NORDHEIM

Sandabbau: Alles wieder auf Anfang

Der Streit um den Sand- und Kiesabbau in der Nordheimer Au geht in eine neue Runde. Die neuen Pläne sind erneut im Verfahren und die Gegner formieren sich neu.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Nordheimer Au bleibt umstritten: Dieses Foto vom Herbst 2016 – mit dem Volkacher Ortsteil Köhler im Vordergrund – zeigt das Streuobstwiesengebiet, wo die Kitzinger Firma LZR (Lenz-Ziegler-Reifenscheid) einen Sand- und Kiesabbau plant. Das Kitzinger Landratsamt prüft die Genehmigungsunterlagen, die Bürgerinitiative Kitzinger Au bekämpft das Vorhaben. Foto: Foto: Harald Meyer

Der umstrittene Sand- und Kiesabbau im Mainvorland bei Nordheim kommt allmählich in die entscheidende Phase – zum zweiten Mal. Nachdem sowohl die Stellungnahmen des Wasserwirtschaftsamts als auch die der Regierung von Unterfranken zu dem Projekt auf 9,4 Hektar (sieben Hektar Abbaufläche) vorliegen, ist das Kitzinger Landratsamt als Genehmigungsbehörde erneut am Zug.

Umweltverträglichkeit auf Prüfstand

Zwei Fragen zum Vorhaben der Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) stehen in naher Zukunft auf dem Prüfstand, wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilte: So werde zu klären sein, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig ist und ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren anstelle der einfacheren Plangenehmigung.

Tier- und Pflanzenwelt dokumentiert

Für die Gegner der LZR-Pläne ist die Umweltverträglichkeitsprüfung ein Muss. Björn Schotta, Sprecher des Vereins Erhalt der Nordheimer Au und der Bürgerinitiative Nordheimer Au, will nach eigenen Worten die „Vernichtung“ der Landschaft und Natur in der Au verhindern, deren besonderen Wert er genau kennt. Schotta hat schließlich die Tiere und Pflanzen in dem Streuobstwiesengebiet dokumentiert und vor kurzem Landrätin Tamara Bischof eine Liste der teilweise sehr seltenen Arten überreicht – samt Fotobelegen.

„Paradies aus zweiter Hand“

Ob die LZR-Pläne über diese Liste stolpern, muss sich zeigen. Das Unternehmen hatte das reduzierte Abbaugebiet als artenarm klassifiziert. Wenn Sand und Kies nach rund zehn Jahren abgebaut seien, werde Nordheim um vier Seen und ein „wunderbares Stück Landschaft“ reicher sein, verspricht die Firma in ihrem neuen Konzept. Und einige Betonklötze in der Au versprechen ein „Paradies aus zweiter Hand“.

Das und die überarbeiteten Genehmigungsunterlagen wird das Landratsamt nun prüfen. Egal, was dabei rauskommt: Das weitere Prozedere läuft dann wie schon beim ersten Anlauf, so das Landratsamt. Das Projekt landet wieder im Gemeinderat, die Träger öffentlicher Belange müssen wieder gehört werden, die Nachbarn und laut Landratsamt auch die Bürgerinitiative.

Regierung: keine Nutzungskonflikte

Die Chancen für LZR sind trotzdem nicht schlecht: Die Regierung von Unterfranken hält die Abbaupläne für genehmigungsfähig, wie Pressesprecher Johannes Hardenacke vor rund einem Monat erklärte: „Wir sehen keine Nutzungskonflikte, die dem Vorhaben entgegenstehen.“

Die Gegner setzen allerdings weiter auf Widerstand und wollen die Au und Nordheim gegen den Sandabbau, Schmutz, Lärm und 40 Laster täglich verteidigen. Ein Bollwerk will der Verein Erhalt der Nordheimer Au sein, der 80 Mitglieder hinter sich geschart hat und gemeinsam mit der Bürgerinitiative Nordheimer Au das LZR-Vorhaben bekämpft.

Gegner nehmen Anwalt

Die Gruppierung, die laut Schotta seit wenigen Tagen als gemeinnütziger Verein anerkannt ist, sucht nun Unterstützung – auch in Form von Spenden. Der Verein wolle sich einen Anwalt nehmen, der auch während des Genehmigungsprozesses eingreifen soll, so Schotta. Beispielsweise dann, wenn die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht gefordert werde.

Schließlich sei es in der aktuellen Phase nötig, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Hilfe erhofft sich Schotta auch vom Nordheimer Gemeinderat. Der Verein wolle das Gremium um „monetäre Unterstützung“ bitten.

Infos des Vereins Erhalt der Nordheimer Au und ein Konto für Spendenwillige gibt es unter erhalt-der-nordheimer-au.jimdo.com/startseite/spendenkonto/

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.