Rüdenhausen

Rüdenhausen steht gut da – und denkt über neue Bauplätze nach

Der Schleifweg und kleinere Sorgen beschäftigen die Einwohner bei Bürgerversammlung. Ein großes Projekt wird die Sanierung der Wasserleitung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Trotz des deutlichen Hinweisschildes fahren nach wie vor viele Autos auf dem Schleifweg in Rüdenhausen. Die beliebte, eigentlich verbotene Abkürzung, war ein Thema der Bürgerversammlung. Foto: Andreas Stöckinger

Rund 60 Bürger nutzten in Rüdenhausen die Gelegenheit, sich über die Gemeindepolitik aus erster Hand zu informieren. Bei der Bürgerversammlung gab Bürgermeister Gerhard Ackermann einen Abriss über die aktuelle Situation in seiner Gemeinde. Die sieht derzeit nicht schlecht aus, trotz der nun anstehenden Sanierung der Wasserleitung. Aktuell ist die Gemeinde schuldenfrei, für die Sanierung werde wohl ein Kredit aufgenommen, so Ackermann.

Am Ende der zweistündigen Versammlung bedankte sich der  zweite Bürgermeister Karl-Heinz Rebitzer beim Ortsoberhaupt für dessen engagierte Arbeit zum Wohl der mit Hauptwohnsitz 890 Bürger zählenden Gemeinde. Die Gekommenen applaudierten, zuvor hatte es von ihrer Seite Nachfragen, jedoch kaum Kritik gegeben.

Weg ist eigentlich für Autos gesperrt

Angesprochen wurde die Situation am Schleifweg, einem asphaltierten Weg, der von der Siedlung im Westen um den Ort herum zum Kreisel in Richtung Castell führt. Die Strecke ist eigentlich nur für die Landwirtschaft offen, sie wird aber trotzdem fleißig von Autos befahren. Als Bürger verstehe er nicht, warum die Autos durch den gesamten Ort fahren müssten, sagte Alfred Ackermann. Eine Anwohnerin aus der angrenzenden Wohnsiedlung monierte, dass es „ein Wahnsinns-Umweg“ sei, wenn man statt dessen durch den Ort fahren müsse.

Das dauere vielleicht eine Minute länger, antwortete der Bürgermeister. Birgit Heckelmann warf ein, dass die auf dem Schleifweg trotzdem fahrenden Autos oft auch recht schnell fahren, was für Spaziergänger dort ein Ärgernis sei. Sie plädierte dafür, die Strecke für Autos und Laster dicht zu machen.

Noch fahren viele Laster durch den Ort

Angesprochen wurde, dass trotz der aufgestellten Schilder immer noch viele LKW durch den Ort fahren, anstatt auf der Umgehung. Die Umfahrung gebe es erst seit Oktober, das müsse sich erst einspielen, bat Bürgermeister Ackermann um Geduld.

Weiter fragte Albert Eckstein, wie viele Stellplätze ein Bauherr bei einem Neubau pro Wohnung auf seinem Grund haben müsse. Es parkten immer noch viele stattdessen auf der Straße, monierte er.

In seinen Ausführungen ging der Bürgermeister auf die Erneuerung beim Wasser ein. Das auf 1,8 Millionen Euro geschätzte Vorhaben sei „die größte Herausforderung im Haushaltsjahr 2019.“ Dazu hat Rüdenhausen eine Förderung vom Staat beantragt, die mit gut 379 000 Euro im Voraus berechnet wurde. Die verbleibenden Kosten von rund 1,36 Millionen Euro legt die Gemeinde um. 75 Prozent davon werden über Beiträge der Bürger finanziert, der Rest über eine Erhöhung des Wasserpreises. Die Endabrechnung erfolgt nach Abschluss des Ganzen.

Neue Straßen in Gewerbegebieten

Außerdem steht für die Gemeinde der Bau von Straßen in den Gewerbegebieten auf der Liste der Vorhaben. Dafür sind 200 000 Euro vorgesehen. Im Gebiet im Norden, im Anschluss an den Autohof, gebe es Probleme, weil ein Grundbesitzer aktuell noch nicht bereit ist, seine Flächen zu verkaufen, so der Bürgermeister. Im Baugebiet Leyersmühle seien nun alle Flächen verkauft, so dass die Gemeinde über neue Bauflächen nachdenken müsse.

Personelle Schwierigkeiten habe aktuell die Feuerwehr, die tagsüber kaum die benötigten sechs Mann zum Ausrücken stellen könne. Personelle Verstärkung sei laut Ackermann dringend nötig. Nicht recht voran komme der Radweg nach Wiesenbronn, der nördlich der Straße verlaufen soll. Auch hier sei ein Grundbesitzer aktuell nicht zum Verkauf von Flächen bereit, man suche nach Lösungen, hieß es.

Dorferneuerung kommt gut voran

Insgesamt wies Bürgermeister Ackermann auf viele gelungene Projekte in den letzten Monaten hin. Es sei möglich gewesen, „wieder eine Steigerung der Lebensqualität“ in Rüdenhausen zu erreichen. Die Umgehung wurde fertig gestellt, die Dorferneuerung komme sichtlich voran, um nur einiges zu nennen. Bei den Feierlichkeiten hob er das Jubiläum 400 Jahre Bürgerwehr hervor, das im Vorjahr an der Kirchweih gebührend begangen wurde. Zudem erwähnte er die kürzlich im Ort statt gefundene Gartenausstellung, die mit 7000 Besuchern „eine Bereicherung“ für den Ort sei.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.