Marktbreit

Saatmischung für aufgelassene Grabstellen

Da waren sich die Stadträte bei allen Beschlüssen am Montagabend einig: Der Friedhof in Marktbreit erhält langfristig ein neues Gesicht. Einig waren sie sich aber auch darin: Wer ein Grabrecht besitzt, kann dies auch langfristig weiter nutzen, das Grab auch weiter belegen. Neuvergaben von Grabstellen sind aber an die Planung gebunden.
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Immer mehr Lücken gibt es zwischen den gepflegten Gräbern im Marktbreiter Friedhof. Der Stadtrat hat jetzt Beschlüsse für eine Neuordnung gefasst, von der allerdings genutzte Gräber ausgeschlossen sind. Foto: Robert Haaß

Da waren sich die Stadträte bei allen Beschlüssen am Montagabend einig: Der Friedhof in Marktbreit erhält langfristig ein neues Gesicht. Einig waren sie sich aber auch darin: Wer ein Grabrecht besitzt, kann dies auch langfristig weiter nutzen, das Grab auch weiter belegen. Neuvergaben von Grabstellen sind aber an die Planung gebunden.

Es ist noch gar nicht solange her, da gab es im Marktbreiter Stadtrat Überlegungen, den Friedhof der Stadt zu erweitern – es gab kaum noch freie Grabstellen. Heute hat sich das radikal gewandelt, immer mehr Gräber werden aufgelassen, zwischen den Reihen klaffen große Lücken. Nach einer ersten Diskussion eines neuen Konzepts für den Friedhof von Planerin Kerstin Gruber im vergangenen Herbst, fassten die Räte in einer Sondersitzung zum diesem Thema nun erste wichtige Beschlüsse.

Ehrenhain wird nicht verlegt

So bleibt der Ehrenhain für stadtgeschichtlich wichtige Grabsteine in dem bereits heute dafür genutzten Bereich und wird nicht verlegt. Mit wichtigen Grabsteinen, etwa dem von August Ziegler, soll der Hain erweitert werden. Gegenüber des Haines und auch an der Südseite entlang eines Teils der Mauer sollen weitere erhaltenswerte Grabsteine aufgestellt werden.

Neue Urnengräber werden künftig nur an den dafür im Plan bezeichneten Stellen vergeben. Die Größe dafür beträgt 80 auf 80 Zentimeter, entlang der Mauer dürfen nur liegende Grabsteine, im Innenbereich aus Stelen zum Gedenken errichtet werden. Anonyme Urnengräber entstehen im neuen Friedhofsteil.

Aufgelassene Grabstellen wurden vom Bauhof bislang mit einer Folie abgedeckt und mit Schotter belegt. Hier soll künftig eine Saatmischung zum Einsatz kommen, die Trockenheit verträgt und nur extensiv gepflegt werden muss.

Thema Friedhofsscheune vertagt

Und auch für die "Wasserstellen" bahnt sich eine Lösung an. Zuerst nur testweise wird einer der Tröge ersetzt. Ähnlich wie auf dem Friedhof in Gnodstadt soll dabei der Gießer auf einem Stein abgestellt und von oben befüllt werden. Nach anfänglicher Skepsis hatte man damit in Gnodstadt gute Erfahrungen gemacht. Dieser Beschluss wurde bei einer Gegenstimme gefasst.

Am Ende der rund anderthalb stündigen Diskussion zeigte sich Bürgermeister Erich Hegwein positiv überrascht "über die große Einigkeit bei einem so sensiblen Thema". Dem wird demnächst allerdings eine weitere wichtige Debatte im Rat folgen: Da noch Unterlagen fehlten, vertagten die Räte die Beratung über die Zukunft der Friedhofsscheune, zu der es unterschiedliche Vorschläge gibt.

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