REGION KITZINGEN

SPD entwickelt Rezepte, um neue Mitglieder zu gewinnen

Mit dem Projekt „SPD mal zwei“ hat sich der SPD-Unterbezirk Schweinfurt-Kitzingen ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Doppelt so stark und doppelt so schlagkräftig will man werden, heißt es in der Einladung zum Parteitag im Kolitzheimer Sportheim. Dort trafen sich knapp 70 Genossen aus den Ortsvereinen, um Strategien zu entwickeln, wie man dieses Ziel erreichen kann.
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Tristesse nach der ersten Hochrechnung: Kathi Petersen, Schweinfurter SPD-Vorsitzende, und Marietta Eder, Juso-Landesvorsitzende, am Wahlabend bei der „Wahlparty“ ihrer Partei. Foto: FOTO Hannes Helferich

Mit dem Projekt „SPD mal zwei“ hat sich der SPD-Unterbezirk Schweinfurt-Kitzingen ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Doppelt so stark und doppelt so schlagkräftig will man werden, heißt es in der Einladung zum Parteitag im Kolitzheimer Sportheim. Dort trafen sich knapp 70 Genossen aus den Ortsvereinen, um Strategien zu entwickeln, wie man dieses Ziel erreichen kann.

Im Mittelpunkt des Projektes „SPD mal zwei“ stehe das Prinzip der Arbeitsteilung, sagte der Vorsitzende Ralf Hofmann zum Auftakt. Diese Arbeitsteilung oder auch Spezialisierung will man auf die Parteiarbeit in den SPD-Ortsvereinen übertragen. Jeder der Vereine könne etwas zu den neuen Strukturen beitragen, was dann auch für alle anderen Ortsvereine nutzbar gemacht werden könne. So könne man mehr Mitglieder finden und die Aufgaben auf mehr Mitglieder verteilen.

Dabei sollen die Kernkompetenzen eines jeden Ortsvereins den anderen als praktische Handreichung zur Verfügung stehen, so Hofmann weiter. Man denke an eine Informationsplattform, auf der jeder Vorarbeiten eines anderen abrufen könne. Gemeinsam möchte man dann Kampagnen aufbauen und die Ortsvereine nutzen. Zum Beispiel wolle der Unterbezirk mit den Ortsvereinen auch außerhalb von Wahljahren jedes Jahr eine Woche lang eine Tür-zu-Tür-Aktion durchführen.

Hintergrund des Projektes sei zunächst, dass die Mitglieder der SPD immer älter und immer weniger werden, so Hofmann. Wo es aber keine Ortsvereine mehr gebe, sei die Partei nicht mehr existent. Zudem müssten die Verantwortlichen in den Ortsvereinen fast die ganze Arbeit auf immer weniger Schultern stemmen.

Auch die Ergebnisse bei den Wahlen 2013 seien ernüchternd gewesen, so der Vorsitzende. Dabei habe sich der Wahlkampf der Bundespartei strategisch und materiell sehr stark auf die Großstädte konzentriert. Allerdings leben in Bayern viele Wähler auf dem Land. Insofern müsse man neben der Strategie der Bundespartei eigene Lösungsvorschläge entwickeln.

Das Projekt „SPD mal zwei“ des Unterbezirks hängt mit der von der Bundes-SPD ausgehenden Nachbarschaftskampagne zusammen, die der stellvertretende Vorsitzende Jochen Kraft vorstellte. Mitgliederschwund und schlechte Wahlergebnisse würden Hand in Hand gehen. Daher möchte die Partei mehr in Nachbarschaften, Vereinen, Initiativen und sozialen Netzwerken präsent sein. Sinn des Ganzen sei eine bessere Vernetzung.

Als eine von rund 20 Modellregionen nehme der Unterbezirk Schweinfurt-Kitzingen an der Nachbarschaftskampagne teil, so Kraft. Doch da auch diese Kampagne vor allem für Großstädte konzipiert wurde, könne man sie nicht eins zu eins auf den Unterbezirk anwenden.

Stattdessen versuche man die Unterstützung aus Berlin zu nutzen, aber vor allem das eigene Konzept mit einzuspeisen. Dieses werde vom Innovationsfond der Partei mit 4000 Euro bis Ende 2015 gefördert, so Geschäftsführerin Isabella Walter.

Zwei Ortsvereine stellten in Kolitzheim beispielhafte Ideen vor. Der Schonunger Gemeinderat Markus Hümpfer sagte, dass für die Ortsvereine Veranstaltungen eine der zentralen Möglichkeiten seien, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei lade man in Schonungen nicht nur die eigenen Mitglieder ein.

In Dettelbach hat die SPD zwar nur wenige Mitglieder, doch durch die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen ließen sich dennoch Veranstaltungen durchführen, berichtete Stadträtin Eva-Maria Deppisch.

Nach den Anregungen erarbeiteten die Genossen in fünf Arbeitsgruppen weitere Ideen für das Projekt „SPD mal zwei“. Wo die Ortsvereine Unterstützungsbedarf sehen, welches ihre jeweiligen Stärken seien, welches Thema für ein gemeinsames Veranstaltungsformat vorbereitet werden sollte oder welche Fachleute der Ortsvereine auch in anderen Ortsvereinen referieren könnten, waren Fragen, zu denen man zahlreiche Ideen zusammentrug.

Am Ende des Parteitags stand ein Antrag des Schweinfurter SPD-Stadtrats Herbert Wiener, der einstimmig angenommen wurde. Es ging um eine Resolution des Unterbezirks, nukleare und fossile Energieerzeugung durch regenerative Energien abzulösen. Hierfür sprach sich auch der stellvertretende Kitzinger Landrat Robert Finster aus. Er wies darauf hin, dass die Kommunalpolitik gerade bei erneuerbaren Energien etwas für die Energiewende tun könne.

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