Mit einem neu formierten Vorstand um den im Amt bestätigten Vorsitzenden Ralf Hofmann rüstet sich der SPD-Unterbezirk Schweinfurt/Kitzingen (UB) für die nächsten Wahlen. Mit einem neuen Konzept will die SPD ihre Arbeit mehr oder weniger umkrempeln. Das verkündete der alte und neue UB-Vorsitzende Hofmann den 64 Delegierten der Ortsvereine beim Parteitag im Sportheim Kolitzheim.

Obwohl er nicht wie erhofft in den Bundestag eingezogen ist, will er sich nicht „in die Büsche schlagen und verschwinden“. Vielmehr will er für den Unterbezirk neue Arbeitsgrundlagen erarbeiten, damit dieser in seiner Arbeit besser wird.

Im Bundestags-Wahlkampf habe die SPD einiges erreicht, so Hofmann. „Es war für uns wichtig, zu den Leuten rauszugehen“, sagt er, „ich hoffe, wir werden einiges von dem ernten, was wir im Wahlkampf gesät haben“. Insgesamt aber habe sich die SPD nur „bedingt kampagnefähig“ gezeigt. Trotz der demografischen Entwicklung müsse die Arbeit auf viel mehr Schultern verteilt werden.

Arbeit vor Ort stärken

Und: „Ein Parteiprogramm liest kein Mensch. Wir müssen unsere Inhalte und vor allem unsere Personen besser rüberbringen.“ Auch müsse die SPD glaubwürdiger werden und das fehlende Vertrauen der Bevölkerung in die SPD zurückgewinnen. Dafür seien neue Konzepte erforderlich. Eines schlug Hofmann den Delegierten selbst vor, nämlich eine Veränderung der Arbeit des Unterbezirks, genauer gesagt, des Vorstandes. Der soll vom reinen Verwaltungsorgan zu einem Förderer der Ortsvereine werden, zu einer Schnittstelle zu diesen.

Eine noch zu bildende Arbeitsgemeinschaft soll weitere Vorschläge erarbeiten. „Wir wollen als Vorstand weg vom Beratungs- und hin zum Handlungsgremium, um den Ortsvereinen die notwendigen Impulse zu vermitteln“, so Hofmann. Das gehe nicht von heute auf morgen. „Wir brauchen Geduld und einen lange Atem, und es kann sein, dass wir auf dem Weg auch mal stolpern. Deshalb will ich aber keinen Ortsverein jammern hören.“

Davon konnte auch keine Rede sein, denn trotz, oder gerade wegen dieser deutlichen Worte bestätigten 58 Delegierte Hofmann als Vorsitzenden. Auf den anderen Posten wurde fleißig rochiert. Heinz Galuschka, Kathi Petersen und Peter Pfister kandidierten nicht mehr als Stellvertreter. Für die drei Posten standen Kassierer Jochen Kraft, Schriftführerin Astrid Glos und Peter Steinmüller zur Verfügung. Neuer Kassierer ist nun Peter Härterich. Der neue Schriftführer heißt Manuel Ehni.

Jochen Kraft hatte zuvor für 2013 ein „dickes Minus“ vorausgesagt. Grund dafür sind die Ausgaben im Wahlkampf gewesen. Das angepeilte Budget aber sei insgesamt eingehalten worden. „Vieles haben wir aus den Rücklagen finanziert“, sagte Kraft. Aufgabe der nächsten Jahre sei es, für die Zukunft zu sparen.

Aus den Arbeitskreisen berichteten deren Vorsitzende Markus Hümpfer (Arbeitnehmerfragen), David Ruß (Jusos) und Rainer Rummert (60-plus).

Eine etwas längere Diskussion entfachte der Antrag Herbert Wieners hinsichtlich des geplanten Gasturbinen-Kraftwerkes in Schweinfurt. Letztlich waren die Delegierten für eine Zustimmung, wenn einige Punkte berücksichtigt werden. Dazu gehört, dass die bereitgestellte Energiemenge auf 200 Megawatt reduziert werden soll.