologische Untersuchungen und der Bewilligungsbescheid für den Zuschuss zum Straßenbau liegt auch noch nicht vor. Da die Baufirmen derzeit weitgehend ausgelastet sind, müsste die Stadt bei einer Ausschreibung für einen Baubeginn noch 2013 mit hohen Kosten und zusätzlich einer Winterbaustelle rechnen. Um das zu umgehen, soll die Ausschreibung erst im Herbst und der Baubeginn im Frühjahr kommenden Jahres erfolgen.

Alleine oder mit Zuschüssen

Noch offen ist die Sanierung des alten Kranen am Mainufer, die auch schon länger diskutiert wird. Hier will Hegwein die Untersuchungen durch ein Fachbüro und die daraus resultierende Kostenkalkulation abwarten. Erst wenn diese vorliegt, soll darüber entschieden werden, ob die Stadt Zuschüsse beantragen wird, oder die Sanierung alleine stemmt.

Die Fraktionen waren allesamt zufrieden mit dem Haushalt. Christiane Berneth regte an, aus den Einnahmen der Konzessionsabgabe befristet eine Fachkraft für die Organisation der Marktbreiter Märkte zu finanzieren, um diese künftig wieder attraktiver zu machen.

Heinz Galuschka forderte eine breitere Aufstellung der Stadt bei den Einnahmen und eine stärkere Ausrichtung beim Tourismus. Und Hans-Martin Hoffmann will die Stadt künftig ökologischer ausgerichtet sehen und warnte vor weiteren Flächenversiegelungen.

Insgesamt stimmten die Räte dem Haushalt, der ein Gesamtvolumen von 14,5 Millionen Euro hat und Investitionen in Höhe von 5,4 Millionen Euro vorsieht, einstimmig zu.

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