Gratulation CSU. Salto rückwärts geschafft und fast wieder auf den (alten) Beinen gelandet. Die Schmach von 2008, als die Alleinherrschaft jäh entrissen wurde und sich die FDP als Juniorpartner ins Machtspiel drängelte, ist vorbei.

Genugtuung auch im Stimmkreis Kitzingen: Das schwarze Paradies, hat seinen Sündenfall mit einem Minus von gut elf Prozent überwunden. 47,6 Prozent vor fünf Jahren sind Schnee von gestern, die berühmten 50 + x erreicht. Allerdings: Die 60 Prozent von 2003 waren wohl ein zu hohes Ziel – die Konkurrenz schläft nicht.

Aufgewacht zu sein scheint die SPD. Die hat sich wieder Platz zwei in der Wählergunst geholt und den Absacker vor fünf Jahren vergessen gemacht. Allerdings: Die Zeiten, als jeder vierte Wähler im Kreis die Roten wählte, sind vorbei – die großen Schuhe einer Vollblutpolitikerin wie Karin Radermacher passten keinem ihrer deutlich blasseren Nachfolger.

Eine Macht im Kreis bleiben die Freien Wähler – wie zuletzt angetrieben von einem Topergebnis des Direktkandidaten. Susanne Knof hat bei ihrem ersten Antreten abgeräumt. Bei den Zweitstimmen haben die FW kräftig Federn lassen müssen. Warum? Rätselhaft.

Hinter den starken Drei ist wenig los. Die Grünen hängen wie zuletzt bei sechs Prozent fest und der Rest ist mit der Formulierung „unter ferner liefen“ gut bedient. Tief im Tal der Tränen steckt die FDP – bayernweit und auch im Kreis. Gut zwei Prozent sind der Rücksturz in die Bedeutungslosigkeit von 2003.

Hauptgewinner der Wahl ist die Demokratie. Der Wählerschwund ist gestoppt: Rund fünf Prozent mehr Menschen haben ihr Kreuzchen gemacht. Und werden vermutlich bei der Stange bleiben, wenn die vielen Wahlversprechen Wahrheit werden. Tipp für die CSU: Näher am Menschen ist gut, näher an ehrlicher Politik ist besser.