Wiesentheid

Salatfabrik: Bürgerblock spricht von "fataler Entscheidung"

Den Antrag auf ein Sondergebiet hat der Bürgerblock im Gemeinderat von Wiesentheid klar verloren. Jetzt erhebt er scharfe Vorwürfe gegen CSU-Fraktion und Bürgermeister.
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Wie auf dieser Visualisierung könnte die geplante Salatzuchtanlage bei Wiesentheid in fertigem Zustand aussehen. Die Zeichnung zeigt die Anlage auf Basis des zuerst angedachten Standorts am Sportplatz von Wiesentheid in Richtung Untersambach. Foto: Deliscious

Der Bürgerblock (Freie Wähler) Wiesentheid gibt sich mit der Abstimmungsniederlage in Sachen geplanter Salatfabrik in der jüngsten Gemeinderatssitzung nicht zufrieden. In einer tags darauf verbreiteten Stellungnahme spricht die Fraktion von einer "völlig falschen und fatalen Entscheidung", die der Bürgerblock der CSU-Fraktion anlastet.

Wie berichtet , hatte der Gemeinderat von Wiesentheid den Antrag des Bürgerblocks auf einen Bebauungsplan Natur, Erholung, Freizeit und Sport für das Gebiet östlich der B 286 aufzustellen, mit elf Stimmen gegen die vier Stimmen des Bürgerblocks abgelehnt. Der Bürgerblock hatte mit seinem Antrag die Ansiedlung einer 17 Hektar großen Salatzuchtanlage eines niederländischen Agrarunternehmens auf einer Fläche in Richtung Untersambach verhindern wollen. Bürgermeister Werner Knaier (CSU) hatte dagegen unter Berufung auf Einschätzungen des Gemeindetags Bedenken ins Feld geführt, wonach eine solche "Verhinderungsplanung" juristisch nicht haltbar sei.

Konzentrationsfläche für Gewächshäuser

Stattdessen stimmte eine Mehrheit von neun zu fünf für die Ausweisung einer Konzentrationsfläche für Gewächshäuser im Norden von Wiesentheid in Richtung Feuerbach, bei der Gärtnerei Lang. Dies soll laut Knaier der Gemeinde wenigstens die Möglichkeit verschaffen, zu bestimmen, wo die umstrittene Salatzucht entstehen soll – wenn diese baurechtlich schon nicht zu verhindern ist.

In seiner Stellungnahme wirft der Bürgerblock der CSU vor, der "Salatlobby" mit dem Gemeinderatsbeschluss den Weg freigeräumt zu haben für den Bau der Salatfabrik. Zugleich zweifelt der Bürgerblock die vom Bürgermeister genannten juristischen Bedenken an und beruft sich auf einen "renommierten Baujuristen", der dem Bürgerblock die Schaffung eines Sondergebiets gar "zielführend empfohlen" habe, um der Kommune Planungshoheit zu verschaffen.

Bereits abgelehnter Standort kommt wieder ins Spiel 

Das Bürgerblock-Schreiben wirft Knaier vor, es versäumt zu haben, die Salatzucht durch planerische Schritte zu verhindern. Zudem habe der Bürgermeister das Bauvorhaben der Niederländer nicht sorgfältig genug geprüft. So werde dem Investor jetzt trotz der gesammelten über 1100 Unterschriften von Einwohnern gegen das Vorhaben die Möglichkeit gegeben, "auf den Flächen der Grafen von Schönborn am Reupelsdorfer Weg die Salatfabrik zu errichten". Selbst ein anfangs diskutierter und vom Gemeinderat bereits abgelehnter Standort Richtung Untersambach sei nun wieder aktuell. So habe der Investor Ende vergangener Woche überarbeitete Baupläne für genau diesen Standort im Rathaus eingereicht, behauptet der Bürgerblock.

Bürgermeister Knaier bestätigt auf Nachfrage dieser Redaktion, dass der Investor ergänzte Baupläne eingereicht hat. Im Kern geht es dabei um eine gutachterliche Klarstellung der Frage, welche Mengen an Regenwasser auf dem Gelände der geplanten Salatzucht anfallen und in welchem Umfang diese – in Zisternen gesammelt – ausreichen würden, den Salat zu gießen.

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