Volkach

Sanierung des Volkacher Freibads: Förderung ist beantragt

Zu üppig wird sie nicht ausfallen, die mögliche Fördersumme für die Sanierung des Volkacher Freibads. Doch versuchen sollte man es, fanden alle Stadträte – bis auf zwei.
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Das Volkacher Freibad hat in der letzten Schulwoche vor den großen Ferien ab 13 Uhr geöffnet. In den Sommerferien kann bei gutem Wetter dort dann schon ab 10 Uhr geplanscht werden. Foto: Barbara Herrmann

Die nächste Hitzewelle schwappt über Unterfranken. Glücklich, wer zu Fuß ins Freibad laufen kann – wie die Volkacher. Während der letzten Schulwoche öffnet das Bad ab 13 Uhr, in den Ferien bei gutem Wetter dann eventuell ab 10 Uhr, was jedoch erst im Lauf dieser Woche endgültig entschieden werden wird. Der Vorstoß von Stadträtin Ingrid Dusolt (fraktionslos) in der Sitzung am Montagabend, angesichts der hohen Temperaturen schon diese Woche nur das Freibad aufzusperren, ist auf die Schnelle nicht umsetzbar. Schulen und Vereine planten diese Woche noch mit dem Hallenbad, sagte Volkachs Zweite Bürgermeisterin Gerlinde Martin (CSU).

Sie leitete die Stadtratssitzung, in der es mehrfach um das sanierungsbedürftige Bad ging. Keinen Anklang fand Dusolts Antrag, den Preis für die Saisonkarten zu reduzieren und die Zwölfer-Karte in beiden Bädern nutzen zu können. Letzteres sei schlichtweg aus technischen Gründen nicht möglich, erläuterte Martin. Und in Bezug auf eine Verbilligung der Saisonkarten betonte sie: "Sie wurden erst verkauft, als klar war, dass das Schwimmerbecken geschlossen bleibt." CSU-Fraktionsvorsitzender Heiko Bäuerlein ergänzte: "Wir sind jetzt einfach zu spät dran." Nur mit Dusolts Gegenstimme lehnte der Rat den Antrag ab.

Mit dem Ferienpass umsonst ins Bad

Das Gute ist: Der Nichtschwimmerbereich ist groß genug, um auch dort ein paar Bahnen zu drehen. Zudem verwiesen mehrere Stadträte auf den Ferienpass, mit dem Schulkinder ab kommender Woche ohnehin umsonst ins Freibad können.

Um dessen dringend notwendige Sanierung geht es bei dem Förderantrag, den der Stadtrat mit zwei Gegenstimmen beschlossen hat. Vergangene Woche hat der Freistaat ein neues Förderprogramm für marode Schwimmbäder gestartet, am Tag darauf hatte Volkachs Verwaltung bereits den Antrag gestellt. Der dafür notwendige Stadtratsbeschluss wird nun nachgereicht.

"Dürfen wir das Geld ausgeben oder nicht? Ohne diese Info kann ich nicht zustimmen."
Stadtrat Ulrich Hoffmann zum Antrag auf Förderung fürs Freibad

20 Millionen Euro will die bayerische Regierung verteilen. Höchstens 45 Prozent der Kosten werden gefördert, bei interkommunaler Zusammenarbeit gibt's einen Bonus von zehn Prozent. Förderfähig sind allerdings höchstens vier Millionen Euro. Laut Stadtrat Robert Amling (Freie Wähler) dürfte man im Schnitt mit einer Förderung von 25 Prozent rechnen. Im Falle Volkachs heißt das konkret: Von der eingereichten Investitionssumme von 6,4 Millionen Euro gibt's vielleicht nur eine Million zurück. Wenn überhaupt.

Als viel gravierender sah Stadtrat Ulrich Hoffmann (CSU) allerdings an, dass nicht klar sei, ob Volkach für das Bad überhaupt neue Schulden aufnehmen dürfe. Denn die Stadt als Stabilisierungshilfeempfänger ist dazu angehalten, auf freiwillige, verlustbringende Leistungen – wie das Freibad – zu verzichten. Hoffmann wollte darum wissen: "Dürfen wir das Geld ausgeben oder nicht?" Für ihn sei es ein Versäumnis, diese Frage nicht geklärt zu haben. "Ohne diese Info kann ich nicht zustimmen."

Zusage macht Ulrich Hoffmann Bauchschmerzen

Auf eine Anfrage dieser Redaktion im Frühjahr hatte die Regierung von Unterfranken geantwortet, mit diesem Thema noch nicht befasst zu sein. Und zuständige Rechtsaufsichtsbehörde für die Stadt Volkach sei sowieso zuerst das Landratsamt Kitzingen.

Gegen die Stimmen von Ulrich Hoffmann und Robert Amling (FW) stimmte der Stadtrat schließlich für folgenden Beschluss zum Förderantrag: "Der Stadtrat Volkach bestätigt, dass die Maßnahme bei Erhalt der Zuwendung umgesetzt wird." Die Bauchschmerzen Hoffmanns ob dieser Zusage oder die Gefahr eines möglichen Subventionsbetrugs konnte Gerlinde Martin nicht verstehen. Den Antrag könnte man ja immer noch zurückziehen, sollte die Finanzierung trotz Förderung nicht klappen. Und überhaupt: "Wir waren uns doch die ganze Zeit einig, dass wir das Bad erhalten wollen."

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