Auf rund neun Hektar Fläche sollen in der „Au“ bei Nordheim Sand und Kies durch die Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) abgebaut werden. Das Vorhaben des Unternehmens, das auf rund zehn Jahre angelegt ist, wurde zuletzt im Gemeinderat vorgestellt und sorgte für einigen Unmut bei den Zuhörern.

Überraschend viele, meist jüngere Zuhörer hatte Bürgermeister Guido Braun in der Ratssitzung begrüßt. Ihr Hauptinteresse galt aber nicht den angekündigten Tagesordnungspunkten, sondern vielmehr einem Zusatzpunkt. So informierte Landschaftsarchitektin Katrin Hansmann von der Firma arc. Grün (Kitzingen) in einer knapp einstündigen Power-Point-Präsentation über das Entwicklungskonzept des geplanten Sand- und Kiesabbaus.

Das neun Hektar große Projekt liegt unterhalb der Kläranlage und soll in fünf Abschnitten durch LZR verwirklicht werden. Die Dauer des Sand- und Kiesabbaus liegt laut Hansmann bei circa zehn Jahren.

Genutzt werden soll das Gebiet unter anderem auch als Rad- und Wanderweg für den überregionalen Fremdenverkehr und als siedlungsnaher Freiraum. Als Vorteile für die Gemeinde Nordheim wurde die Aufwertung von natürlichen Landschaftsbestandteilen sowie die Ergänzung von möglichen Freizeitaktivitäten im Gebiet der Maininsel genannt. Das Gebiet sei eine Aufwertung für den ökologischen Bereich, betonte Hansmann. Die Abfuhr von Kies und Sand, zirka 500 Tonnen pro Tag, soll über die Kreisstraße (Raiffeisenstraße) erfolgen, berichtete Hansmann. Dies war unter anderem ein Punkt, mit dem sich die Zuhörer nicht anfreunden konnten. In der Straße liegt neben dem Kindergarten auch die Bushaltestelle, was wegen der Verkehrsgefahren Besorgnis bei den Eltern hervorruft.

Auch eine Aufwertung der Natur, wie es die Vertreter der Firma LZR, die Geschäftsführer Hermann Reifenscheid und Willi Lenz darstellten, konnten etliche Zuhörer nicht nachvollziehen. Bislang gibt es für das Projekt noch keine Auflagen seitens der Behörden, hieß es in der Ratssitzung. Beim vorgestellten Konzept handele es sich um keine endgültige Planung, so die Aussage der Referenten.

„Das ist doch alles längst beschlossene Sache“, machte eine Zuhörerin ihren Unmut Luft. Man habe vom geplanten Sand- und Kiesabbau unterhalb der Kläranlage im Vorfeld einfach zu wenig erfahren.

Bürgermeister Guido Braun gewann dem Ganzen auch positive Seiten ab. „Der Hochwasserdruck für die Gemeinde lässt nach“, sagte Braun. Einen finanziellen Mehrwert erfahre die Gemeinde durch die Gewerbesteuer.

In den nächsten Wochen und Monaten wollen sich die Gemeinde und das Unternehmen zusammensetzen und Probleme ausdiskutieren, hieß es abschließend.