KITZINGEN

Rund 300 Metaller beim kurzen Warnstreik

Mehr Geld, tarifliche Altersteilzeit und einen Rechtsanspruch auf Weiterqualifikation forderte die IG Metall bei einem Warnstreik am Dienstag auf dem Gelände der Franken Guss Kitzingen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Etwa 300 Arbeiter der GEA und von Frankenguss bei einem Warnstreik am Dienstagmorgen in Kitzingen. Foto: Ralf Thees
+2 Bilder
Eiskalt war es, als die IG Metall am Dienstagmorgen vor dem Werkstor der Franken Guss Kitzingen mit einem Warnstreik in die heißere Phase der Tarifauseinandersetzung  mit den Arbeitgebern der Elektro- und Metallindustrie einstieg. 50 Beschäftigte der GEA Brewery Systems und rund 250 Mitarbeiter des Gusswerks kamen hier bei einer rund einstündigen Kundgebung zusammen.

Rote IG Metall-Banner, gellende Trillerpfeifen und deutliche Worte der Gewerkschafter machten es deutlich: Wenn nach zwei vergeblichen Verhandlungsrunden beim dritten Treffen der Tarifparteien wieder kein akzeptables Ergebnis rauskommt, werden Ende Februar härtere Bandagen eingesetzt. „Die Arbeitgeber haben es in der Hand“, betonte der Würzburger IG Metall-Bevollmächtigte Walther Mann mit Blick auf einen drohenden Streik.

Dass ein Arbeitskampf bald die Fronten klärt, ist nach Manns Worten nicht eben unwahrscheinlich. Schließlich hätten die Arbeitgeber die Forderung von 5,5 Prozent mehr Lohn mit einem Angebot von 2,2 Prozent beantwortet: „Das ist gar nichts. Wir wollen den gerechten Lohn für eure gute Arbeit.“

Mehr Geld ist nur eine von drei Forderungen in der aktuellen Tarifrunde. Nummer zwei ist die Altersteilzeit, die laut Mann bei Franken Guss nicht tariflich geregelt ist. Gerade im Gusswerk, wo 200 der rund 600 Beschäftigten über 50 Jahre alt seien, sei ein gesicherter Übergang in die Rente nötig. Angesichts der starken körperlichen Belastungen bräuchten die Beschäftigten eine „Möglichkeit des Ausstiegs“, so Mann.

Was der IG Metall noch wichtig ist, ist eine „Bildungsteilzeit“. Die Mitarbeiter bräuchten einen „Rechtsanspruch auf Weiterqualifikation für jeden im Betrieb.“ Die Unternehmen seien auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen, betonte auch Werner Flierl, 2. Bevollmächtigter der IG Metall.

Als „entschlossenes Zeichen“ der Kampfbereitschaft bewertete DGB-Regionssekretär Norbert Zirnsak die große Zahl der Warnstreikenden vor den Gusswerk-Toren. Der befristete Ausstand sei kein überaltertes Ritual, sondern ein „Signal der Entschlossenheit.“ An die Adresse der Arbeitgeber, die sich bislang den Forderungen der IG Metall nach deutlich mehr Lohn verweigern, richtete sich Zirnsaks Ermunterung zu einem Entgegenkommen: „Die Kassen der Unternehmen sind gut gefüllt.“

Lesen Sie dazu auch: Jahreskonferenz der DGB: Gewerkschafter suchen Offensive

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.